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Mr. Nobody| Kritik 7/10

Kinostart
08.07.2010



Handlung

Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung. Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er bleiben? Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung. Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte.

Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse: Anna (Diane Kruger) ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr. Elise (Sarah Polley) ist die immer irgendwie Unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf. Jean (Linh Dan Pham) ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei.


Filmkritik | Mr. Nobody

"Findet Nemo" für Erwachsene. So könnte man "Mr. Nobody" in wenigen Worten zusammenfassen. Und die Namensähnlichkeit zwischen dem munteren Clownfisch und Nemo Nobody kommt nicht von ungefähr. Ganz so einfach lässt sich der Inhalt des Films dann aber doch nicht beschreiben, denn Drehbuchautor und Regisseur Jaco van Dormael entspinnt ein wirres, faszinierendes Netz aus Fantasy und Drama, in dem ein fabelhafter Jared Leto nach langer Leinwandabstinenz mal wieder glänzen kann.

In "Mr. Nobody" geht es um die Vergangenheit, um Entscheidungen und ihre Tragweite. Aber auch um Liebe. Jaco van Dormael verknüpft all diese Ereignisse auf geschickte Weise, verstrickt sich dabei aber in langatmigen Szene und ungewichtigen Nebenhandlungen. Er wagt ein einmaliges, filmisches Experiment, dem er noch nicht ganz gewachsen scheint. Der Film ist zu gigantisch, um überhaupt erfasst zu werden. Das ist schade, denn hinter "Mr. Nobody" verbirgt sich ein bildgewaltiges, fast schon episches Meisterwerk, mit einmaliger Ausstattung, atemberaubenden Special Effects und einem passenden Soundtrack. Zum Erfolg des Films tragen auch die Protagonisten des Films bei: Jared Leto (bekannt aus "Fight Club" und "Requiem For A Dream") und seine Verflossenen, die von Diane Kruger, Juno Temple und Toby Regbo verkörpert werden.

"Mr. Nobody" erinnert an wenig an "Der seltsame Fall des Benjamin Button", weist aber auch Elemente von "Butterfly Effect" und "Lola rennt" auf. 139 Minuten lang entführt Jaco van Dormael in einen bunten Mix aus Genres, Tönen und Stilen. Er spielt mit einem schier endlosen Facettenreichtum, lässt den Film mal als Melodram, mal als Satire erscheinen. Dadurch verliert "Mr. Nobody" aber die Balance und die einzelnen Puzzleteile ergeben am Ende kein stimmiges Gesamtbild. Es fehlt der rote Faden, den van Dormael in seinen früheren Filmen "Toto der Held" und "Am achten Tag" unter Beweis gestellt hat.

Dennoch ist "Mr. Nobody" ein außergewöhnlicher Film im Jahr 2010, der wichtige Fragen aufwirft und - zumindest teilweise - eine Antwort darauf gibt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Mr. Nobody

© Concorde Filmverleih GmbH

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Steckbrief
Regie
Jaco van Dormael

Darsteller
Ben Mansfield, Clare Stone, Daniel Mays, Diane Kruger, Jared Leto, Juno Temple, Linh Dan Pham, Michael Riley, Rhys Ifans, Sarah Polley, Toby Regbo

Genre
Drama, Fantasy, Romantik, Sci-Fi
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Herstellungsland
Belgien, Deutschland, Frankreich, Kanada




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