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Priest (3D)| Kritik 4/10

Kinostart
12.05.2011



Handlung

Ein Priester (Paul Bettany), der sich in der letzten großen Schlacht gegen die Vampire als legendärer Gotteskrieger hervorgetan hat, lebt nun inmitten anderer unterdrückter Menschen in der Finsternis ummauerter Städte, die von der Kirche beherrscht werden. Als seine Nichte (Lily Collins) von einer mordenden Bande von Vampiren entführt wird, widersetzt sich der Priester der Kirche, bricht seinen heiligen Eid und macht sich auf zu einer obsessiven Jagd, denn er muss seine Nichte finden, ehe es den Vampiren gelingt, sie zu einer der ihren zu machen. Auf seinem Kreuzzug wird er unterstützt von ihrem Freund (Cam Gigandet), einem schießwütigen jungen Wüsten-Sheriff, und einer ehemaligen Gotteskriegerin (Maggie Q), die über übernatürliche Kampfkünste verfügt.


Filmkritik | Priest (3D)

Eine der schlimmsten Sorte von Regisseuren ist die mit digitalem Hintergrund, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten erfolgreich in der Filmbranche als Visual Effects-Spezialisten tätig sind und die plötzlich vom Regieeifer gepackt werden. Der filmische Horizont von solchen Spätzündern beginnt meist bei „Krieg der Sterne“ und endet irgendwo zwischen „Matrix“ oder „Der Herr der Ringe“. Wir denken noch mit Schrecken an Stefen Fangmeier und sein „Eragon“ Debakel oder die Strause Brüder mit „Alien vs. Predator 2“ und „Skyline“. Aktuellstes Beispiel: „Priest“ von Scott Charles Stewart, seines Zeichens Gründer des ehemals erfolgreichen Effektstudios The Orphanage und seit „Legion“ selbsternannter Regisseur.

Was gibt es also über „Priest“ zu sagen, was nicht bereits über „Legion“ gesagt werden konnte? Die Heerscharen Gottes wurden durch Vampirfratzen ersetzt. Paul Bettany spielt erneut mit einer Mischung aus Christian Bales steinernen Batman-Mine und Nicolas Cages Schmerzfreiheit. Besonders niederschmetternd ist die offensichtliche Einfältigkeit des Films. Ohne jegliche Vorkenntnisse können ganze Dialogzeilen mitgesprochen und mit einem Blick Wendungen vorhergesehen werden - ein klares Indiz, dass für das Projekt nicht allzu viele Drehbuchentwürfe angefertigt wurden. „Priest“ ist kein Kinofilm, sondern das teuerste Amateurvideo aller Zeiten, mit all den „coolen“ Szenen, die Grundschüler schon immer im eigenen Keller nachstellen wollten. Den Film könnte man als „Mad Max“ meets „Matrix“ meets „Blade“ meets „Judge Dredd“ meets irgend ein x-beliebiger Neowestern meets Gülle bezeichnen. Natürlich, „Hirn aus, Film ab“ - diese alte Weisheit wird auch hier wieder ihre Anwendung finden. Aber nein, so einfach sollte man es solchen Regisseuren nicht machen, die offensichtlich aus der Learning by zapping-Filmschule stammen und denken, die abendlichen Fernsehwiederholungen diverser Blockbuster würden ihnen das Wesentliche über das Filmemachen beibringen. Dabei hätte man allen Grund den Film schön zu reden, schließlich brachte der Film gutes Geld nach Deutschland. Als es darum ging, den Film in 3D zu konvertieren, wurden auch Firmen wie Trixster aus München beauftragt - was zumindest eine kleine patriotische Rechtfertigung für den Preisaufschlag bieten würde, denn der eigentliche 3D-Effekt tut dies unter Garantie nicht. 2011 ist ohnehin das Jahr der konvertierten Rohrkrepierer. Einzig das 2D-animierte Intro aus der Feder von Animationskünstler Genndy Tartakovsky verdient eine lobende Erwähnung - bereits bei „Sucker Punch“ sorgte dieser mit seinen Kurzfilmen für einige rare Akzente in einem ansonsten obskuren Filmschauspiel...

Nun also die große Frage, wem eine solche Anhäufung an Hochglanzfetischismus und Filmrecycling gefallen könnte? Vermutlich allen „Underworld“ oder „Blade“ Fans, die nie genug davon bekommen, Untote in Zeitlupe massakriert zu sehen oder schlicht der ganzen "Hirn aus - Film ab" Fraktion, die diesen kostbaren Trick beherrschen. Ein Trick, für den andere - besonders in Gegenwart von Filmen wie „Priest“ - töten würden.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Priest (3D)

© Sony Pictures Releasing GmbH

Kommentare


Ongel
21.08.2011, 19:08:56
Ja, er ist unstimmig!
Ja, es passt nichts wirklich zusammen!
Ja, er ist ein Mischmasch aus 20 Filmen.
Ja, er ist anscheinend für Kleingeister, wie ich einer zu scheinen bin, gemacht zu sein.

Ja, Hirn aus und losmätzeln!!!!!! Warum muss man denn alles hinterfragen, oder den genaueren Sinn finden? Priest ist meiner Meinung nach etwas, das mir 90 min. die Zeit vertreibt und mir tatsächlich Lust auf einen 2ten Teil macht.

Ja, ich bin wohl ein Kleingeist, denn Judge Dredd, Blade, Eragon und all so ein hirnloser Schwachsinn macht mir tierisch Fun!!!!
user
05.06.2011, 21:36:23
macht kein Sinn - gar nix macht Sinn in diesem Drehbuchdesaster.
warum wurden Vampire in Reservate gesteckt und nicht ausgerottet? warum die verzierten Steinsärge - die Vampire hier machen eher "tier" als "intelligent" Eindruck und leben eigentlich in Höllen. man spricht auch von Stöcken - und keinen "Villas"

Vampire sind die "große Gefahr", vor der alle Angst haben und deswegen die Stadt nicht verlassen dürfen, als am Ende eine "große Gefahr durch die Vampire" angekündigt wird - die ja das schlüsselthema der Städte ist - streitet der Regierungsvertreter das vehement ab. ehrlich warum dann die Städte?

der Film ist voll mit Sachen die so einfach nicht glaubwürdig sind. und ich meine nicht die physikgesetze - die gehören einfach zu Genre dazu - aber zumindest das was man in der Szene davor postuliert, sollte in der darauf nicht umgedreht werden.

das Schlimsmte sind aber die vampire - man kauft denen einfach keinen verstand ab, warum sollten die Sklaven halten? Wie kommunizieren die mit "Sklaven"?
Jueggi
24.05.2011, 14:47:18
@lavalampe: Macht trotzdem Sinn, da sich das Vergessen auf die Priester / die Retter bezieht. Die Regierung will ein Angstszenario schaffen mit dem sich regieren lässt - übrigens wie in den USA - ohne das die Leute Hoffnung auf Helden haben sollen.
lavalampe
18.05.2011, 21:02:35
Wohl einer der schlechtesten Filme den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Die Story passt hinten und vorne nicht zusammen. Es gibt nach jeder Szene eine weitere unschlüssigkeit, über die man nciht aufgeklärt wird. So wird zum Beispiel in der ersten Szene erklärt das die Menschen den Krieg gegen die Vampire und die Priester längst vergessen hätte, anschließend will man uns aber weiß machen das die Herrscher der Städte die Mesnchen durch ihre Angst vor Vampiren regieren und jeder dieser Menschen unglaublichen respekt vor Vampiren hätte. Man hat fast das Gefühl der Drehbuchautor schrieb das Buch mit Verbundenen Augen und laß es danach kein einziges mal durch.

Bitte keine Fortsetzung!!!

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