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Same Same But Different| Kritik 5/10

Kinostart
21.01.2010



Handlung

Endlich fertig mit der Schule – das Leben bietet viele Möglichkeiten, eine Richtung sieht Ben (David Kross) allerdings nicht. Eine Backpackertour nach Asien mit Freund und Mitbewohner Ed (Stefan Konarske) ist seine erste Reise in die weite globalisierte Welt. In der angenehmen Gesellschaft von Ed, den neuen Reisebekannten Alex (Michael Ostrowski), Regula (Marie Jung), Marie (Lucile Charlemagne) und einigen Joints lässt sich darüber entspannt philosophieren. Die Begegnung mit Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) entführt Ben aus der unwirklichen Freiheit des Backpackerlandes in die  Wirklichkeitvon Phnom Penh. Ben spürt soviel Lebensfreude bei ihren wilden Fahrten durch Phnom Penh, den Begegnungen mit ihrer Familie in der Stadt und auf dem Land, wie schon lange nicht mehr.

Ben kann Sreykeo nach seiner Rückkehr nach Deutschland nicht vergessen. Das Praktikum, das er bei seinem Bruder Henry bei einer Zeitung macht, erfüllt ihn eher mit Sehnsucht als Zufriedenheit. Dann erfährt Ben von Sreykeo, dass ihr chronischer Husten nicht von einer Mandelentzündung herrührt, sondern ihr Körper durch eine HIV Infektion geschwächt wird.


Filmkritik | Same Same But Different

Es ist immer etwas schwierig, möglichst vorurteilsfrei einen Film zu rezensieren, der auf einer "wahren Begebenheit" beruht. Zumal, wenn es dabei um eine Liebesgeschichte unserer Tage geht: zwischen einem jungen Deutschen und einer an AIDS erkrankten Kambodschanerin. Aber was der norddeutsche Regisseur Detlev Buck mit diesem Liebesfilm vor exotischer Kulisse abgeliefert hat, macht ratlos. Die Geschichte bleibt glatt und leer wie die Gesichter der jungen Hauptdarsteller.

Liebesfilme, in denen der weibliche Teil wahlweise an einer lebensbedrohenden Krankheit leidet oder der Prostitution nachgeht und dennoch geliebt wird, gibt es nicht erst seit "Love Story" und "Pretty Woman". Hollywood vor allem schätzt derlei Stoffe. Als "Mädchenfilme" oder Chick Flicks" werden solche Streifen gerne ironisch bezeichnet. Da aber der norddeutsche Querkopf und Kino-Außenseiter Detlev Buck alles andere als ein "Chick Flick"-Regisseur ist, erwartet der Zuschauer den bekannt hardkantigen schrägen Ansatz eines in kein Klischee passenden Filmemachers, der so unterschiedliche Werke wie "Karniggels" und "Knallhart" abgeliefert hat. An diesem Stoff hat er sich gründlich verhoben.

Ärgerlich ist der Film vor allem, weil Buck die Geschichte zweiteilt und seine bekannten ironischen und schwarzhumorigen Giftspritzer komplett auf der ach so oberflächlichen und eitlen deutschen Bussi-Bussi-Gesellschaft der  Hamburger Medienwelt verteilt. Das ferne und exotische Kambodscha mit seinen trotz Armut, Kinderprostitution und Drogenhandel vermeintlich unverdorbenen Menschen wird als weich gezeichnetes Sehnsuchtsland interpretiert. Derlei Schwarzweißmalerei ist man von Buck nicht gewohnt.

Mittendrin als Wanderer zwischen den Welten: ein die Rolle des Ben unfassbar eindimensional und naiv anlegender David Kross ("Knallhart", "Der Vorleser"). Warum ein intelligenter junger Mann um die 20 in den fernen Osten aufbricht, um in einem der ärmsten Länder der Erde die Nähe von Prostituierte zu suchen, bleibt ebenso unklar wie sein seltsam hartnäckiges Festhalten bis hin zur Heirat an dem HIV-infizierten und völlig bildungsfernen Liebesmädchen Sreykeo (Apinya Sakuljaroensuk) mit Kind und Großfamilie im Schlepptau. Buck lässt es als das Urwunder der großen Liebe, das keiner Erklärung bedarf und über jeden Vorbehalt erhaben ist, im Raum stehen. Romeo und Julia in phnom pen. Dazu passt die nahezu engelsgleiche Covergirl-Schönheit der thailändischen Hauptdarstellerin. Da wird es dann doch "Chick Flick", Lore-Roman und GZSZ auf Kambodschanisch. Zuschauer, die älter als 16 Jahre alt sind, ahnen, es könnte im wirklichen Leben doch ein wenig anders gewesen sein. Immerhin: Nach eigenen Aussagen ist Autor Benjamin Prüfer, nach dessen autobiografischem Buch der Film entstand, mit der filmischen Umsetzung zufrieden.

Unter den Nebendarstellern des konventionell, sehr routiniert und mit viel Postkartenromantik inszenierten Films überzeugt vor allem Jens Harzer als zynischer Bruder Henry. Bens Vater gibt Olli Dittrich, in einem Gastauftritt als "Mr. Behr" taucht Mario Adorf kurz auf.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

Same Same But Different

© Delphi Filmverleih

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Steckbrief
Regie
Detlev Buck

Darsteller
Apinya Sakuljaroensuk, Charly Hübner, David Kross, Detlev Buck, Jens Harzer, Mario Adorf, Michael Glawogger, Olli Dittrich, Stefan Konarske

Genre
Deutscher Film, Drama

Tags
Asien
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Deutschland




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