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Maria am Wasser| Kritik 5/10

Kinostart
26.02.2009



Handlung

Sommer 1983. Vier Kinder des Waisenhauses "Frohe Zukunft" machen einen gefährlichen Ausflug mit einem Panzer. Doch der Ausflug endet für die Kinder tödlich, denn der Panzer versinkt im tiefen Wasser der Elbe.
Der Orgelbauer Marcus Lenk (Alexander Beyer) kehrt 22 Jahre nach diesem Unglück in sein ehemaliges sächsisches Heimtdorf zurück und verkündet, eines der vier Kinder zu sein. Er wird mit Misstrauen beäugt, denn nicht einmal sein Vater Hannes (Hermann Beyer) oder seine Mutter Maria (Marie Gruber) glauben an seine Identität. Sie glauben fest daran, dass ihr Sohn bei dem Unglück mit dem Panzer in den Fluten der Elbe ertrunken sei. Einzig die geheimnisvolle Alena (Annika Blendl) vertraut sich Marcus an und glaubt seine Geschichte. Während Marcus sich dem Bau der neuen Kirchenorgel widmet, kommen Stück für Stück die dunklen Geheimnisse der Dorfbewohner zum Vorschein.


Filmkritik | Maria am Wasser

Der Film ist eine verrätselte Tragikkomödie vom Debütanten Thomas Wendrich, basiert auf einem realen Unglücksfall: In der Elbe ertrinken vier Kinder auf einem Panzer. Nach der späten Rückkehr von Marcus, einem der Totgeglaubten - präzise und intensiv dargestellt von Alexander Beyer - verliert sich der Film jedoch schon bald in seiner völlig überladenen teilweise aufdringlichen, teilweise allzu kryptischen Symbolik.

Aber bleiben wir zunächst einmal bei dem Plot an sich: Die Bewohner des Dorfes erkennen Marcus nach mehr als zwanzig Jahren nicht wieder, nicht einmal seine eigene Mutter Maria. Alle scheinen gefangen in ihren ureigenen Verdrängungsmechanismen. Bis hierhin ein durchaus verheißungsvoller Plot, der sogar den Beginn eines eher spannungsgeladenen Filmes darstellen könnte. Leider reduziert die allzu konventionelle, beinahe abgeschmackt wirkende Liebesgeschichte das Potential, das sich aus dem durchaus spannungsgeladenen Schwebezustand ergeben hatte. Dieser Handlungsstrang ist es denn auch, der den Film bei aller Verworrenheit zu vorhersehbar macht.

Der Plot an sich, der abgesehen von der einsetzenden öden Liebesgeschichte durchaus zu gefallen weiß, soll und kann jedoch nicht im Zentrum der Kritik dieses Filmes stehen: Schließlich scheint es Regisseur Wendrich in allererster Linie um die Symbolik hinter der eigentlichen Handlung zu gehen. Und das - um es in aller Deutlichkeit vorwegzunehmen - geht bisweilen arg auf die Nerven: Im Bemühen, einen bedeutungsvollen Film zu kreieren, verzettelt sich Wendrich allzu sehr im dichten Gewebe der bedeutungsschwangeren Bildmetaphorik, die auf den Zuschauer zunächst märchenhaft bis verzaubert (allerdings mit einem gewiss bösen Zauber), dann jedoch allzu kryptisch und verworren wirkt, bis sich ihm schließlich der Verdacht aufdrängt, dass sich hinter der metapherngeschwängerten Bildsprache doch nicht viel mehr als leere Bildhülsen verbergen. Zumindest was die kryptische Darstellungsweise betrifft, muss betont werden, dass eben auch verschlossene Truhen leider leer sein können.
Positiv bleibt jedoch die Besetzung des Films in Erinnerung: Insbesondere Alexander Beyer ("Sonnenallee") läuft zu Hochform auf. Seine mehr als gelungene Darstellung als "verlorener Sohn" des Dorfes sowie die überzeugende Darbietung von Marie Gruber (in der Rolle der Titelfigur) machen den Film letztendlich doch gerade noch sehenswert.

Maria im Wasser: Der Versuch einer bedeutungsvollen Tragikkomödie geht leider in der übertriebenen Symbolik unter, um dann jedoch von einem grandiosen Hauptdarsteller wieder an die Oberfläche gezogen zu werden.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Maria am Wasser

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Steckbrief
Regie
Thomas Wendrich

Darsteller
Alexander Beyer, Annika Blendl, Falk Rockstroh, Hermann Beyer, Juri Gerber, Marie Gruber, Wladimir Tarasjanz

Genre
Deutscher Film, Drama, Romantik
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Herstellungsland
Deutschland




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