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Russendisko| Kritik 7/10

Kinostart
29.03.2012



Handlung

Die Geschichte der drei unzertrennlichen jungen Russen Wladimir (Matthias Schweighöfer), Mischa (Friedrich Mücke) und Andrej (Christian Friedel), die im Sommer 1990 die Gunst der Stunde nutzen und nach Deutschland immigrieren, um hier ihr Glück zu machen. Mit ein paar wenigen Rubeln in der Tasche, die ihnen schnell durch die Finger rinnen, kommen sie in Ostberlin an... und entdecken gemeinsam eine Stadt, die Anfang der Neunziger vielleicht der spannendste Ort der Welt ist, im Gepäck nicht viel mehr als Musik und ihre Träume. Andrej träumt von großem Reichtum, Mischa von einer glanzvollen Karriere als Musiker, nur Wladimir weiß nicht so recht, was er will, aber er trifft Olga (Peri Baumeister), die schönste Frau, die er jemals gesehen hat.


Filmkritik | Russendisko

Es hat lange gedauert, bis die Romanvorlage von Wladimir Kaminer eine Verfilmung erhielt. Das im Jahr 2000 veröffentlichte Werk avancierte binnen kurzer Zeit zu einem kleinen Hit. Dabei zeigte der Roman in Form von mehreren Episoden die amüsanten sowie schrägen Erlebnisse mit autobiographischen Zügen der russischen Auswanderer kurz nach der Wende. Doch obwohl sich schon einige Drehbuchautoren an diesem Stoff versuchten, gelang es erst Oliver Ziegenbalg, der bereits für das Drehbuch von "Friendship!" verantwortlich war, den Stoff passend für die große Leinwand zu adaptieren. Der Trick war ganz einfach, denn anstatt sich auf verschiedene Episoden zu konzentrieren, schrieb er eine große Geschichte, in der viele Elemente der Romanvorlage ihren Platz gefunden haben.

Zentrales Element ist dabei die Freundschaft zwischen den drei jungen Russen Wladimir, Mischa und Andrej. Diese werden von Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke und Christian Friedel dermaßen authentisch und sympathisch verkörpert, dass es eine wahre Freude ist, die drei auf der Leinwand zusammen zu sehen. Schweighöfer und Mücke stellten dabei bereits in "Friendship" unter Beweis, dass sie hervorragend auf der Leinwand miteinander harmonieren. Diese Magie könne sie auch in "Russendisko" transportieren. Christian Friede als ihr leicht schwermütiger Freund passt dabei ebenfalls optimal ins Konzept. Dem Zuschauer geht jedenfalls jedes Mal das Herz auf, wenn er die drei miteinander sieht. Die weiblichen Darstellerinnen können hier oftmals zumindest mithalten. Insgesamt gesehen ziehen sie verglichen mit ihren männlichen Kollegen allerdings klar den Kürzeren, was aber den Streifen nicht schlechter macht.

Ziegenbalg hat es dabei meisterlich verstanden, die Dynamik des Streifens vor allem in den Momenten zu forcieren, wenn es um eine kurzweilige Party oder abendliche Unterhaltung der drei Freunde geht. Dann dreht der Regisseur auf und schafft eine unvergleichliche Atmosphäre, die den Zuschauer in ihren Bann zieht. Genau diese Dynamik kommt leider in vielen anderen Szenen des Films nicht wirklich zum Vorschein. Hier merkt man, dass andere Werke wie "Die Fabelhafte Welt der Amélie" Pate standen. Ein paar Elemente in "Russendisko" wirken somit weit weniger originell, als sie in Wahrheit sind. Die letzte Prise Brillanz fehlt "Russendisko" somit. Das macht den Streifen aber noch lange nicht zu einem schlechten Film. Ziegenbalgs Film zieht seine Stärke aus dem faszinierenden Schauspieler seiner Hauptakteure. Hätte er sich für andere Schauspieler entschieden, würde sicherlich niemals dieses Flair aufkommen. Ein Lob verdienen übrigens auch die Ausstatter, die aus den wenigen noch im Original erhaltenen Schauplätzen im mittlerweile stark modernisierten jede Menge herausholten. Es ist beeindruckend, wie authentisch diese Momente wirken.


Filmkritik von Gastautor

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