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Melancholia| Kritik 8/10

Kinostart
06.10.2011



Handlung

Justine (Kirsten Dunst) und Michael (Alexander Skarsgård) feiern ihre Hochzeit mit einem rauschenden Fest auf dem Landsitz von Schwester (Charlotte Gainsbourg) und Schwager (Kiefer Sutherland) der Braut. Währenddessen nähert sich der riesige Planet MELANCHOLIA immer weiter bedrohlich der Erde...


Filmkritik | Melancholia

Lars von Trier hat mit dem provokanten "Antichrist" und seiner überaus tölpelhaften Pressekonferenzen mehr als einen Skandal ausgelöst. Bei seinem neuesten Geniestreich gibt er sich überraschend ruhig und brav. Keine Darstellung von Genitalverstümmelung und exzessiver Mastrubation wie bei "Antichrist", keine schockierenden Aussagen und lediglich eine harmlose Nacktszene. Trotz - oder vielleicht gerade dank - dieser Selbstzensur gelingt dem ehemaligen Dogma-Papst mit "Melancholia" ein unvergleichlicher Geniestreich.

Es sind die typischen Trier-Stärken, die "Melancholia" auszeichnen. Die ausgezeichnete schauspielerische Darstellung, die cinematographische Pracht, der Pathos und die Vielschichtigkeit der Geschichte. Die optische Darstellung und das Setting sind an die deutsche Romantik angelehnt und sorgen für viel Stimmung. Dabei hat Lars von Trier natürlich wieder unzählige Bildzitate und kleine Details eingebaut, die der Zuschauer nach und nach entdeckt. Sei es das wunderschöne Bild von Justine mit einem Blumenstrauß, das an John Everett Millais Gemälde Ophelia erinnert oder der kleine Gag, bei dem das 19. Loch auf dem Golfplatz erwähnt wird.

Insbesondere im ersten Teil greift Trier hin und wieder zur Handkamera, um dem Geschehen näher zu kommen, ohne dabei jedoch in die Ästhetik der alten Dogma-Filme zurückzufallen. Wie in "Dogville", "Antichrist" und einigen anderen seiner Filme gelingt es Von Trier die Handlung auf einen kleinen Mikrokosmos jenseits der breiten Masse zu reduzieren.

Die beiden ungleichen Schwestern Justine und Claire, nach denen ebenfalls die Abschnitte des Films benannt sind, werden von Charlotte Gainsbourg und Kirsten Dunst (ursprünglich sollte Penélope Cruz die Rolle der Justine übernehmen) perfekt gespielt. Kiefer Sutherland spielt adequat den einzigen Mann in dem hier dargestellten Mikrokosmos. Der Planet Melancholia, der die Welt zu verschlucken droht, ist natürlich ein Bild der Depression, an der Justine leidet. Der Weg mit dieser umzugehen gleicht dem Prozess sich mit dem anstehenden Ende der Welt abzufinden und diesen als natürlichen Verlauf der Geschichte zu akzeptieren. Bei dieser simplen Metaphorik bleibt es jedoch natürlich nicht. So setzt sich Trier hier natürlich ebenfalls auf seine Art mit der Frage auseinander, ob diese Welt eine Rettung verdient hat.

Noch nie war die Apokalypse so schön. Subtil, still und bewegend. Mit "Melancholia" gelingt Lars Von Trier mit viel Fingerspitzengefühl sein bisher größter Wurf.
Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Melancholia

© Concorde Filmverleih GmbH

Kommentare


Nicole
28.11.2012, 13:00:33
Mir sind bei dem Film die Füße eingeschlafen. Würd ich nicht nochmal gucken
Hans Peter Blümel
19.04.2012, 02:48:05
Das Langweiligste,das ich je zu sehen bekam.Da fehlt mir dann doch, der intellektuelle Zugang.Die Handkammera reist es wirklich auch nicht raus.

Fazit: Mist

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