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Moon| Kritik 9/10

Kinostart
15.07.2010



Handlung

Der Astronaut Sam Bell (Sam Rockwell) steht kurz vor dem Ende seines Dreijahresvertrages mit Lunar. Er ist auf dem Mond "Selene", wo er allein als Mechaniker den Abbau von Helium-3 überwacht. Dieses kostbare Gas könnte der Energiekrise auf der Erde ein Ende bereiten. Die Einsamkeit hat ihm Zeit gegeben, sich Gedanken über die Fehler seiner Vergangenheit zu machen. Seinen Job führt er nur noch mechanisch aus und verbringt die meiste Zeit mit den Gedanken an die bevorstehende Rückkehr zur Erde, seine Frau und ihre gemeinsame Tochter. Aber zwei Wochen vor seiner Abreise beginnt Sam seltsame Dinge zu sehen und zu hören. Nachdem eine Routinekontrolle katastrophal schief geht, entdeckt er, dass Lunar ganz eigene Vorstellungen von seinem Verbleib hat. Als dann noch ein Doppelgänger auftaucht und Lunar einen bewaffneten Aufklärungstrupp schickt, wird Sam klar, dass seine Rückkehr zur Erde in Frage steht.


Filmkritik | Moon

Viel wurde vorab über "Moon" gemunkelt. Schließlich kostete der Film gerade mal fünf Millionen Dollar, ein Spottpreis für einen Film dieses Genres, und stellte gleichzeitig das Regiedebüt eines gewissen Duncan Jones dar. Ein Mann, der zeitlebens im Schatten seines Vaters stand. Der Musikikone und Schauspielers David Bowie.

Allem Gerede zum Trotz überrascht und überzeugt "Moon" aber auf ganzer Linie. Der Film gibt sich überraschend altmodisch, sowohl was seine Themen als auch seine Inszenierung betrifft. Sein Stil ist irgendwo zwischen den nachdenklichen Gesellschaftskritiken eines Philip K. Dicks und den kalten, klaustrophobischen Bildern eines Stanley Kubricks einzuordnen. Die Isolation, der die Hauptfigur ausgesetzt ist, wird von Beginn an auch für den Zuschauer spürbar. Die Kälte und Monotonie gehen dank der subtilen Umsetzung der Macher in Fleisch und Blut über.

Man sollte aber nicht aufgrund des Genres eine aufregenden Weltraumoper mit zischenden Lasern und fantasievollen Aliens erwarten. Der Film erforscht viel mehr tief verwurzelte Aspekte der menschlichen Psyche und die Geheimnisse die im Mondsand lauern. Und von beidem gibt es mehr als genug. Tatsächlich ahnt man als Zuschauer sehr schnell was wirklich auf der Station vor sich geht und anstatt die Auflösung bis zum letzten Moment hinauszuzögern, weiß der Regisseur den Zuschauer richtig einzuschätzen. Ist das Geheimnis erst mal gelüftet, stellen sich ganz andere Fragen. Grundlegende und existenzielle, die Philip K. Dick mehr als nur Ehrerbietung zollen. Dass der Film nach der Hälfte seiner Spielzeit und der erfolgten Auflösung nicht an Spannung verliert, ist der Oneman-Show des Hauptdarstellers Sam Rockwell zu verdanken. Rockwell macht bereits seit einigen Jahren durch seine konstant erstklassigen Leistungen auf sich aufmerksam.

Aber die Stärke des Films, bekannte Sci-Fi Elemente neu zu vermischen, bringt auch einen gewissen faden Nachgeschmack mit sich. Moon mischt gekonnt alte Sci-Fi Themen zu etwas Eigenständigem, aber wirklich neu ist nichts an dem Film. Nicht einmal die wunderschönen und stimmungsvollen Klänge der Filmmusik aus der Feder von Clint Mansell, der sich zweifelsfrei vom Soundtrack von "Das Parfüm" inspirieren ließ. Diese Feststellung trifft genau genommen auf so manchen Aspekt des Films zu. Inszenierung, Drehbuch, Ausstattung, selbst die Stimmung erinnert an diverse andere Sci-Fi Vertreter, allen voran "2001" und "2010". Aber wer daraus dem Film einen Strick dreht, dem ist nicht mehr zu helfen. Tatsächlich muss man als Sci-Fi Liebhaber Jones für sein poetisches Regiedebüt auf Knien danken und hoffen, dass sein nächstes Projekt, welches sich wieder dem selben Genre widmet, ähnliche Höhen erklimmen wird.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Moon

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Steckbrief
Regie
Duncan Jones

Darsteller
Adrienne Shaw, Benedict Wong, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Malcolm Stewart, Matt Berry, Robin Chalk, Rosie Shaw, Sam Rockwell

Genre
Mystery, Sci-Fi, Thriller
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Herstellungsland
Großbritannien




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