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Resturlaub| Kritik 5/10

Kinostart
11.08.2011



Handlung

Auch wenn er es selber nicht wahrhaben will, Pitschi Greulich (Maximilian Brückner) steckt tief in der Midlifecrisis. Seine innovativen Marketingideen kommen bei seinem Chef nicht an; dass nun auch noch sein bester Freund heiraten will, trifft ihn schwer; und immer, wenn seine langjährige Freundin Sabine (Mira Bartuschek) das Thema "Kinder" anspricht, steigt die blanke Angst in ihm hoch. Pitschi graut auch davor, zum elften Mal mit den gleichen Freunden in das gleiche Hotel auf Mallorca in Urlaub fahren zu müssen. Kurz entschlossen lässt er seine Freunde nach einem Ablenkungsmanöver alleine nach Mallorca fliegen und besteigt selbst – etwas unüberlegt – einen Flieger nach Buenos Aires, Argentinien. Dort will er ein neues, spannendes Leben beginnen! Doch kaum in Buenos Aires angekommen, sieht die Realität leider ganz anders aus: Pitschi landet in einer WG mit einem Tierfriseur, spricht kaum Spanisch und die heißblütigen Latinas haben nur Augen für andere Männer.


Filmkritik | Resturlaub

Wahrscheinlich kann niemand behaupten, noch niemals enttäuscht den Kinosaal verlassen zu haben. Der Optimist mag denken, ohne schlechte Filme wüsste man gute Filme gar nicht zu schätzen. Das ist zwar richtig, doch die Enttäuschung nach dem Anschauen von „Resturlaub“ kann dem Kinogänger diese kleine Weisheit auch nicht nehmen. Dabei fragt man sich, was in den letzten 111 Minuten eigentlich schiefgelaufen ist. Es war doch – auf dem Papier jedenfalls – alles vorhanden.

Resturlaub“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tommy Jaud. Zugegeben, Oliver Pocher amüsant zu finden ist zwar wiederum auch reine Geschmacksache, doch lässt sich über die Qualität des – indirekten – Vorgängers wenigstens streiten. „Vollidiot“ hatte mitunter einen geschmackvollen Humor, war originell und verfügte darüber hinaus über sympathische Charaktere. Mit alldem kann „Resturlaub“ leider nicht aufwarten, das filmische Ergebnis wirkt allerhöchstens bemüht. Dieses ist in etwa damit vergleichbar, als hätte ein ungeschicktes Kind versucht, etwas Hübsches zu basteln.

Komödien sind zwar generell nicht unbedingt dafür bekannt, stets einen ausgeklügelten Plot liefern zu können, die Handlung von Resturlaub wirkt jedoch allenfalls hanebüchen. Man mag dem Regisseur durchaus unterstellen, dass diese Schlichtheit absolut gewollt war. Denn der Film möchte in keinster Weise zum Nachdenken anregen, ganz im Gegenteil. „Resturlaub“ ist seichte Unterhaltung in Reinkultur – was in diesem Falle nicht positiv gemeint sein soll. Stets und ständig wird an die niedrigen Instinkte des Zusehers appelliert, dazu gehören freilich Nacktheit und ganz viel Ekel. Mit etwas Distanz wirkt es nur noch als pures Kalkül, dass der für viele Männer als Tabu geltende männliche Analbereich penetriert wird, zumal die Szene an sich vollkommen unglaubwürdig wirkt. Dieses Beispiel verdeutlicht am besten, womit „Resturlaub“ versucht den Kinogänger zu begeistern. Es stellt sich jedoch die berechtigte Frage, welche Art Zuschauer das ist, der sich von solcher Art Humor noch begeistern lässt.

Wer als 13-Jähriger „Ballermann 6“ im Kino erlebte und sich köstlich amüsierte, der wird sich beim Anschauen von „Resturlaub“ vielleicht in der einen oder anderen Situation an diese absolut niveaulose Trash-Perle der 90er Jahre erinnert fühlen. Damals hatte das durchaus Spaß gemacht. Doch die 90er sind zum Glück vorbei. „Resturlaub“ wirkt in jeder Sekunde absolut berechenbar, jeden Gag hat man in irgendeiner Form bereits einmal gesehen. Inhaltliche Mängel werden mit Fäkal-Humor zu kaschieren versucht. Der Film eignet sich allerhöchstens für eine Gruppe alter Freunde, die sich lange nicht gesehen haben. Für einen feucht-fröhlichen DVD-Abend unter Männern mag der Film etwas taugen. Dann – aber auch nur dann – weiß „Resturlaub“ eventuell zu unterhalten. Das Wort Niveaulimbo – Jugendwort des Jahres 2010 – wurde wahrscheinlich genau für Machtwerke wie „Resturlaub“ erfunden.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Resturlaub

© Sony Pictures Releasing

Kommentare


Stefan
22.08.2011, 13:55:51
Ich muss mich meinem Vorredner leider in allen (negativen) Punkten anschließen.

Bin dem deutschen Film (nebst aller "Sonderwerke" wie "BangBoomBang" oder "Vollidiot") sehr zugetan und hatte mich auch auf dieses vermeintliche Meisterwerk gefreut, nachdem es von mehreren Seiten (Radio, Presse) als Nonplusultra in den höchsten Tönen gelobt wurde.

Was mich dann aber im Kino erwartete, war pure Zeitverschwendung. Sowas kannte ich bisher nur von amerikanischen Deppenproduktionen, bei denen ich im Vorfeld glücklicherweise schon erahnen konnte, was mich erwarten würde.

Bei "Resturlaub" wurde ich allerdings eiskalt von billig-plattem Humor, schlechter Schauspielerei und einer Aneinanderreihung unpassender Szenen erwischt, die dem ganzen Film eine chaotische und nichtssagende Note verleihen. Alles so unecht, unwitzig und vorhersehbar, wie es schlechter nicht sein könnte.

Da kommt man anschließend aus dem Kino und fragt sich: "Was sollte der ganze Scheiß jetzt eigentlich?"

Man sollte sich das Kinogeld in diesem Fall echt sparen und es notfalls für "sinnvollere" Sachen ausgeben. Sad but true.

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Steckbrief
Regie
Gregor Schnitzler

Darsteller
Anja Schoenleben, Antoine Monot Jr., Dave Davis, Manuela Wisbeck, Martina Hill, Maximilian Brückner, Melanie Winiger, Mira Bartuschek, Rosetta Pedone, Stephan Luca

Genre
Deutscher Film, Komödie
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Deutschland




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