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Rocky Balboa| Kritik 8/10

Kinostart
2006



Handlung

Der Ex-Boxweltmeister Rocky Balboa (Sylvester Stallone) ist seit dem Tode seiner Frau niedergelschlagen und antriebslos. In seiner Heimat Philadelphia betreibt er ein kleines Restaurant, wo er seine Besucher hin und wieder mit Geschichten aus seiner ruhmreichen Vergangenheit unterhält. Zu Rockys Leidwesen ist auch das Verhältnis zu seinem Sohn angespannt. Vater und Sohn sehen sich selten.
Als in einer Sportsendung der aktuelle Boxweltmeister Mason 'The Line' Dixon (Antonio Tarver) in einem virtuellen Kampf gegen den jungen Rocky antritt und verliert, wittert einige Leute ein großes Geschäft. Wie wäre es, Rocky tatsächlich gegen den viel jüngeren Mason antreten zu lassen?
Rocky lässt sich tatsächlich auf dieses Spiel ein. Ein Boxkampf ist genau das, was er in seiner aktuellen Lebensphase braucht. Es tritt an, um zu gewinnen...


Filmkritik | Rocky Balboa

„They never come back“ – so lautet ein ungeschriebenes Gesetz im Boxsport, welches nur selten widerlegt wurde. Aber muss das auch für Sylvester Stallone legendären Film-Boxer Rocky Balboa gelten? Wohl kaum, denn der hat sich mit unbändigem Willen und Einsatz in fünf Verfilmungen schon immer gegen die größten Widrigkeiten und Gegner aufgelehnt und letztlich triumphiert. Rocky Balboa trägt viele Charakterzüge seines Erfinders und so stemmen sich beide 2006 noch einmal gegen den Zahn der Zeit und jeden Widerstand. Im Alter von 60 Jahren vor und hinter der Kamera zu agieren, ist per se kein Grund zur Skepsis. Aber Stallone will mit „Rocky Balboa“ mehr: er widersteht dem Hollywood-Trend zu Prequels, verjüngten Remakes oder Reboots mit neuer Besetzung, will seinen größten Triumph nicht aus der Hand geben und klettert auch selbst wieder in den Ring.

Kann dieser Film funktionieren, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben? Und ob er das kann! Stallone schafft es tatsächlich, eine eigentlich abgeschlossene Geschichte noch einmal mit Leben zu erfüllen und ein letztes, würdevolles Kapitel der Saga anzufügen. „Rocky Balboa“ erfindet seine Titelfigur neu und nimmt gleichzeitig die großen Themen seiner Vorgänger auf. Es beginnt wie anno 1976: Balboa ist alleine, perspektivlos und wieder bietet das Boxen einen Ausweg an. Was folgt, ist die Wiederbelebung klassischer Rocky-Dramaturgie der ersten Stunde. Zweifel schwinden, Glaube wächst, zarte Bande zu einer Frau, das knallharte Training, der legendäre Lauf im grauen Jogging-Anzug durch das winterliche Philadelphia und selbst ein neuer Hund läuft an Rockys Seite. Bis hin zum finalen Showdown im Ring hat Stallone alle Motive seines Erstlings neu und gleichzeitig bekannt mit viel Geschick verwoben. Er selbst wirkt alt, aber nicht zu alt, fit genug auf jeden Fall. Wenn sein Titelheld in verschiedenen verbalen Auseinandersetzungen, mit der Boxkommission oder seinem Sohn, fast philosophisch das Leben reflektiert, will man gerne zuhören, denn Balboa zeigt wieder einen einfachen Weg durch eine komplizierte Welt auf, gibt Werte und erfüllt Sehnsüchte. Und auch in „Rocky Balboa“ setzt sich Stallone weiter mit dem legendärsten Boxer aller Zeiten, Muhammed Ali, auseinander, übernimmt den computergenerierten Kampf aus dessen Biografie und gibt seinem Filmkontrahenten Mason „The Line“ Dixon viele Züge Alis mit auf den Weg.

Es ist ein gelungenes, beeindruckendes Ende einer Geschichte und gleichzeitig zumindest ein halbes Remake. Stallone liebt seinen Protagonisten zu sehr, um ihn irgendwelchen Peinlichkeiten auszusetzen. Beide schaffen wieder mal das Unmögliche und machen einen eigentlich unmöglichen Film zu einem guten Film.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
Sylvester Stallone

Darsteller
A.J. Benza, Antonio Tarver, Burt Young, Geraldine Hughes, James Francis Kelly Iii, Lou Dibella, Mike Tyson, Milo Ventimiglia, Sylvester Stallone, Talia Shire, Tony Burton

Genre
Action, Drama

Tags
Boxen, Sport
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Budget
24 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
155 Mio. US-Dollar (weltweit)



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