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My Name Is Khan| Kritik 4/10

Kinostart
10.06.2010



Handlung

Rizvan Khan (Shahrukh Khan) ist ein indischer Moslem, ein scheuer, kluger Mann mit Asperger-Syndrom, der sich bedingungslos in die schöne Mandira (Kajol) verliebt, eine alleinerziehende Mutter hinduistischer Herkunft, die in den Staaten versucht, ihren Traum vom Erfolg zu verwirklichen. Als ihr Familienglück ohne Vorwarnung auseinander gerissen wird, begibt sich Khan auf eine mutige Reise quer durch das zeitgenössische Amerika und lernt dabei das Land in all seinen vielschichtigen Facetten kennen. Der friedfertige, einfühlsame Kahn berührt die Menschen, denen er begegnet und im Namen der Frau, die er liebt, stellt er sich der Welt mit folgenden schlichten Worten vor "Mein Name ist Khan, und ich bin kein Terrorist".


Filmkritik | My Name Is Khan

Bollywood schickt sich an, die Filmwelt zu erobern. Die Weichen, die sentimentalen, bonbonbunten, hochdramatischen und nie von Realitätsnähe behelligten Traumkulissen made in India auch dem Rest der Welt schmackhaft zu machen, wurden gestellt. Die Vorspeise wurde angerichtet mit der ein wenig läppischen Cross-Culture-Comedy „Tandoori Love“, in der unter österreichischer Regie Bollywood-Größe und Charaktermime Vijay Raaz glänzen durfte. Der Hauptgang legt uns jetzt einen ganz besonderen Leckerbissen vor: den charismatischen indischen Superstar Shahrukh Khan in dem bikontinentalen Schmachtfetzen „My Name is Khan“. Der Streifen lief in einer Langfassung auf der Berlinale außer Konkurrenz und die Damenwelt, einschließlich sämtlicher anwesender Journalistinnen, verfiel scharenweise dem samtweichen, aber nicht leeren und unmännlichen Blick des schönen Inders. Tagelang titelten und texteten die Gazetten Liebeserklärungen an den bislang in Europa unbekannten Mimen. Seither sind Gesicht und Name von Herrn Khan auch im bislang Bollywood-freien Deutschland durchaus ein Begriff. Das könnte helfen, im Sommerloch mit Fußball-WM die Kinosäle mit weiblichem Publikum zu füllen.

Bollywood-Schinken werden es auch nach diesem Streifen außerhalb des Subkontinents schwer haben. Zu plakativ die Geschichten, zu langatmig die Handlung, zu holzschnittartig die Figurenzeichnung, zuviel der Musik. Die bonbonbunten kitschigen Filmen, die Millionen in die Kinos locken (nirgendwo sonst gehen Menschen jeden Alters öfters in Filmtheater) gelten im gesellschaftlich nur mühsam gedeckelten Indien mit all seinen Problemen und Widersprüchen kritischen Geistern auch als eine Art Opium fürs Volk. Die Schauspieler leben im Luxus und gelten als eine Art Kaste mit eigenen Spielregeln, die jeder Kritik enthoben scheinen. Die Stars unter ihnen sind immens reich. Mehrheitlich sind sie Hindus, Muslime wie Khan schaffen nur selten den Sprung nach ganz oben aufs Bollywood-Treppchen. Die Rolle des friedfertigen Muslims Rizvan, der im gelobten Land Amerika nach dem 11. September fälschlich des Terrorismus verdächtigt wird und in die Mühlen von Polizei, Geheimdienst und nicht zuletzt der Liebe gerät, ist dem Mimen somit auf den Leib geschrieben.

Es hätte eine durchaus spannende Geschichte mit einem Blick auf die Situation von muslimischen Bürgern mit US-Pass werden können – wenn der Regisseur Karan Johar, auch er in Indien zu den Stars der Filmindustrie zählend, nicht den Fehler gemacht hätte, den Streifen a) zu bierernst und b) zu voll gepackt zu inszenieren. Autismus, Rassismus, Religionskonflikte zwischen Hindus und Moslems, Familienzwiste, Generationenkonflikte, 11. September, alleinerziehende Mutter, dazu Gewalt und Tod und zum Schluss auch noch George W. Bush als der Leibhaftige und Barack Obama als eine Art weltlicher Heiland sind dann doch etwas too much over the top für hiesigen Geschmack. Zumal Khans Partnerin Kajol, auch sie in ihrer Heimat ein Star, im Gegensatz zu ihrem männlichen Pendant nicht recht zu überzeugen vermag. Die stets zu stark geschminkte Frau agiert hölzern und wie eine hübsche Larve und Marionette. Für die internationale Karriere wird´s vermutlich nicht reichen. Beim charismatischen Sharukh Khan könnte es klappen – wenn sich Hollywood des durchaus brisanten und spannenden Stoffes annimmt, ihn entschlackt und ein stimmiges Remake daraus fabriziert. Übung haben die Kalifornier ja darin.


Filmkritik von mkrispien

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Bilder / Fotos

My Name Is Khan

© 20th Century Fox

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Steckbrief
Regie
Karan Johar

Darsteller
Carl Marino, Christopher B Duncan, Kajol Devgan, Katie A. Keane, Mel Fair, Shahrukh Khan, Shane Harper, Steffany Huckaby

Genre
Drama, Romantik

Tags
Amerika, Indien
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Herstellungsland
Indien




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