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Radio Rock Revolution| Kritik 4/10

Kinostart
16.04.2009



Handlung

Wir befinden uns im England der späten 60er Jahre und Radio Rock ist ein fiktionaler Piratensender, der sein Programm 24 Stunden am Tag von einem Boot aus sendet, das sich in internationalen Gewässern befindet. Die Besatzung des Schiffes ist eine bunt zusammen gewürfelte Truppe von DJs, die ihre Musik mit einem Publikum teilen möchten, das sich sonst mit einer mickrigen, zweistündigen Musiksendung auf BBC begnügen müsste. Die britische Regierung ist über die Ausstrahlung des Radioprogramms nicht besonders erfreut, also setzt man einen Spezialisten ein, um dem Sender den Saft abzudrehen. Dafür muss man allerdings zuerst einmal ein passendes Gesetz her, das notfalls erfunden werden muss...


Filmkritik | Radio Rock Revolution

"Radio Rock Revolution" ist im Kern eine Hommage an die anti-autoritäre Gesinnung der Piratensender, während einer Zeit des sozialen, politischen und kulturellen Umbruchs. Der Versuch ein Bild dieser Epoche zu zeichnen, wirkt in weiten Teilen allerdings etwas zusammenhangslos. Zwar gibt es ein paar erzählerische Stränge, die den Film durchziehen, der Großteil des Geschehens stellt sich aber als wenig geglückter Episodenfilm dar.

Regisseur und Drehbuchautor Richard Curtis eilt als Verantwortlicher hinter klassisch, romantischen Komödien wie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Notthing Hill" oder "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" bereits ein gewisser Ruf voraus. Jedoch scheint er mit den Filmen, bei denen er neben dem Drehbuch auch noch die Regiearbeit abliefert, nicht besonders viel Glück zu haben. "Tatsächlich... Liebe" z. B. enthielt einfach zu viele Charaktere und belanglose Handlungsebenen um wirklich zu überzeugen - dasselbe Problem macht auch "Radio Rock Revolution" zu schaffen. Bereits die Einführungssequenz, welche offensichtlich dazu dienen soll, die Hauptcharaktere möglichst zeitsparend vorzustellen, ist mit ihrem hastigen Handlungsablauf und den abrupten Schnitten sehr verwirrend. Dazu kommt zu allem Überfluss eine verwackelte Kamera, die vermutlich die Schiffsbewegungen simulieren soll. Auch ein leicht chauvinistischer Unterton ist nicht zu leugnen, wenn den Männern, die ansonsten ganz allein auf hoher See wären, die Frauen lediglich als recht austauschbare Lustobjekte dienen. Die einzige Frau an Bord ist der Bordkoch und einer der Running-Gags des Films ist es, dass die nur geduldet wird, weil sie lesbisch ist. Der sexistische Humor in "Radio Rock Revolution" ist aber insgesamt weniger anstößig, als vielmehr einfach unwitzig.

Im weiteren Verlauf des Films erlebt man dann aber doch einige dieser "Feel Good"-Momente, die für einen Richard Curtis Film typisch sind. Die Szenen, in denen die Interaktion zwischen den Crewmitgliedern dargestellt wird, sind ab dem Zeitpunkt, in denen der Film damit aufhört uns diese als irrsinnig komisch verkaufen zu wollen, eigentlich gar nicht schlecht. Bill Nighy, der schon mal zum Overacting neigt, liefert eine gute Leistung ab, wie auch der Rest der Besetzung mit Philip Seymour Hoffman, Rhys Ifans, Nick Frost und Rhys Darby. Schließlich stimmt auch der Soundtrack, der für einen Film mit dieser Thematik erwartungsgemäß gut ist, versöhnlich.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Radio Rock Revolution

© Universal Pictures International Germany GmbH

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Steckbrief
Regie
Richard Curtis

Darsteller
Bill Nighy, Chris O'Dowd, Emma Thompson, Gemma Arterton, Ike Hamilton, Jack Davenport, January Jones, Kenneth Branagh, Nick Frost, Philip Seymour Hoffman, Ralph Brown, Rhys Darby, Rhys Ifans, Tom Sturridge, Will Adamsdale

Genre
Komödie

Tags
Musik
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Großbritanien

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Boat That Rocked




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