Handlung
Tyler Hawkins (Robert Pattinson) ist ein sensibler, aber auch zorniger junger Mann, der den Tod seines Bruders vor einigen Jahren noch nicht verarbeitet hat. Sein Vater Charles (Pierce Brosnan), ein durchaus erfolgreicher Geschäftsmann, kommt zwar seinen finanziellen Verpflichtungen nach, ist aber emotional distanziert und praktisch nicht präsent im Leben von Tyler und seiner kleinen Schwester Caroline (Ruby Jerins). Als Tyler in eine Schlägerei gerät, überredet ihn sein Kumpel Aidan (Tate Ellington) mit der Tochter des Polizisten (Chris Cooper) anzubandeln, der ihn verhaftet hat. Ally (Emilie de Ravin) studiert genau wie Tyler an der NYU. Langsam kommen sich die beiden näher – und was zumindest auf Tylers Seite als Albernheit begann, entwickelt sich zu einer tiefen Liebesbeziehung, die auf eine harte Probe gestellt wird.
Filmkritik | Remember Me - Lebe den Augenblick

Vorweg: Hauptdarsteller Robert Pattinson und Regisseur Allen Coulter können absolut nichts dafür, dass dieser Film sich zu einem Ärgernis verdichtet, in den USA bei der Kritik durchfiel und ein Flop an der Kinokasse wurde. Dieses Verdienst kann sich ausschließlich der junge Drehbuchautor Will Fetters an den Hut stecken, der einen eh schon schmalztriefenden Plot mit einem nahezu unverschämten, zudem sinnlosen Twist am Ende des Films in den Abgrund führt. Mehr sei hier nicht verraten.
Dass Pattinson genug hat vom "Twilight"-Image, ist verständlich. Ähnlich wie einst Leonardo DiCaprio mit "Titanic" scheint es dem britischen Jungmimen mit den Vampir-Filmen zu gehen: Er will die Geister, die er rief loswerden und ein "richtiger" Schauspieler werden. Und er ist ja auch auf dem besten Weg dazu, wie "Remember Me" belegt: Nur, die Projekte sollte er sich besser aussuchen (vielleicht war er auch einfach nur falsch beraten). Mit-Produziert hat er die Schmonzette um Romeo und Julia in New York City jedenfalls. Wie er Regisseur Allen Coulter für dieses Projekt gewinnen konnte, bleibt rätselhaft: hatte der doch mit "Hollywoodland" 2006 ein beachtliches, von der Kritik gut beurteiltes Debut hingelegt und ist ansonsten bekannt als Regisseur von US-TV-Serien der Oberliga wie "Sex and the City", "Die Sopranos" und "Six Feet Under". Nahezu verzweifelt versucht er gegen das kitschlastige Tränendrüsen-Drehbuch anzuinszenieren, und sei es auch nur mit Reduzierung der Farben, die solcherlei Filmen sonst zu eigen sind, und dezentem Einsatz der Musik. Und durch eine entspannte, disziplinierte Schauspielerführung. Keiner der Darsteller läuft aus dem Ruder, alle geben solide und anschauenswerte Leistungen ab, wenn auch die junge Australierin Emilie De Ravin ("Public Enemies" sowie bekannt aus der Mystery-Serie "Lost") zwar optisch der Rolle der sympathischen und natürlichen Ally entspricht, im Spiel jedoch leicht überfordert ist.
Überfordert ist Robert Pattinson als Tyler nur streckenweise. In den Liebesszenen mit de Ravin wirkt er verkrampft, Leidenschaft sieht anders aus - vielleicht stimmte auch nur einfach die Chemie nicht. Vor allem im Zusammenspiel mit der wunderbaren Kinderschauspielerin Ruby Jerins ("Shutter Island"), die ohne einen Anflug von Mätzchen der schwierigen Rolle von Tylers psychisch angeknackster kleiner Schwester Caroline Profil zu geben versteht ("Der Fänger im Roggen" lässt grüßen), zeigt Pattinson sehr sensibel, was in ihm steckt, zumindest mehr als ein blasser, liebeskranker Vampir ohne Biss. Auch als James Dean-ähnlicher "Rebel without a cause" im stocksteifen gesellschaftlichen Biotop der Uni kann er glänzen. Von einem James Dean ist er darstellerisch allerdings noch um Lichtjahre entfernt. Gegen die beiden in ihrer Rollengestaltung zur Höchstform auflaufenden alten Schlachtrösser Pierce Brosnan ("Mamma Mia!", "Der Ghostwriter") als sein arrogant-eiskalter Vater Charles und Oscar-Preisträger Chris Cooper ("Adaption", "Die Bourne Identität") als Allys prollig-cholerischer Dad Neil kommt er allerdings schauspielerisch nicht an. Vielleicht auch ein bisschen unfair von den beiden, den jungen Kollegen so an die Wand zu spielen. Fazit: Ein überflüssiger Film mit einem den Zuschauer verärgernden Twist am Ende. Aber Robert Pattinson ist auf dem richtigen Weg. Hoffentlich mit besseren Drehbüchern.
Filmkritik von mkrispien
Bin ganz der Meinung. Der Film ist langweilig.
Wenn ich gewusst hätte, dass 9/11 draufgeklatscht wird, hätte,ich ihn mir gar nicht angeschaut.
Fazit: doch ein überflüssiger Film.