Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe| Kritik 8/10

Kinostart
15.09.2011



Handlung

Eine neue Runde für die sechs Prototypen des starken Geschlechts ist eingeläutet: Philip (Maxim Mehmet) hat es geschafft und in Berlin sein Bio-Café „Life“ eröffnet. Es läuft so gut, dass er eine zweite Filiale plant und mit seiner Nina (Jana Pallaske), die kurz vor der Geburt von Zwillingen steht, in eine schöne, große Wohnung zieht. Freund Niklas (Florian David Fitz) dagegen, einst erfolgreicher Werber, ist nach dem Scheitern seiner Beziehung und dem Verlust des Jobs auf dem Tiefpunkt angekommen und träumt nur noch vom Wiedersehen mit Maria (Inez Bjørg David), inzwischen erfolgreicher Serienstar. Musikproduzent und Ex-Womanizer Jerome (Til Schweiger) kehrt, nachdenklich geworden, zurück in seine Vergangenheit und sucht in der Provinz bei den Eltern nach einem neuen Sinn in seinem einstigen Überflieger-Leben. Nur Schlagerstar Bruce (Justus von Dohnányi) explodiert geradezu vor Energie: Er entdeckt das Internet und steigert sich in einen Jugendwahn hinein, der seinen neuen Song „Die ganz, ganz große Liebe“ auf einer Welle ganz, ganz nach oben tragen soll. Während der Gewerbeaufsichtsbeamte Günther (Christian Ulmen) weiter an sich und seiner Männlichkeit arbeitet, die Freundin Susanne (Nadja Uhl) von ihm einfordert, verbüßt ihr Ex-Mann Roland (Wotan Wilke Möhring) seine Haftstrafe – immerhin hatte er Günther den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen. Roland hofft auf vorzeitige Entlassung und kämpft um die Zuneigung seines Sohnes.


Filmkritik | Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe

Die komplette deutsche Filmprominenz hat sich für „Männerherzen“ versammelt, zu diesem Schluss kann der Zuschauer durchaus gelangen. Heimlicher Hauptdarsteller ist jedoch der Schauplatz, nicht die Schauspieler. Es wirkt so, als wäre das auch die Absicht von Regisseur Verhoeven gewesen. So wurden in seinem Episodenfilm beispielsweise Sonnenauf- und -untergänge stilsicher vor der Kulisse der Hauptstadt inszeniert. Man bekommt das Gefühl, dass Berlin dem Film etwas Besonderes verleiht. Aber auch in den Augenblicken, wo zwischen den Episoden gewechselt wird, wirken die szenischen Übergänge gekonnt, alles wirkt wie perfekt mit der Hauptstadt verwoben.

Wie bereits ersichtlich wird, kann man viele positive Worte über „Männerherzen“ verlieren. Das nimmt auch mit der Beschreibung der darstellerischen Leistungen sowie der clever konstruierten Geschichte kein Ende. Denn obwohl man allein von der recht dünnen Handlung so viel nicht erwarten darf, kann man sie ohne Weiteres als solide, gar gelungen beschreiben. Hinzu kommt, dass der Regisseur auf eine allzu plumpe Gag-Parade verzichtet hat. Deutsche Komödien, als Beispiele seien hier „What a Man“ und „Resturlaub“ genannt, waren in diesem Sommer zumeist nicht unbedingt von hoher qualitativer Wertigkeit durchsetzt und wirkten bestenfalls bemüht. „Männerherzen“ kann man jedoch mit einem Film wie „Tatsächlich... Liebe“ bedenkenlos auf eine Stufe stellen. Die Charaktere sind zwar allesamt stark überzeichnet, dennoch wirkt jeder der gezeigten Typen irgendwie vertraut und sympathisch, die Identifikation fällt dem Zuseher nicht schwer. Mit Sicherheit ist es den männlichen Zuschauern schon einmal ähnlich ergangen. So fühlt sich der Draufgänger in Wirklichkeit doch ein wenig einsam, die unnahbare Schöne – auch die Frauen bekommen hier ihr Fett weg – ist insgeheim mit sich unzufrieden und trägt zu Hause eine Jogginghose, was ihr One-Night-Stand gar nicht sexy findet.

Ein paar kleine Punkte gibt es dann aber doch zu bemängeln. Zwar sind die einzelnen Episoden – wie bereits erwähnt – handwerklich gut miteinander verknüpft, doch hier fehlt das inhaltliche Element. So macht den Reiz von Episodenfilmen zumeist im Speziellen aus, dass es kleine, aber essentielle Schnittpunkte der einzelnen Handlungsstränge gibt. Das ist bei „Männerherzen“ jedoch kaum bis gar nicht der Fall. Überspitzt ausgedrückt wirkt der Film so, als sähe sich der Zuseher mit einer Aneinanderreihung von Einzelschicksalen konfrontiert. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber als ziemlich durchwachsen präsentiert sich der Soundtrack. Manche Nummern passen einfach wie die Faust aufs Auge zur jeweiligen Situation, andere Stücke sind einfach deplatziert und nerven schlichtweg gewaltig.

Von diesen beiden kleinen Kritikpunkten jedoch einmal abgesehen, bietet „Männerherzen“ Unterhaltung der Spitzenklasse. Der Film beweist eindrucksvoll, dass eine deutsche Komödie nicht unbedingt platt sein.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe

© Warner Bros. Pictures Entertainment

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 10 * 8 - 15 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Männerherzen... und die ganz ganz große Liebe abspielen

Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Männerherzen 2




Benutzername

Passwort

Anzeige