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Rachels Hochzeit| Kritik 8/10

Kinostart
02.04.2009



Handlung

Zwei Tage Ausgang erhält die junge, drogensüchtige Kym Buchman (Anne Hathaway) aus ihrem Therapiezentrum, um an der Hochzeit ihrer Schwester teilzunehmen. Kaum in ihrem alten, familiären Umfeld angekommen, welches sie seit ihrer frühesten Kindheit ohnehin nicht mit zuviel Liebe überhäufte und stets ihre Schwester bevorzugte, wird die Reise zur Hochzeitsgesellschaft mit ihren vielen Gästen für Kym schnell zu einem Albtraum. Das oberflächlich freundliche Spiel durchschaut Kym sofort, ebenso wie die vielen Vorurteile gegen den dunkelhäutigen Bräutigam ihrer Schwester Rachel (Rosemarie DeWitt). Und auch über ihre grausame Kindheit, die sie letztlich erst auf die schiefe Bahn gebracht hat, ist mir ihrer Mutter (Debra Winger) noch nicht das letzte Wort gesprochen. Kym spielt den schönen Schein der Gesellschaft nicht mit und schwört so die Eskalation herauf...


Filmkritik | Rachels Hochzeit

Mit "Rachels Hochzeit" stürzt sich Regisseur Jonathan Demme endlich mal wieder auf den Bereich des fiktiven Films. Der in den letzten Jahren vor allem als Dokumentarfilmer aufgefallene Demme ist schließlich sämtlichen Kinofreunden noch durch sein Meisterwerk "Das Schweigen der Lämmer" bekannt. Und auch dieses Mal bietet er seine gesamten Fähigkeiten der Regisseurkunst auf, um ein weiteres kleines Meisterwerk auf die Leinwand zu bringen, dieses Mal jedoch ohne zu großen Nervenkitzel und wildes Blutvergießen.

"Rachels Hochzeit" lebt von den zwischenmenschlichen Spannungen, die sich im Laufe der fast zwei Stunden dieses Films immer weiter aufbauen. Eine gewisse Vorliebe für menschliche Dramen und lange, intensive Dialoge sollte der Kinobesucher also in jedem Fall mitbringen, um an "Rachels Hochzeit" eine möglichst große Freude entwickeln zu können. Wer also eher auf Actionkino steht, dürfte sich schnell langweilen, wer hingegen bereit ist, sich in eine Frau hineinzudenken, die permanent um ihren Lebenswillen kämpft und dabei der überschwänglichen Gesellschaft den Spiegel der Realität ein ums andere Mal vorhält, dürfte viel Freude an "Rachels Hochzeit" haben.

Unbedingt erwähnt werden sollten auch die beiden führenden, weiblichen Darsteller des Films, die nicht nur den Zuschauer glaubhaft in immer neu aufkommende Familienkonflikte entführen, sondern sich auch auf die leider nun viel zu weit wegliegenden Oscarverleihungen 2010 freuen dürften. Anne Hathaway spielt in der Hauptrolle als Kym teilweise derartig dramatisch und zerreißend, wie man es ihr als zarte Bühnengestalt niemals zutrauen würde. Debra Winger als herzlose Mutter scheint im gleichen Zug mit den Jahren immer besser zu werden und hat mit der Rolle in "Rachels Hochzeit" wirklich einen Höhepunkt ihres schauspielerischen Könnens aufzuweisen. Wer sich also auf zwei Stunden Kratzen an der gesellschaftlichen Oberfläche einlassen kann und möchte, wird bei "Rachels Hochzeit" garantiert mehr belohnt werden als bei zehn Fernsehfilmen zusammen. Denn hier treffen sich schauspielerische Höchstleistungen mit einer Handwerkskunst in der Regie, wie neben Demme sie nur wenige zu Stande bringen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Rachels Hochzeit

© Sony Pictures Releasing GmbH

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Steckbrief
Regie
Jonathan Demme

Darsteller
Anisa George, Anna Deavere Smith, Anne Hathaway, Bill Irwin, Debra Winger, Jerome Le Page, Mather Zickel, Rosemarie DeWitt, Tunde Adebimpe

Genre
Drama, Romantik

Tags
Hochzeit
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Rachel Getting Married




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