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Nine| Kritik 2/10

Kinostart
25.02.2010



Handlung

Der weltberühmte, italienischen Filmregisseur Guido Contini (Daniel Day-Lewis) schwinnt gerade auf der Welle des Erfolgs und kostet seinen größten Hit aus, zugleich steht er aber vor einer schweren Midlifecrisis. Der bevorstehende 40. Geburtstag kostet ihn nicht nur seine Nerven und Kreativität, sondern verstrickt ihn auch noch in ein kompliziertes Netz aus Affären, Streitereien und Leidenschaft mit den Frauen in seinem Leben – mit seiner Ehefrau (Marion Cotillard), seiner Geliebten (Penélope Cruz), einer amerikanischen Mode-Journalistin (Kate Hudson), seiner Kostümdesignerin (Judi Dench), einer Muse (Nicole Kidman), der Verführerin aus seiner Jugend (Stacy Ferguson) und mit seiner verstorbenen Mutter, gespielt von Sophia Loren.


Filmkritik | Nine

Eigentlich erübrigte es sich, über diesen Film eine Kritik zu verfassen. Einen grottenschlechten Film kann man verreißen, einen guten über den grünen Klee loben, einen soliden immerhin noch würdigen. Dieser Streifen ist weiter nichts als viel Musik um viel heiße Luft, aufgeblasen von jede Menge weiblicher Stars.

"Nine" ist ein Musicalfilm, und Regisseur Rob Marshall ("Die Geisha") hatte mit einem anderen Streifen dieses Genres, "Chicago" (2002) einen Riesenerfolg gelandet. Mit dem aberwitzigen und krausen Klamauk um die Blockaden in Hirn und Hoden eines italienischen Filmregisseurs wird ihm das eher nicht gelingen – trotz der zum Kopfschütteln reizenden insgesamt vier Oscar-Nominierungen, u.a. für Penélope Cruz ("Volver - Zurückkehren", "Vicky Cristina Barcelona") in der Kategorie Beste Nebendarstellerin. Aber in Hollywood wundert schon lange nichts mehr.

Warum man ein Musical über den Fellini-Kultfilm "81/2" auf die Bühne bringen will, ist schon kurios genug – schließlich sind Musicalfreunde nicht unbedingt identisch mit Arthouse Film-Liebhabern. Am Broadway tat man es dennoch, und zwar durchaus mit Erfolg: "Nine" brachte es in der Bühnenversion von 1982 zu einem "Tony", dem Theater-Pendant zum "Oscar", ein Revival 2003 lief ebenfalls mit Erfolg. Beide Male spielten zwar nicht Italiener wie Marcello Mastroianni in der Filmvorlage, aber mit Raul Julia  ("Die Addams Family") und Antonio Banderas ("Shrek der Dritte", "The Code – Vertraue keinem Dieb") immerhin glutvolle Latin Lovers die männliche Hauptrolle. Und jetzt kommen wir zum eigentlich Lächerlichen des Films: den knochentrockenen und spindeldürren Briten Daniel Day-Lewis ("Gangs of New York", "There Will Be Blood"), einen ansonsten höchst lobenswerten und begabten Mimen, mit diesem Part zu betrauen, ist ein absoluter Witz. Sicher, der gestandene Method Actor kann im Prinzip Alles spielen, weil er sich in jede Rolle perfektionistisch hinein kniet. Aber in dieser Rolle wirkt er nur peinlich, besonders im Bett mit der herrlich vulgären Penelope Cruz, seiner Film-Geliebten. Eine ebensolche Fehlbesetzung ist die immer ein wenig verkrampft spielende Nicole Kidman ("Der Goldene Kompass", "Australia") als anämischer Klon der legendären Trevibrunnen-Baderin Anita Ekberg ("La Dolce Vita").

Ansonsten wird in "Nine" viel getanzt und mehr oder weniger gut gesungen, die Damen versuchen sich gegenseitig die Show zu stehlen, Sophia Loren erscheint als Geist und Fergie von den Black Eyed Peas lässt Busen, Haare und Stimme wogen. Nur Italien-Feeling, das will partout nicht aufkommen. Die rüde Videoschnitt-Technik lässt noch nicht einmal ein Eintauchen in Rhythmus und Bewegung zu – tödlich für jeden Tanz- und Musicalfilm. Man muss kein Kenner und Freund von Fellini-Filmen sein und auch kein Musical-Hasser, um diesen Film nicht zu mögen. Dann doch lieber "My fair Lady" im Stadttheater.


Filmkritik von mkrispien

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Nine

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