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Pans Labyrinth| Kritik

Kinostart
15.02.2007



Handlung

1944, fünf Jahre nach Ende des spanischen Bürgerkriegs, haben sich versprengte Einheiten der Republikanischen Armee in den Bergen verschanzt und führen einen Guerillakrieg gegen das Francoregime. Vor diesem Hintergrund spielt Guillermo del Toros Film, der die Geschichte der elfjährigen Ofelia (Ivana Baquero) erzählt, die mit ihrer Mutter Carmen (Ariadna Gil), die in zweiter Ehe einen Hauptmann aus Francos Lager geheiratet hat, zu ihrem Stiefvater (Sergi López) reist, der in einer verlassenen Mühle einen militärischen Außenposten eingerichtet hat, um die Aufständischen niederzuschlagen. Mutter und Tochter finden sich unvermittelt inmitten des Kriegsgeschehens wieder und werden Zeuge des brutalen Regiments, das Hauptmann Vidal dort führt. Während Carmen sich darauf versteift, nur seine guten Seiten zu sehen, flüchtet die fantasievolle Ofelia sich in eine Traumwelt voller märchenhafter Kreaturen, die ihr jedoch keineswegs alle wohlgesonnen sind, wie der Zuschauer bald feststellen muss. Zuneigung und Aufmerksamkeit erfährt Ofelia vor allem von Mercedes (Maribel Verdú), der Haushälterin, die als Einzige Verständnis für das Mädchen und seine Leidenschaft für Märchenbücher zeigt.

Nicht weit von der Mühle befindet sich ein verwilderter Garten mit einem Labyrinth, in dem Ofelia eines Nachts einem Faun begegnet, der ihr eröffnet, sie sei eine Prinzessin und müsse eine Reihe von Prüfungen bestehen, bevor sie als höchsten Lohn Unsterblichkeit erlangen könne. Versagt sie, muss sie wie alle Menschen alt werden und schließlich sterben.


Filmkritik | Pans Labyrinth

Benicio Del Toros Film, der auf dem Filmfestival in Cannes 20-minütigen Applaus erntete, verlangt dem Zuschauer einiges ab. Man lasse sich nicht täuschen durch die Bilder, die suggerieren, man habe es hier mit einem "Narnia"-Ableger zu tun und dass die FSK-16-Freigabe ein Irrtum sein muss. Pans Labyrinth ist alles andere als ein Kinderfilm, die fantastischen Wesen, die ihn bevölkern, entspringen vielmehr der Fantasie eines offensichtlich vom Krieg und einem brutalen Stiefvater traumatisierten Kindes und nehmen entsprechend alptraumhafte Formen an. Es ist einer der bildgewaltigsten Filme, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, auch einer der eindrucksvollsten. Die Geschichte, die er erzählt, ist einfach, dürfte jedoch symbolisch sein für die Gräuel nicht nur des Spanischen Bürgerkriegs und nachfolgenden Guerillakriegs, sondern für jeden Krieg schlechthin.

Die surrealen Bilder von Ofelias Traumwelt wechseln sich ab mit den realen Bildern des Krieges, doch sie sind nicht weniger eindringlich als diese. Während um sie herum Ofelias reale Welt zunehmend in Scherben fällt, wird auch die Traumwelt immer bedrohlicher; Pans Labyrinth ist ein Beispiel dafür, wie moderne Tricktechnik dazu dienen kann, einen Film eindringlicher zu machen. Die hervorragenden Spezialeffekte sind hier nicht Selbstzweck, sondern notwendig, um die Geschichte adäquat zu erzählen. Zusammen mit den Leistungen der Schauspieler entstand ein Film, dessen Bilder noch lange nachwirken, nachdem man das Kino verlassen hat.


Filmkritik von Monika Hübner

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Bilder / Fotos

Pans Labyrinth

© Senator Entertainment AG

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News

26.02.2007
Bei der Oscarverleihung 2007 wurde "Pan's Labyrinth" jeweils in der Kategorie "Bestes Make-up", "Beste Kamera" und "Bestes Szenenbild" mit einem Oscar ausgezeichnet.

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Steckbrief
Regie
Guillermo Del Toro

Darsteller
Álex Angulo, Ariadna Gil, Doug Jones, Federico Luppi, Ivana Baquero, Maribel Verdú, Roger Casamajor, Sergi López

Genre
Drama, Fantasy
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Mexico, Spanien, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Laberinto del Fauno

Budget
19 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
82 Mio. US-Dollar (weltweit)



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