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Männerherzen| Kritik 6/10

Kinostart
08.10.2009



Handlung

Sie kämpfen, sie lieben und sie drehen durch: Prachtexemplare der Gattung "Mann" begegnen sich im Berliner Sportstudio "Fitnessworld": Ganz normale, durchgeknallte Männer wie du und ich, mag man meinen. Für sie und ihre Partnerinnen gilt beim Kampf um Glück und Liebe und der Suche nach dem richtigen Lebensentwurf vor allem eins: Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Filmkritik | Männerherzen

Geschichten über das Verstehen und Missverstehen zwischen Männern und Frauen sind so alt wie die endlosen Vorurteile und Wahrheiten über den Geschlechterkampf selber. Jedoch kamen diese gerade in den letzten Jahren in Buch und Leinwand füllender Form ganz extrem in Mode: Man beachte Erfolge wie die des Kassenschlagers "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken".

Ein trendiger, urkomischer und äußerst beliebter Filmzug mit Widererkennungswert für Männlein und Weiblein, auf den nun auch Regisseur Simon Verhoeven (bekannt durch „100 Pro“) mit seinem Werk "Männerherzen" aufzuspringen versucht. Leider streckenweise mehr schlecht als recht; und das trotz großer Starbesetzung wie Til Schweiger (unter anderem bekannt durch "Keinohrhasen"), Christian Ulmen ("Maria, ihm schmeckt's nicht!"), Justus von Dohnányi ("Das Experiment") und Wotan Wilke Möhring ("In jeder Sekunde").

Natürlich nimmt sich auch der Film "Männerherzen" den typischen Defiziten zwischen dem starken und dem schönen Geschlecht an; lehnt sich jedoch – wie der Titel schon erahnen lässt – eher an die Fehltritte und Gefühlswelten der werten Herren der Schöpfung an. Hierbei gelingt es Verhoeven zwar ausgezeichnet seinen sehr eigenwilligen Hauptstarstellern auf ihren ganz eigenen Wegen durch Eskapaden und über Alltagshürden hinweg – von plötzlichen Schwangerschaften über die erste große Liebe bis hin zu wahrhaftigen, privaten Tragödien - zu folgen; jedoch fehlt den einzelnen Geschichten und ihren Charakteren teilweise der übergreifende Zusammenhalt. Ein typisches und für Ensemblefilme leider sehr häufiges negatives Merkmal, welches sich auch in diesem Fall auf den Filmgenuss als Ganzes auswirkt.

Nichts desto trotz liefern Schweiger und co. den Zuschauern in ihren sehr unterschiedlichen Rollen glaubwürdiges, abendfüllendes Kino; welches nicht zuletzt Möhrings sehr tragischer, schockierender aber auch durch und durch glaubwürdiger Charakter Roland ausmacht. Doch neben dem Unterhaltungswert, welcher der drastische Wechsel zwischen urkomisch und bedrückend bei den einzelnen Episoden mit sich bringt, wird dem Zuschauer auch einiges abverlangt. Denn oftmals ist es kaum bis gar nicht möglich, die drastischen Szenenwechsel – etwa vom amüsanten Beziehungsfiasko zum belastenden Gefühlsdrama - schnell genug zu verarbeiten; oder gar diesen mit der nötigen Aufmerksamkeit zu folgen. Somit hängt man mit den eigenen Emotionen teilweise etwas „hinterher“; und das Stechen in der Magengrube hallt noch an, wenn auf der Leinwand der nächste Lacher bereits vorüber ist.

Als Fazit erweit sich Verhoevens zweites Regiewerk zwar nicht als Filmmeisterwerk, aber in jedem Fall als durchaus sehbaren Filmgenuss; welchen nicht zuletzt Möhring und von Dohnányi ganz besonders versüßen. Jedoch sollte der Zuschauer – und natürlich besonders die Zuschauerin - nicht erwarten, dass sich bisher wirklich unbekannte Winkel der „Männerherzen“ erforschen lassen. Eine Komödie mit leicht bitterem Nachgeschmack!
Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Männerherzen

© Warner Bros. Pictures Germany

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