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Public Enemies| Kritik 4/10

Kinostart
06.08.2009



Handlung

Es ist ein Stück Gangstergeschichte: John Dillinger (Johnny Depp) hat in den dreißiger Jahren eine beispiellose Serie von Raubzügen hingelegt, die ihm das Etikett des "meistgesuchten Mannes" in den USA bzw. des "Public Enemy" beschert hat. Trotz seiner Verfolgung durch die Bundespolizei FBI ist John Dillinger zu einem Volksheld avanciert. Nicht zuletzt durch die Missstände im Staatlichen Polizeisystem. Dillinger schaffte es mehrfach aus dem Gefängnis auszubrechen und zeigte sich immer als cleverer Charmeur.


Filmkritik | Public Enemies

Die Bewertung von Public Enemies nicht mit einem Vergleich zu beginnen, ist tatsächlich ungeheuer schwierig, da es sich hierbei fast um einen Reflex handelt, der kaum unterdrückt werden kann, denn letztlich gehört die Schaffung von komplex charakterisierten Antipoden, die meist in einem furiosen Showdown ihre finale Bestimmung finden, zu Manns Art, Filme zu gestalten. Wie man dies mit handwerklicher Souveränität und dem Gespür für absolutes Timing umsetzen kann, hat Mann einst höchstselbst in eine filmische Form names "Heat" gegossen. Natürlich haben seinerzeit kongeniale Darsteller diese Rollen mit ungeheurer Wucht versehen, was bei Public Enemies bedauerlicherweise nicht der Fall ist. Von Fehlbesetzungen zu sprechen, verbietet sich aufgrund der durchaus vorhandenen Fertigkeiten des Ensembles, dennoch bleiben die Hauptpersonen in ihrem Konflikt, der im ewigen Kampf der vermeintlich Guten gegen die moralisch unbestreitbar Bösen heraufbeschworen wird, seltsam schemenhaft und konturlos.

Dies liegt nicht zuletzt an der Art und Weise, wie Mann hier seine Geschichte erzählt und entwickelt. Wo sich bei "Heat" das gesamte Werk über Charaktere definieren konnte, die den Film vollkommen ausfüllten, krankt Public Enemies genau daran. Die mittelmäßige und nicht immer logische Geschichte, die dazu leider allzu oft in Fragmente zerfällt, kann nicht ausreichend fesseln und weder Johnny Depp, noch Christian Bale schaffen es, diese Schwächen durch eine charismatischere Auslegung ihrer Rollen zu egalisieren – gerade Depps aufgesetzt böses Mienenspiel wirkt stellenweise schon fast rührend bemüht und nimmt seinen Charakter dadurch jegliche Glaubwürdigkeit.

Die nicht unbedingt neue Idee, die Bilder mittels Handkamera stärker in Bewegung zu versetzen, ist bei Public Enemies durchaus nicht schlecht umgesetzt, fördert aber die Dramatik im Endeffekt nicht, sondern sorgt eher dafür, dass der Film kaum ruhige Momente findet. Ständig blickt der Zuschauer durch das Auge eines offensichtlich gehetzten Beobachters, der in Reportermanier versucht, den Ereignissen zu folgen. Dies mag in den actiongeladeneren Passagen durchaus funktionieren, erzeugt einige furiose Momente, ist aber auf Dauer auch unbestreitbar anstrengend.

Ankreiden muss man Public Enemies in jedem Fall die Tatsache, dass hier die sterile Coolness-Pflicht für die Hauptakteure oft genug ins Lächerliche abdriftet und die Geschichte damit fast fahrlässig um jede Chance bringt, der wahren Motivation seiner Charaktere auf die Spur zu kommen. Einer der Gründe im Übrigen, warum die Atmosphäre von Public Enemies bis zum bitteren Ende sehr synthetisch bleibt. Keine Frage: Wer auf bleihaltige, schnelle Unterhaltung steht und dabei auf eine facettenreiche Story verzichten kann, wird von Public Enemies nicht unbedingt enttäuscht werden. Mehr ist auf der Habenseite allerdings nicht zu vermerken – wer etwas wie Heat 2 erwartet hat, wird sich weiter in Geduld üben müssen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Public Enemies

© Universal Pictures International Germany GmbH

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