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Remember Me - Lebe den Augenblick| Kritik 4/10

Kinostart
25.03.2010



Handlung

Tyler Hawkins (Robert Pattinson) ist ein sensibler, aber auch zorniger junger Mann, der den Tod seines Bruders vor einigen Jahren noch nicht verarbeitet hat. Sein Vater Charles (Pierce Brosnan), ein durchaus erfolgreicher Geschäftsmann, kommt zwar seinen finanziellen Verpflichtungen nach, ist aber emotional distanziert und praktisch nicht präsent im Leben von Tyler und seiner kleinen Schwester Caroline (Ruby Jerins). Als Tyler in eine Schlägerei gerät, überredet ihn sein Kumpel Aidan (Tate Ellington) mit der Tochter des Polizisten (Chris Cooper) anzubandeln, der ihn verhaftet hat. Ally (Emilie de Ravin) studiert genau wie Tyler an der NYU. Langsam kommen sich die beiden näher – und was zumindest auf Tylers Seite als Albernheit begann, entwickelt sich zu einer tiefen Liebesbeziehung, die auf eine harte Probe gestellt wird.


Filmkritik | Remember Me - Lebe den Augenblick

Vorweg: Hauptdarsteller Robert Pattinson und Regisseur Allen Coulter können absolut nichts dafür, dass dieser Film sich zu einem Ärgernis verdichtet, in den USA bei der Kritik durchfiel und ein Flop an der Kinokasse wurde. Dieses Verdienst kann sich ausschließlich der junge Drehbuchautor Will Fetters an den Hut stecken, der einen eh schon schmalztriefenden Plot mit einem nahezu unverschämten, zudem sinnlosen Twist am Ende des Films in den Abgrund führt. Mehr sei hier nicht verraten.

Dass Pattinson genug hat vom "Twilight"-Image, ist verständlich. Ähnlich wie einst Leonardo DiCaprio mit "Titanic" scheint es dem britischen Jungmimen mit den Vampir-Filmen zu gehen: Er will die Geister, die er rief loswerden und ein "richtiger" Schauspieler werden. Und er ist ja auch auf dem besten Weg dazu, wie "Remember Me" belegt: Nur, die Projekte sollte er sich besser aussuchen (vielleicht war er auch einfach nur falsch beraten). Mit-Produziert hat er die Schmonzette um Romeo und Julia in New York City jedenfalls. Wie er Regisseur Allen Coulter für dieses Projekt gewinnen konnte, bleibt rätselhaft: hatte der doch mit "Hollywoodland" 2006 ein beachtliches, von der Kritik gut beurteiltes Debut hingelegt und ist ansonsten bekannt als Regisseur von US-TV-Serien der Oberliga wie "Sex and the City", "Die Sopranos" und "Six Feet Under". Nahezu verzweifelt versucht er gegen das kitschlastige Tränendrüsen-Drehbuch anzuinszenieren, und sei es auch nur mit Reduzierung der Farben, die solcherlei Filmen sonst zu eigen sind, und dezentem Einsatz der Musik. Und durch eine entspannte, disziplinierte Schauspielerführung. Keiner der Darsteller läuft aus dem Ruder, alle geben solide und anschauenswerte Leistungen ab, wenn auch die junge Australierin Emilie De Ravin ("Public Enemies" sowie bekannt aus der Mystery-Serie "Lost") zwar optisch der Rolle der sympathischen  und natürlichen Ally entspricht, im Spiel jedoch leicht überfordert ist.

Überfordert ist Robert Pattinson als Tyler nur streckenweise. In den Liebesszenen mit de Ravin wirkt er verkrampft, Leidenschaft sieht anders aus - vielleicht stimmte auch nur einfach die Chemie nicht. Vor allem im Zusammenspiel mit der wunderbaren Kinderschauspielerin Ruby Jerins ("Shutter Island"), die ohne einen Anflug von Mätzchen der schwierigen Rolle von Tylers psychisch angeknackster kleiner Schwester Caroline Profil zu geben versteht ("Der Fänger im Roggen" lässt grüßen), zeigt Pattinson sehr sensibel, was in ihm steckt, zumindest mehr als ein blasser, liebeskranker Vampir ohne Biss. Auch als James Dean-ähnlicher "Rebel without a cause"  im stocksteifen gesellschaftlichen Biotop der Uni kann er glänzen. Von einem James Dean ist er darstellerisch allerdings noch um Lichtjahre entfernt. Gegen die beiden in ihrer Rollengestaltung zur Höchstform auflaufenden alten Schlachtrösser Pierce Brosnan ("Mamma Mia!", "Der Ghostwriter") als sein arrogant-eiskalter Vater Charles und Oscar-Preisträger Chris Cooper ("Adaption", "Die Bourne Identität") als Allys prollig-cholerischer Dad Neil kommt er allerdings schauspielerisch nicht an. Vielleicht auch ein bisschen unfair von den beiden, den jungen Kollegen so an die Wand zu spielen. Fazit: Ein überflüssiger Film mit einem den Zuschauer verärgernden Twist am Ende. Aber Robert Pattinson ist auf dem richtigen Weg. Hoffentlich mit besseren Drehbüchern.


Filmkritik von mkrispien

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Remember Me - Lebe den Augenblick

© Concorde Filmverleih GmbH

Kommentare


Der ami
24.08.2012, 01:51:29
Super kritik!
Bin ganz der Meinung. Der Film ist langweilig.
Wenn ich gewusst hätte, dass 9/11 draufgeklatscht wird, hätte,ich ihn mir gar nicht angeschaut.
Fazit: doch ein überflüssiger Film.
speedy_gonzales
17.04.2011, 23:51:45
Tut mir wirklich leid für die Person die diese Kritik verfasst hat, ein absolut gelungener Film der viel aussagt, einen zum Nachdenken anregt und absolut undurchschaubar ist, von Anfang bis Ende - natürlich nur wenn man nicht vorher schon den ganzen Plot gelesen hat.
Rob
04.12.2010, 23:52:44
Sehr geehrter Herr mkrispien

Ich bin gänzlich gegenteiliger Meinung. Direkt am Anfang ihrer Filmkritik beziehen Sie sich auf den schlechten Erfolg in den USA. Filmkritik sollte aus meiner Sicht aber einen Eindruck vermitteln, wie der Film von einer Person empfunden, erlebt wurde, die sich eingehend mit Philosophie und Meinungsbildung auseinander gesetzt hat. Dem ist leider nicht so. Eine Kritik beschreibt, wie etwas persönlich empfunden wurde und vor allem weshalb es so persönlich empfunden wurde. Mit der Aussage, dass der Film in den "USA ein Flop" war, versuchen Sie ihre Meinung zu rechtfertigen, so scheint es. Dies deutet für mich auf einen sehr schwachen Charakter ohne eigene Meinung Ihrerseits hin. Der weitere Verlauf der Kritik ist dem entsprechend. Meiner Meinung nach können Sie sich in Zukunft ihre Kritik sparen, weil gewisse und wichtige Persönlichkeitsmerkmale fehlen.

Freundlichste Grüsse
Rob
Rainer Lenz
22.11.2010, 17:10:42
Seit langem wieder ein Film der mir im Gedächtnis bleibt, worüber ich nachdenke und der mir nachhaltig gefällt.
Ich bin froh, dass ich nichts auf Kritiken gebe und mich nur davon leiten lasse was mich interessiert und mir auch dementsprechend solche Filme anschaue. Ich habe keinen der Twilightfilme gesehen und kenne daher den Hauptdarsteller nur von Bildern. Allerdings muss ich sagen haben mich gerade die kleinen Gesten und feinen Minenspiele der Schauspieler fasziniert. Persönlich finde ich die Liebesszenen gar nicht verkrampft und schön in Szene gesetzt. Ich habe mich über das Erscheinen von Emilie de Ravin (nach LOST) sehr gefreut. Eventuell kennt aber der Kritiker auch eine solche Begegnung nicht in der man sich behutsam nähert und alles etwas holprig unbeholfen ist, aber das ist ja gerade das Spannende. Ich bin selber Vater und auch Sohn und kann vielleicht daher einen solchen Plot besser nachvollziehen. Wie auch immer. Drehbuch, Schauspiel und - vor allem - die Schlußidee mit Bildern die man nicht zeigen muss da sie ohnehin in jedermanns Köpfen sind haben mich überhaupt nicht verärgert sondern begeistert. Ich wünschte manche Filme hätten nur halb so viel Inhalt und Tiefgang bei solcher handwerklicher Qualität. Zudem ist über das Zitat von Ghandi nachzudenken " „Was auch immer du im Leben tust, wird unbedeutend bleiben, aber es ist wichtig, dass du es tust, da es niemand sonst tuen wird.“
Vielleicht ist das im Nachhinein für den Kritiker noch mal ein Anreiz über den Film nachzudenken und was Drehbuch, Regie, Kamera und Musik versucht hat festzuhalten.
In diesem Sinne kann ich die Kritik für mich deuten als dass sie unbedeutend ist, aber es wichtig war dass "mkrispien" sie geschrieben hat, denn sonst hätte niemand sonst es getan.
Rainer Lenz
Möhre
20.10.2010, 16:52:54
Im ernst! Das Ende ist "ein den Zuschauer verärgernder Zwist"?! :D

Sowas nennt mein ein überraschendes Ende, mal OHNE Happy End. Ich würd mal sagen der Autor der Kritik war wohl eher nen fanatischer Twilightanhänger, der unvorhersehbare Filme ohne Happy End nicht versteht. ich fand den film überraschend gut, obwohl ich die twilightfilme nicht wirklich mag und bis dato auch nicht robert pattinson! die story und die schauspieler sind erfrischend und spielen 100% überzeugend genau wie der plot!

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Steckbrief
Regie
Allen Coulter

Darsteller
Chris Cooper, Emilie De Ravin, Lena Olin, Martha Plimpton, Peyton List, Pierce Brosnan, Robert Pattinson, Ruby Jerins, Tate Ellington

Genre
Drama, Romantik
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Herstellungsland
USA




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