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Obsessed| Kritik 4/10

Kinostart
11.06.2009



Handlung

Derek Charles (Idris Elba) arbeitet als Vermögensverwalter und ist gut in seinem Job. Es könnte nicht besser laufen. Auch mit seinem Privatleben ist er zufrieden. Seine Ehe mit der bildhübschen Sharon (Beyoncé Knowles) funktioniert.

Also kommt es wie es kommen muss. Sein Leben wird durch eine andere Frau durcheinander gewürfelt. Im negativen Sinne, denn seine Mitarbeiterin Lisa (Ali Larter) beginnt Derek zu verfolgen. Als sie vorgibt eine Affäre mit ihm zu haben, beginnt sein bisheriges, schwer erarbeitetes Glück dahinzuschmelzen.


Filmkritik | Obsessed

Dass die Filmindustrie dem Thema Stalking in den letzten 20 Jahren zu wenig Produktionszeit gewidmet hätte, dürfte kein regelmäßiger Kinogänger ernsthaft behaupten. Im direkten Kielwasser der furiosen Mutter aller modernen Stalking-Thriller „Eine verhängnisvolle Affäre“ tummelte sich so mancher Streifen, der weitestgehend vergeblich versuchte, dem an Highlights eher dünnen Genre neue Impulse zu verleihen. Um es vorwegzunehmen: Auch Obsessed, der Debütfilm von Steve Shills, reißt die Latte des großen Vorbildes deutlich. Schlimmer noch: Der viel zu gemächliche Trab beim Anlauf sorgt entscheidend dafür, dass Obsessed zu einer filmischen Bauchlandung auf ganzer Linie wird.

Allerdings: Das Argument, ein erfolgreicher TV Regisseur wie Shills solle doch einfach bei seinen Leisten bleiben, kann hier nicht zugelassen werden, denn seine Inszenierung ist durchaus sehenswert und die handwerklichen Qualitäten sind absolut vorhanden. Zu den Vorzügen von Obsessed zählen außerdem eine bestechend gute Kameraarbeit, die atmosphärische Bilder en gros produziert und ein durchaus fähiges Ensemble – Beyoncé Knowles zeigt auch hier wieder, dass man ihr zurecht schauspielerisches Talent unterstellt – sorgen prinzipiell für eine solide Basis. Woran liegt es dann, dass Obsessed so lange braucht, um einigermaßen auf Temperatur zu kommen? Zum einen wäre da wohl ein Drehbuch, dem es spürbar an zündenden Ideen und einer guten Geschichte mangelt, die den Film hätte zusammenhalten können. Zugegeben: Das Finale kann sich sehen lassen und reicht an Tempo das nach, was die erste Hälfte von Obsessed so dringend benötigt hätte.

Doch das andere Manko ist die deutlich zu banal gestrickte Rolle der bösen Stalkerin. Ali Larter mag hier ihr bestes versuchen, sie kämpft aber letztlich vergebens gegen den mangelnden Facettenreichtum ihrer Filmfigur. Im direkten Vergleich mit einer brillanten Glenn Close, der man einst bei der effektvoll angelegten Entwicklung zur blutrünstigen Wahnsinnigen verängstigt über die Schulter schauen konnte, wirkt hier vieles doch arg nebulös und aufgesetzt – Zwischentöne bleiben aus, Entwicklungen werden nicht einmal angedeutet, am Ende ist irre eben einfach irre. Das mag zweifellos ausreichen, um den Ring für den finalen, durchaus sehenswerten Catfight der weiblichen Hauptakteure zu bereiten, ist für einen spannenden und in seiner Gänze überzeugenden Thriller allerdings viel zu dünn, zumal es Obsessed zu keiner Zeit gelingt, die Komplexität und erzählerische Konsequenz seines großen Vorbildes zu erreichen


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Obsessed

© Sony Pictures Releasing

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Steckbrief
Regie
Steve Shill

Darsteller
Ali Larter, Beyoncé Knowles, Bruce McGill, Christine Lahti, Idris Elba, Ron Roggé, Scout Taylor-compton

Genre
Drama, Thriller
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Herstellungsland
USA

Budget
20 Mio. US-Dollar




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