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Rare Exports| Kritik 7/10

Kinostart
23.12.2010



Handlung

Tief im frostigen Eis der finnischen Berge schlummert das uralte Geheimnis über den wahren Weihnachtsmann. Bis jetzt: Denn eine amerikanische Minenunternehmung führt im Berg hinter dem Dorf nicht bloß Probebohrungen durch. Als der kleine Pietari (Onni Tommila) und sein Vater kurz vor Weihnachten eine ganze Herde toter Rentiere vorfinden und den Einheimischen so der gesamte Fleischbestand flöten geht, schwören sie Rache. Eines Nachts tappt ein nackter, bärtiger Wilder in die aufgestellte Falle. Diesen will die Truppe zum großväterlich gutmütigen Santa Claus resozialisieren und - ordentlich verpackt - den Amerikanern für viel Geld verkaufen.


Filmkritik | Rare Exports

„Was war denn das? Finnisches Kino??“ Muss wohl so sein, weil „Rare Exports“ stößt sein Publikum vor den Kopf, stachelt es aber gleichzeitig auch euphorisch auf und steht damit ganz im Zeichen des skandinavischen Querdenkertums. Künstler wie Regisseur Aki Kaurismäki oder die Musikband Leningrad Cowboys stehen als Inbegriff für die finnische Andersartigkeit und „Rare Exports“ schafft es souverän auf ähnlich unorthodoxe Weise sein Publikum zu finden.

Der Film folgt keinen klassischen Filmkonventionen, höchstens um sie mit Genuss gegen die Wand zu hämmern. Die Ausgangsidee, den Weihnachtsmann als ein in Eis eingefrorenen Antichristen darzustellen, ein Monster, das durch die finnischen Urvölker verbannt und auf Eis gelegt wurde, dürfte bei den einschlägigen Filmfankreisen für Entzückung sorgen. Ein Wunder, dass ein deutscher Verleiher den Schneid aufbrachte, den Film in die unsere Kinos zu bringen. Aber gerade solche ungeschliffene Filmdiamanten sind häufig nicht ohne Makel. Im Falle von „Rare Exports“ würde man am liebsten den Filmemachern noch eine halbe Million Euro in die Hand drücken und sagen: "So Jungs, toller Film, aber jetzt will ich noch ein Showdown sehen, der dem Film gerecht wird!" Denn eigentlich zieht sich der Film, der gerade mal zwei Millionen Euro kostete, am Ende relativ billig aus der Affäre. Der eine große Moment, auf den der Zuschauer von Anfang an geeicht wird, bleibt ihm letzten Endes vorenthalten. Aber wir können uns sicher sein, dass das bereits angekündigte US-Remake dieses Manko bereinigen, dafür alle anderen charakteristischen Ecken und Kanten gnadenlos abrunden und Hollywood-konform schleifen wird.

Zweifelsfrei, „Rare Exports“ ist eine sehr ungewöhnliche Filmkost, ganz anders als man es erwartet hätte. Relativ unblutig und unkonventionell. Der Zuschauer sollte keinen Slasher oder Horrorfilm erwarten, wie es einige Ankündigungen suggerierten. Stattdessen trifft „Stirb langsam“ auf „Dänische Delikatessen“, die niederländische Flodder-Familie trifft auf die Gremlins. Eine obskure Mischung, die nicht bei jedem zünden wird, aber auf jeden Fall den Kinoeintritt wert ist!


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Rare Exports

© Splendid Film GmbH

Kommentare


Kitas
20.01.2012, 21:09:17
Kinoeintritt hätte ich noch verkraftet. Habe mir aber die blu Ray gekauft, mich mal wieder vom Klappentext beeindrucken lassen. Von tiefschwarzem Humor ist da die Rede. Bullshit. Der Humor ist Anfangs tatsächlich da, kippt aber dann so derartig weg, dass es einfach nur armselig ist. Nix mehr mit finnischer Skurrilitat. Einfach nur noch lahm und uninspiriert.
Was echt vielversprechend anfängt entbehrt dann plötzlich jeglicher Grundlage, wird grotesk dämlich, dabei aber kein bisschen humorvoll. Lahme Scheise, rausgeworfenes Geld. Aki Kaurismäki hier in der Kritik zu erwähnen ist quasi eine Leugnung des Holocaust. Spart euch die Kohle.

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Steckbrief
Regie
Jalmari Helander

Darsteller
Ilmari Järvenpää, Jonathan Hutchings, Jorma Tommila, Onni Tommila, Peeter Jakobi, Per Christian Ellefsen, Rauno Juvonen, Risto Salmi, Tommi Korpela

Genre
Action, Fantasy, Komödie

Tags
Weihnachten
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Finnland, Norwegen, Frankreich, Schweden

Alternativ- bzw. Originaltitel
A Christmas Tale




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