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Mord ist mein Geschäft, Liebling| Kritik 2/10

Kinostart
26.02.2009



Handlung

Bei sehr guter Bezahlung, flexiblen Arbeitszeiten und viel sozialen Kontakten ist Toni Ricardelli (Rick Kavanian) mit seinem Job sehr zufrieden, obwohl oder gerade weil er Profikiller aus Leidenschaft ist. Das Einzige was ihm im Leben noch fehlt, ist eine richtige Frau. Bis jetzt hat sich jede Liebschaft schlagartig aus dem Staub gemacht, wenn sein Beruf zur Sprache kam.
Eines Tages begegnet der Profikiller, während des Auftrages den ehemaligen Mafioso und Autor Enrico Puzzo (Franco Nero) zu beseitigen, die schusselige Verlagsangestellte Julia Steffens (Nora Tschirner) und verliebt sich in sie. Toni ergreift die Chance und gibt sich als Puzzo aus, um das Interview mit Julia selbst zu bestreiten. Trotz der Hilfe seines alten Freundes Pepe (Bud Spencer), wird Toni das Verwechslungsspiel zum Verhängnis. Der Mafiaboss Salvatore Marino (Günther Kaufmann) glaubt nämlich, dass Puzzo immer noch am Leben ist und schickt ihm eine ganze Horde an Auftragskiller auf den Hals. So steht ihm auch sein alter Freund Helmut Münchinger (Christian Tramitz) gegenüber und will Toni an Marino ausliefern. Toni muss sich der Wahl stellen, als Puzzo zu sterben oder als enttarnter Auftragskiller die Liebe seines Lebens zu verlieren.


Filmkritik | Mord ist mein Geschäft, Liebling

Die jüngsten Erfolge deutscher Komödien (allen voran "Keinohrhasen") scheinen die Kino-Macher des Landes reif für ambitioniertere Werke gemacht zu haben: Im Fall von "Mord ist mein Geschäft, Liebling" ist diese Suche nach der Herausforderung allenfalls bedingt zu begrüßen. Worin liegen diese Ambitionen und weshalb sind sie nach Ansicht des Rezensenten zum Scheitern verurteilt?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Zeiten der Screwball-Comedy seit mindestens 40 Jahren vorbei sind: Wahrscheinlich liegt es daran, dass das Genre mit der Zeit seine Unschuld verloren hat und so der ihm eigene spielerische Reiz verloren ging, so dass erfolgreiche 60er-Jahre-Komödien wie "Ein Pyjama für zwei" heute in dieser Form nicht mehr realisierbar erscheinen. So erweist sich also schon die Wahl des Genres als kaum zu bewältigende Herausforderung: Regisseur Sebastian Niemann hat sich mit seiner Screwball-Komödie ein Päckchen aufgeladen, dass sein Projekt schon vor Beginn der Produktion zu einem schwierigen Unterfangen machte.

Die absurden Verwicklungen der klassischen Screwball-Komödie (zumeist aberwitzige Verwechslungskomödien) wirken auf dem Papier überladen und vollkommen überkonstruiert, bisweilen gar relativ dämlich. Erst in der Umsetzung der komplizierten, teilweise kaum nachvollziehbaren Plots auf die Leinwand ergibt sich die für das Genre charakteristische heitere Leichtigkeit. Abgesehen davon, dass solche Filme die Erwartungshaltung des heutigen Publikums, das sich auch in absurderen Komödien ein halbwegs realistisches Fundament wünscht, gnadenlos brechen, gelingt es Niemann schlichtweg nicht, einen Komödie zu drehen, die über eine eher zufällig wirkende Sketchzusammenstellung im Freitagabend-Programm hinausreicht. Besonders auffällig und geradezu bitter wird diese Fehlleistung dadurch, dass auch bei den Dialogen der Vergleich zu klassischen Screwball-Filmen verheerend ausfällt: "Mord ist mein Geschäft, Liebling" besticht größtenteils mit mehr oder weniger platten Kalauern, der charmante Witz der großen Genre-Vorbilder blitzt allzu selten auf, verkrampft wirkende Langeweile ist das Resultat, das sich dem Zuschauer über weite Teile der 109 Minuten Film präsentiert.

Auch die Besetzung des Films erweist sich schon in den Hauptrollen als recht problematisch: Während Nora Tschirner wacker und durchaus charmant mit den widrigen Umständen kämpft - teilweise jagt eine bemühte Slapstick-Szene die nächste - , gelingt es "Bully-Sidekick" Rick Kavanian nur ansatzweise die ihm aufgetragene Rolle des verliebten Serienkillers mit Humor zu füllen.
Empfehlenswert nur für Nora-Tschirner-Verrückte und Cineasten, die sich noch einmal daran erinnern wollen, wie gut Screwball-Komödien wie "Arsen und Spitzenhäubchen" wirklich waren.


Filmkritik von Gastautor

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Mord ist mein Geschäft, Liebling

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