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Men in Black 3| Kritik 6/10

Kinostart
24.05.2012



Handlung

Sie Agenten J (Will Smith) und K (Tommy Lee Jones) kehren zurück und zwar gerade noch rechtzeitig. Denn in den 15 Jahren, die J bereits bei den Men in Black war, hat er zwar schon so einige unerklärliche Dinge gesehen, aber nichts, nicht einmal die Aliens, macht ihn regelmäßig so perplex wie sein ironischer und wortkarger Partner. Doch als Ks Leben und das Schicksal des ganzen Planeten auf dem Spiel stehen, muss Agent J eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen, um alles wieder einzurenken. Dabei findet J heraus, dass es im Universum Geheimnisse gibt, in die K ihn nie eingeweiht hat – Geheimnisse, die sich ihm offenbaren, als er sich mit jungen Agenten K (Josh Brolin) zusammentut, um das Leben seines Partners, die Agentur und die Zukunft der ganzen Menschheit zu retten.


Filmkritik | Men in Black 3

Here come the Men in Black – again! Nach zehn Jahren wollten es die Herren in schwarz nochmals wissen und trommelten für „Men in Black 3“ die gesamte Crew zusammen. Regisseur Barry Sonnenfeld, Komponist Danny Elfman und selbst die einen oder anderen wurmartigen Geschöpfe ließen sich zu einer Beteiligung überreden. Doch das Filmprojekt stand unter keinem guten, extraterrestrischen Stern, diverse negative Schlagzeilen über Produktionsstops und Drehbuch-Streitereien ließen erste Zweifel aufkommen, ob Will Smith gut daran tat, nach seiner jahrelangen Kinoabwesenheit ausgerechnet diese Filmreihe für sein Comeback zu reanimieren.

Mit einem neuen (alten) Man in Black im Team und einer Zeitreisegeschichte, die den Spaß in die späten 60er-Jahre transportiert, sollte für die nötigen frischen Impulse gesorgt werden. Tatsächlich, der Geist der beiden Vorgänger ist unübersehbar. Ein Geist längst veralteter Blockbusterstrukturen, die seit der neuen Filmemachergeneration – allen voran Bryan Singer, J. J. Abrams oder Joss Whedon – eigentlich längst aufs Altenteil gehören. „Men in Black 3“ verkommt zur linearen, einfältigen, hyperaktiven Schnitzeljagd ohne nennenswerte Akzente. Das 60er-Jahre-Retrosetting sorgt für einige Lacher und um fair zu bleiben, scheint zumindest für die eingefleischten MIB-Fans die alte Chemie zwischen Agent K und J vorhanden zu sein. Doch durch die krude hinzugedichtete Backstory sind die beiden Agenten kaum wieder zu erkennen. Will Smith will seine Figur erwachsener spielen, wird aber von der zu simplen Drehbuchskizzierung letztlich doch in sein jungenhaftes „Fresh Prince of Bel Air“-Stereotyp zurückgedrängt. Tommy Lee Jones mimt in seiner wenigen Screentime einen noch mürrischeren Agent K, scheinbar im Kanon der beiden Vorgänger, aber wozu bezwang Agent K seinen inneren Dämon im ersten Teil, wenn plötzlich noch tiefer sitzende Geheimnisse aus dem Hut gezaubert werden? Selbst Josh Brolin imitiert nur ein Stereotyp des von Jones etablierten Charakters. Die Men in Black sind sichtlich gealtert, was weniger an den Falten der Schauspieler als dem antiquierten Drehbuch liegt.

Ein anderes Problem steckt im Zeitreiseaspekt. Solche Geschichten, die Raum und Zeit überwinden, sind selten logisch. Trotzdem sollten diese zumindest innerhalb des eigenen Universum und der selbst aufgestellten Filmregeln stimmig bleiben. Auch wenn die Herren in Schwarz seit jeher mehr mit einem Cartoon oder Comic als seriöser Sci-Fi gemein hatten, behalten auch für Comicverfilmungen gewisse Regeln ihre Gültigkeit wie simple Handlungskausalitäten. Hier scheint der Funke Wahrheit zu stecken, der aus den Negativschlagzeilen zu entnehmen war. Lichtblicke bleiben die erneut sehr gelungenen Alieneffekte - sowohl aus dem Computer aus dem Hause Sony Pictures Imageworks als auch aus der Hand einer der letzten altehrwürdigen Makeup-Meister Hollywoods Rick Baker  - und Jemaine Clement als blasser Bösewicht. Aber selbst in einer blassen Rolle ist der Schauspieler für einige kleine Höhepunkte gut.

Im Grunde ließ es schon der Verzicht von Will Smith erahnen, den Titelsong zum neuen Film beizusteuern. Die Zeiten haben sich verändert und im Gegensatz zu Will Smith, scheint der Film gerade zu verzweifelt den Geist der 90er-Jahre aufrecht erhalten zu wollen - trotz Retro-Frischzellenkur. „Men in Black 3“ ist altmodisch durch und durch mit einem Schuss stereotyper Nostalgie. Gut für all diejenigen, die sich bereits von Teil 2 nicht sonderlich gestört fühlten, sondern Spaß an der extrovertierten Alienhatz empfanden. Zumindest ist dieser finale Ableger nicht schlechter als sein direkter Vorgänger und rangiert somit im ertragbaren Mittelfeld. Da hätte man Will Smith nach seiner jahrelangen Kinoabwesenheit ein besseres Comeback gewünscht - ohne Script und frei Schnauze ist und bleibt er ein sympathischer Entertainer.


Filmkritik von Orlindo Frick

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Bilder / Fotos

Men in Black 3

© Sony Pictures Releasing

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Steckbrief
Regie
Barry Sonnenfeld

Darsteller
Alice Eve, David Rasche, Emma Thompson, Jemaine Clement, Josh Brolin, Michael Chernus, Michael Stuhlbarg, Mike Colter, Nicole Scherzinger, Tommy Lee Jones, Will Smith

Genre
Action, Komödie, Sci-Fi
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Herstellungsland
USA




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