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RIO| Kritik 6/10

Kinostart
07.04.2011



Handlung

Blu ist ein Blauara, ein seltener Papagei dessen Heimat die Urwälder Brasiliens sind. Doch Blu ist in einem Käfig in US-amerikanischen Kleinstadt aufgewachsen. So glaubt der Papagei, dass er der letzte seiner Art ist. Als Blu eines Tages erfährt, dass in RIO - in Brasilien - ein weiterer Blauara leben soll, sogar ein weiblicher, bricht er aus seinem Gefängnis aus und macht sich auf den Weg in das ferne Land. Vielleicht kann er dort ja fliegen lernen...


Filmkritik | RIO

Ach, es gibt Filme, über die möchte man am liebsten kein Wort verlieren. Nicht etwa, weil sie so schlecht sind, enttäuschende Filme erzeugen immerhin den Impuls andere Menschen vor ihnen zu warnen, sondern weil sie absolut keinen Mehrwert bieten. Das Tragische ist, dass solche Filme grundsätzlich nichts falsch machen, aber bei aller Sympathie völlig austauschbar, überholt und uninspiriert wirken. Blue Sky, die Macher der „Ice Age“-Reihe oder „Horton hört ein Hu!“, gelang mit „Rio“ solch ein Film.

Rio“ ist ein wunderbarer, kleiner Animationsfilm für die jüngeren Semester. Durchaus auch für ältere bis ins Erwachsenenalter, sofern man sich A: einfach nur berieseln und nett unterhalten lassen oder B: man bis dato solch ein behütetes Leben führte, dass einem selbst die Biene Maja wie eine Animationsrevolution erscheint. Sollte euch aber das Genre des Animationsfilm mehr bedeuten, solltet ihr schon hunderte wenn nicht sogar tausende von Animationsfilmen gesehen und geliebt haben, dann dürfte es eng werden. Denn „Rio“ ist so austauschbar, wie ein Wellensittich.

Die Animationsbranche ist an einem Totenpunkt angekommen. Die ständige Inzucht und der Kannibalismus innerhalb des Genres fordert seinen Tribut. Dabei stört nicht einmal die erneute Vermenschlichung von Tiercharakteren oder die angestaubte Disneyformel. Viel mehr sind es die ständigen Offensichtlichkeiten: Das Charakterdesign, das an unzählige Animationsklassiker - von „König der Löwen“ bis hin zu „Coraline“ - erinnert. Die Einheitsbrei-Filmmusik, die von John Powell stammt, der mittlerweile drei von vier Animationsfilme vertont - sofern Hans Zimmer keine Zeit erübrigen kann. Die Charaktere, die direkt aus dem Stereotypensumpf herausgepult wurden. Der von Jesse Eisenberg gesprochenen Nerdbird Blu, der zwar lustig klingt, aber nur dem tausendsten Aufguss des millionsten Aussenseiterklischees entspricht. Die profilosen Sidekicks, die durch das Bild rappen, kalauern und tölpeln, mit der Brechstange in der Hand, um den Witz des Films dem Zuschauer einzuprügeln. Kurzum, die alte Kuckucksei-Geschichte auf der einen Seite, „Flucht in Ketten“ auf der anderen und eine große Portion „Madagascar“, das ist „Rio“.

Der interessanteste Charakter des Films ist - wie soll es auch anders sein - der Bösewicht Nigel. Dank seiner physischen Übermacht, die mit einer homosexuellen Veranlagung kombiniert wurde, repräsentiert er Ursula, Scar und Gaston in einer Person. Und der einzig wahre Freak des Films - der begnadete Jemaine Clement - leiht ihm seine Stimme. Was den Film von anderen abhebt, ist sein Setting. Brasilianische Rhythmen, Karneval und viele exotische Vögel bilden die dünne Trennungslinie zwischen „Rio“ und allen anderen Animationsvertretern.

Eskapisten und Urlaubsreife, die dem grauen Alltag entfliehen wollen, dürften mit „Rio“ eine gute Ablenkung finden. Allen anderen wird der kleine Honigbär „Winnie Puuh“ ans Herz gelegt, der in der nächsten Woche bei uns startet. Dieser ist zwar weniger hip, weniger blu und kommt dazu noch als altmodischer Zeichentrickfilm ohne dreidimensionale Sperenzchen daher. Aber er wirkt gerade aufgrund seiner Rückbesinnung auf klassische Animationstugenden viel frischer als alle Reißbretttrickfilme der letzten Monate zusammen.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

RIO

© 20th Century Fox

Kommentare


Sascha
15.07.2011, 12:58:32
Na toll. Hier darf sich jemand über einen Film auslassen, der den offensichtlich nicht mal gesehen hat. Oder nicht verstanden. Oder beides.

Auf jeden Fall wird hier gemeckert und gemeckert und gemeckert. Dass dabei schon die inhaltliche Kurzbeschreibung einfach mal falsch ist, merkt der Autor in seinem genialen Hochmut wohl gar nicht.

Fazit: Film klasse, Kritik für'n Eimer!

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Steckbrief
Regie
Carlos Saldanha

Genre
Animation, Komödie

Tags
Brasilien, CGI, Papageien
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Herstellungsland
USA




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