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Offroad| Kritik 7/10

Kinostart
12.01.2012



Handlung

Einmal etwas tun, was niemand so erwarten würde! Für Meike Pelzer (Nora Tschirner) scheint dieses Thema mit dem Ersteigern eines vom Zoll an der deutsch-holländischen Grenze beschlagnahmten peinlichen Proll-Jeeps eigentlich erledigt. Ihr Lebensentwurf ist bisher eher dem Straßenbau entliehen: Gerade und überschaubar, ohne unvorhersehbare Kurven. Das BWL Studium ist abgeschlossen, Heirat und Übernahme des väterlichen Betriebs liegen unmittelbar vor ihr. Doch dann lässt sich Phillip (Max von Pufendorf), ihr Verlobter, dummerweise von Meike in flagranti mit ihrer besten Freundin Denise (Nora Binder) erwischen und Meikes Lebensplan zerplatzt wie eine Seifenblase. Als sie in der Seitenverkleidung ihres neuen Jeeps 50 Kilo Kokain findet, lässt sie ihr altes Leben spontan und ohne zu zögern hinter sich und begibt sich auf einen Trip ins Ungewisse: Ihrer Vorstellung nach finanziert – und betriebswirtschaftlich kalkuliert -  durch die ersten Drogengeschäfte ihres Lebens! Davon sind einige Leute natürlich weniger begeistert, allen voran die eigentlichen Besitzer der Ware. Auf ihrer wilden Reise durch ein völlig neues und ihr bis dahin unbekanntes Leben, trifft sie nicht nur auf Salim (Elyas M`Barek), der ihr aus einigem Schlamassel hilft, es passieren ihr auf einmal auch mehr verrückte Dinge, als ihr eigentlich lieb sind. Aber sie trifft auch dort, wo sie es nie für möglich gehalten hätte, auf die Liebe und plötzlich ist alles anders.


Filmkritik | Offroad

Rein von seiner Handlung her wäre "Offroad" sicherlich nichts, was man unbedingt im Kino sehen müsste. Denn die Story klingt nicht nur recht vorhersehbar, sondern ist es im Endeffekt auch. Dass der Regisseur Elmar Fischer mit seinem Debüt fürs Kino aber dennoch nicht baden geht, verdankt er in erster Linie seinen beiden Hauptdarstellern. Die aus "Zweiohrküken" bekannte Nora Tschirner geht in ihrer Rolle der leicht chaotischen Meike, die aus ihrem grauen Alltag ausbrechen möchte, wunderbar auf und wirkt zu jeder Zeit absolut glaubwürdig. Kein Wunder, scheint der ebenfalls am Drehbuch beteiligte Fischer ihr die Rolle zusammen mit seiner Autorenkollegin Susanne Hertel die Hauptrolle seiner Darstellerin wie auf den Leib geschrieben zu haben. Ihre Verwandlung von der grauen Maus zur lebhaften und das Abenteuer liebenden Frau ist zwar weder innovativ noch sonderlich überraschend, wird von Nora Tschirner aber einfach sehr liebenswert gespielt. Dabei sind es auch die Kleinigkeiten wie ihre sture Art oder ihre vorlaute Klappe, die sie einfach authentisch und sympathisch wirken lasen.

An ihrer Seite spielt mit Elyas M`Barek der aus "Türkisch für Anfänger" bekannte Gegenpart zu ihr, der im Laufe der gut 90 Minuten Laufzeit ebenfalls die positiven Eigenschaften an der eigenwilligen Meike erkennt und daran Gefallen findet. Auch diese Romanze kommt natürlich alles andere als überraschend, wurde aber dank einiger kleiner Reibereien zwischen den beiden Protagonisten dennoch glaubhaft umgesetzt. M'Barek spielt dabei mit seinem südländischen Charme und kann damit sicherlich auch bei den Zuschauern das ein oder andere Herz für sich gewinnen. Jedenfalls hat sich Fischer mit ihm für einen weiteren Sympathieträger entschieden und damit bewiesen, dass er offenbar das richtige Händchen für die passenden Schauspieler besitzt. Dies gilt auch für die drei eigentlichen Besitzer des Kokains, die Meike verfolgen und von Tonio Arango, Thomas Fränzel sowie Stefan Rudolf gespielt werden. Hier ist es wieder einmal auch dem Drehbuch zu verdanken, dass das kriminelle Trio etliche Lacher auf seiner Seite hat. Sie treten in jedes erdenkliche Fettnäpfchen auf ihrer Verfolgungsjagd, wirken dabei aber niemals zu überdreht. Das macht im Endeffekt vor allem dem Zuschauer Spaß, der darüber hinaus auch noch den ein oder anderen lässigen und lustigen Spruch von Nora Tschirner oder Elyas M'Barek genießen darf.

Mit Berlin als Drehort für den Großteil des Films bewies Fischer ebenfalls ein glückliches Händchen. Er setzt damit den perfekten Kontrast zu Meike spießbürgerlichem Leben in der Kleinstadt, dem sie eigentlich entfliehen will. Das pulsierende Leben der Hauptstadt ist dafür optimal geeignet. Hätte man insgesamt noch etwas an der Geschichte gefeilt, hätte uns mit "Offroad" ein kleiner Hit erwarten können. So bekommt man zwar im Prinzip nichts Neues geboten. Was man sieht, gefällt allerdings recht gut.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
Elmar Fischer

Darsteller
Axel Milberg, Daniel Krauss, Dominic Raacke, Elyas M'Barek, Leslie Malton, Max von Pufendorf, Nele Kiper, Nora Binder, Nora Tschirner, Stefan Rudolf, Thomas Fränzel, Tonio Arango

Genre
Action, Deutscher Film, Komödie
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Deutschland




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