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Our Grand Despair| Kritik 8/10

Kinostart
04.08.2011



Handlung

Das friedliche Zusammenleben zweier Junggesellen Mitte Dreißig gerät völlig aus den Fugen als sie sich beide Hals über Kopf in die neue junge Mitbewohnerin verlieben.

Die beiden Enddreißiger Ender und Cetin kennen sich bereits seit der Schule. Sie wohnen gemeinsam in einer Männer-WG in Ankara. Als Nihal, die jüngere Schwester eines Freundes, von einem Tag auf den anderen bei ihnen Unterschlupf sucht, gerät die gut eingespielte Wohngemeinschaft aus der Bahn. Nach ersten Startschwierigkeiten schweißt sie das Alltagsleben aber zusammen und es entwickelt sich eine freundschaftliche Vertrautheit zwischen den Dreien. Doch dann geschieht, was geschehen muss: Ender und Cetin verlieben sich in Nihal, ohne von der Liebe des Anderen zu wissen.


Filmkritik | Our Grand Despair

An der Berlinale 2011 war der türkische Wettbewerbsbeitrag „Our Grand Despair“ von Anfang an schwer zu kategorisieren. Handelt es sich hierbei um ein Drama? Komödie? Romanze? Würde der Film nicht in Ankara, sondern in New York spielen und die Schauspieler anstatt türkisch englisch sprechen, ginge der Film selbst als US-Indiestreifen mit leichtem Mumblecore-Einschlag durch.

Man denkt, man würde den Film durchschauen, mit seinen kauzigen Charakteren und seiner liebevollen Sichtweise auf die Dinge. Doch solche Erwartungshaltungen lässt er schnell hinter sich und beweist, dass er sich trotz seines harmlosen Anscheins in keine vorgefertigte Form stecken lässt. Besonders die Männerfreundschaft zwischen Ender und Cetin durchbricht alle Beziehungsschranken. Sie sind sich gegenseitig die besten Freunde, ein schüchternes Liebespaar, Ersatzväter wider Willen und gleichzeitig die größten Konkurrenten. Dank diesen beiden Protagonisten und der sich pausenlos verändernden Chemie in ihrer Dreiecksbeziehung mit ihrer Ziehtochter/Angebeteten Nihal, hat der Zuschauer das Gefühl, nicht bloß einer weiteren Variation der klassischen Dreiecksgeschichte beizuwohnen. Der Film versucht eine Balance zu finden, zwischen der Leichtigkeit der beiden romantischen Chaoten und der Tragödie, die Nihal verfolgt - und das gelingt ihm auf bravuröse Weise.

Zwar treibt der Film gegen Ende in arg konventionelle Gefilde ab, aber verliert nichts von seinem sympathischen Lebensgefühl. „Our Grand Despair“ ist die kleine und unspektakuläre Antwort auf so viele Fragen, die einem das Leben täglich stellt und die sich nur mit einer leicht verschobenen Sichtweise wie der von Ender und Cetin beantworten lassen - und um diese zu verstehen, muss man kein türkisch sprechen.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Our Grand Despair

© farbfilm verleih

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Steckbrief
Regie
Seyfi Teoman

Darsteller
Baki Davrak, Fatih Al, Günes Sayin, Ilker Aksum, Taner Birsel

Genre
Drama
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Türkei, Deutschland, Niederlande

Alternativ- bzw. Originaltitel
Bizim Büyük Çaresizligimiz




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