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Planet der Affen: PRevolution| Kritik 8/10

Kinostart
11.08.2011



Handlung

Will Rodman (James Franco) ist ein junger, engagierter Wissenschaftler, der zusammen mit seinem Vater (John Lithgow), ebenfalls ein Forscher, Heilmittel für Menschen erforscht. Ein vielversprechendes Mittel, in das Will viele Hoffnungen setzt, testet er in einem hoch-modernen Labor an Affen. Ein besonderer Affe namens Caesar (Andy Serkis) wächst ihm dabei ans Herz. Das Mittel scheint zu funktionieren. Doch plötzlich ruft es noch ganz andere, unerwartete Reaktionen hervor...
Die Primatenforscherin Caroline (Freida Pinto) unterstützt Will auf der Suche nach den Ursachen – und den Folgen!


Filmkritik | Planet der Affen: PRevolution

Zugegeben, nach dem unrühmlichen Ende der originalen Filmreihe und Tim Burtons Affenfiasko waren Erwartungen kaum vorhanden. Auch die nicht abreissende Remakewelle, die seit Jahren ungebrochen aus Hollywood in die europäischen Kinos schwappt, förderte nicht unbedingt den Sinn nach einer erneuten Besudelung der geweihten Filmerde, die mit dem originalen „Planet der Affen“ mit Charlton Heston geschaffen wurde. Die offensichtliche Abwendung von den klassischen Latexmasken hin zu vollständig am Computer erzeugten Primaten machten die Neuverfilmung ebenfalls nicht attraktiver, zu offensichtlich erschien im Trailer ihre digitale Herkunft. Wie gut, dass irren menschlich ist. Selbst wenn es um Affen geht.

Die Buchvorlage und alle nachfolgenden Filme funktionierten seit jeher als eine gesellschaftskritische Fabel über menschliche Abgründe verhüllt hinter Primatenmasken. Die Affen, als die menschlichere Spezies im Kampf gegen die wahren Monster, mit diesem ausschließlich auf den Primaten liegenden Fokus und seiner angenehm konventionellen Inszenierung überzeugt der Film fast gänzlich. Trotz der hochkarätigen Besetzung mit James Franco, John Lithgow, Brian Cox und Freida Pinto bleiben die Menschen kaum mehr als Statisten. Caesar ist der physische und psychische Kern des Films. Der Zuschauer begleitet seinen Aufstieg vom kleinen Schimpansenjungen zum ersten Vertreter einer neuen Subspezies.

Überraschungen sollte der Zuschauer keine erwarten. Nicht in seiner Abwicklung bekannter und vorhersehbarer Wendungen liegt die Faszination von „Planet der Affen: Prevolution“, sondern in seinem Subtext und unausgesprochenen Minenspiel seines Hauptdarstellers. Nicht James Franco, dessen Leistung nach seiner bemerkenswerten „127 Hours“-Performance wieder in die für ihn typische Slackermimik zurückfiel. Der eigentliche Hauptdarsteller ist Caesar, der im Grunde kaum mehr ist, als eine Patchworkarbeit aus Andy Serkis Performance Capture Darbietung und dem Fleiß dutzender Visual Effects-Künstler. Sein Äußeres lässt einem nie ganz vergessen, dass er aus den Innereien eines Computers entsprungen ist, doch was Caesar und somit den Film rettet, ist seine Seele. Ein Stück Wahrhaftigkeit, die den Zuschauer von seiner Existenz überzeugt. Die Effekte ordnen sich unter, die dichte Erzählung macht sie beinahe vergessen - zumindest auf eine Weise, wie die Vorgängerfilme die Latexmasken vergessen machten. Erste Stimmen werden bereits laut, die Andy Serkis den Oscar zugestehen wollen, was jedoch ebenso voreilig wie falsch wäre. Viel mehr bringt „Planet der Affen: Prevolution“ die längst überfällige Gründung einer neuen Preiskategorie für digitale Charaktere wieder zu Diskussion, die das Zusammenspiel von Schauspielern und Effektleuten gebührend honorieren sollte.

Abgerundet wird der Film mit diversen subtil eingebetteten Zitaten an das Charlton Heston-Original, die besonders die skeptischen Hardliner milde stimmen dürften. Hollywood-Newcomer Rupert Wyatt inszenierte seine Version des „Planet der Affen“ angenehm uneitel und zurückhaltend. Er unterwarf sich als Regisseur dem Film und nicht umgekehrt. Die Nebenstränge wurden subtil genug eingestreut, um nicht zu offensichtlich gewisse Entwicklungen zu verraten. Artiges Sitzenbleiben während des Abspanns sollte auch dem letzten Zuschauer begreiflich machen, wohin zukünftige Affenfilme führen werden. Bei genauerer Betrachtung stellt sich „Planet der Affen: Prevolution“ als inoffizielles Prequel des originalen „Planet der Affen“ aus dem Jahr 1968 heraus, wirkt zugleich wie ein loses Remake von „Eroberung vom Planet er Affen“ und verbindet beides zu einem aufregenden, emotional aufrichtigen Blockbuster -  und mit solchen wurden wir in diesem Jahr wahrlich nicht überschüttet.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Planet der Affen: PRevolution

© 20th Century Fox

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