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Martyrs| Kritik

Kinostart
19.08.2008



Handlung

Frankreich, irgendwann in den 70er Jahren. Ein junges Mädchen wird halb nackt und völlig verstört auf einer einsamen Straße aufgegriffen. Lucie (Mylène Jampanoï), entführt vor über einem Jahr, weigert sich beharrlich, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Zwar ist der Ort, an dem sie gefangen gehalten wurde schnell gefunden, Hinweise auf die Täter gibt es dort jedoch nicht. Fest steht nur, dass sie nicht sexuell missbraucht wurde, nichtsdestotrotz ist sie in einer erbarmungswürdigen Verfassung. Lucie landet in einem Waisenhaus, wo sie sich mit der gleichaltrigen Anna (Morjana Alaoui) anfreundet. Anna ist die Einzige, die zu Lucie durchdringt, aber auch mit ihr will sie nicht über das ihr Widerfahrene sprechen. Heimgesucht von mysteriösen Erscheinungen erleidet Lucie immer wieder schwere Verletzungen. Cut.

15 Jahre später. Sonntagsfrühstück bei einer Durchschnittsfamilie. Es klingelt. Kaum hat der Vater die Tür geöffnet, sieht er sich der mittlerweile erwachsen gewordenen Lucie gegenüber, und einem geladenen Gewehr. Lucie, die in dem Mann ihren Peiniger von damals gefunden zu haben glaubt, richtet kurzerhand ein Blutbad unter der gesamten Familie an. Doch die Erscheinungen, die sie seit Ihrer Entführung verfolgen, geben immer noch keinen Frieden. Lucie ruft Anna zur Hilfe. Im Haus angekommen, ist sie zunächst entsetzt über Lucies Tat. Dennoch versucht sie, die Situation und somit ihre Freundin zu retten. Aber schon bald wird ihr klar, dass dies erst der Beginn von Grausamkeiten ist, die sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht hätte ausmalen können.


Filmkritik | Martyrs

Hier mehr über die Handlung zu verraten, die zu diesem Zeitpunkt noch einmal eine Wendung um 180 Grad macht, verbietet sich, wenn Martyrs seine volle Wucht beim Zuschauer entfalten soll. Geht der Film schon im ersten Teil bis hart an die Schmerzgrenze, geht er im zweiten Teil noch mal deutlich darüber hinaus. Dabei ist Martyrs weit von Tortureporns a la Hostel und Konsorten entfernt. Zwar wird auch hier gemordet und gefoltert, Blut fließt in Strömen, jedoch wird die Gewalt nie zum puren Selbstzweck. Vielmehr ist sie ein wichtiges Mittel der Geschichte, das den Zuschauer zwingt, sich mit dem Gesehenen auseinanderzusetzen. Selbst im in Sachen Filmkunst mehr als liberalen Frankreich entfachte der Film heiße Diskussionen, was man in einem Film zeigen kann und darf. Eine Freigabe ab 18, die dort sonst eigentlich nur Hardcorepornos vorbehalten ist, wurde erst nach Intervention der Kultusministerin gekippt.

Pascal Laugier hat mit Martyrs einen der drastischsten und intelligentesten Horrorfilme der letzten Jahre geschaffen. Ob der Film damit ein breites Publikum erreicht, ist mehr als fraglich. Für viele Freunde gehobener Filmkunst wird er nur schwer bis gar nicht erträglich sein. Jedenfalls wird er für einige hitzige Diskussionen sorgen. Leider ist eine ungeschnittene Veröffentlichung in Deutschland so gut wie ausgeschlossen. Aktuell scheint Senator, bei denen die deutschen Rechte liegen, selbst bei der vorgelegten geschnittenen Fassung noch ein paar Probleme mit der Freigabe zu haben. Auf dem Fantasy Film Fest im Sommer 2008 konnten Filmfans ihn allerdings ungeschnitten schauen.

Obwohl der Film bis dato nur in französischen Kinos und auf diversen Filmfestivals weltweit gezeigt wurde, gibt es schon Pläne für ein US-Remake. Regisseur Pascal Laugier wurde kürzlich für die lang erwartete Neuverfilmung von Clive Barkers "Hellraiser" verpflichtet.


Filmkritik von Zetzui

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Steckbrief
Regie
Pascal Laugier

Darsteller
Catherine Bégin, Emilie Miskdjian, Gaëlle Cohen, Isabelle Chasse, Juliette Gosselin, Morjana Alaoui, Mylène Jampanoï, Patricia Tulasne, Robert Toupin, Xavier Dolan-tadros

Genre
Horror

Tags
Folter
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Herstellungsland
Frankreich, Kanada




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