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Lulu & Jimi| Kritik 5/10

Kinostart
22.01.2009



Handlung

Deutschland in der Nachkriegszeit: In einem farbenfrohen und nach Harmonie strebenden Deutschland entwickelt sich eine ungewöhnliche Liebesgeschichte: Der schwarze Rummelplatzartist Jimi (Ray Fearon) verliebt sich Hals über Kopf in die Junge deutsche Lulu (Jennifer Decker). Ihre Liebe, die kaum Akzeptanz in Lulus Umfeld findet und von ihrer diabolischen Mutter und einem eifersüchtigen Wirtschaftsbonzen gefährdet wird, kann für beide letztlich nur durch eine Entscheidung weitergeführt werden: Durch Flucht. Eine rasante Verfolgungsjagd der beiden Verliebten entwickelt sich, bei der sich auch Auftragskiller und ein wahnsinniger Psychiater an die Fersen des Pärchens heftet. Ein Pärchen, dem ein weiteres Geheimnis noch nicht bewusst ist: In Lulus Brauch reift bereits neues Leben heran.


Filmkritik | Lulu & Jimi

Dass das deutsche Kino schon über viele Jahre hinweg sich eher im Bereich humoresker Romanzen versucht zu etablieren, ist wohl kein Geheimnis. Wenn sich ein streitbarer Regisseur wie Oscar Roehler jedoch auf diesen Sektor stürzt, um den Kinobesucher in ein ungewöhnlich schrill und farbenfroh gestaltetes Märchen zu ziehen, kann man sich zu Beginn des Filmes schon erfassen, hier nicht auf die Standards und Klischees zu treffen, die dieses Genre in Deutschland oftmals ausmacht. Eine Hoffnung, die sich leider nicht vollkommen erfüllen kann und den Film so nach 90 Minuten zwar zu einem reizvollen Kinoabenteuer macht, aber nicht mit besonderen filmischen Gimmicks aufarten kann.

Wer Filme wie "Der alte Affe Angst" kennt, weiß um die Besonderheit, wie Roehler seine Geschichte erzählt, oder besser gesagt in Szene setzt. Und genau diese Inszenierung ist es, die den Film positiv von anderen Liebesfilmen der deutschen Machart abgrenzt. Wohlgemerkt, dies gilt leider nicht für die Handlung, die zwar durchgängig in der Lage ist, Spannung wie Romantik zu erzeugen. Dennoch verfällt auch Lulu & Jimi an manchen Stellen zu oft in typische Macharten des Genres. Humor wird an manchen Stellen erzeugt, wo er gar nicht nötig wäre und die Liebesebene zwischen den beiden durchaus überzeugenden Hauptdarstellern kommt manchmal etwas zu kurz.

Mit Ray Fearon und Jennifer Decker tauchen in beiden Hauptrollen zwei Schauspieler auf, die sonst im deutschen Filmjargon eher unbekannt sind, was der schauspielerischen Qualität der beiden jedoch keinen Abbruch tut. Umso reizvoller ist die Besetzung der Nebenrollen, der denn Film auch an manchen Stellen rettet. Udo Kier als Auftragsmörder, Katrin Saß als diabolische Mutter und Bastian Pastewka als Jimis Nebenbuhler sind in jeder Hinsicht absolute Highlights des Filmes, die auch über manch schwächere Strecken im Inhalt hinwegtrösten können.

Wer sich also nicht von etwas Schmalz, einer bunt und schrill gestalteten Kulisse und typischen Elementen des deutschen Kinos abschrecken lässt, wird mit Lulu & Jimi einen angenehmen Kinoabend verbringen können, der vor allem durch die Rollenbesetzung viel Charme in die Geschichte bringt. Wirklich neue Impulse für die deutsche Kinoszene sollte man von dem Film jedoch nicht erwarten, selbst wenn der Regisseur Oscar Roehler heißt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Lulu und Jimi

© X Verleih AG

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Steckbrief
Regie
Oskar Roehler

Darsteller
Bastian Pastewka, Hans-michael Rehberg, Jennifer Decker, Katrin Saß, Ray Fearon, Rolf Zacher, Simon Böer, Udo Kier, Ulrich Thomsen

Genre
Drama, Romantik

Tags
Musik
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland, Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
Lulu und Jimi




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