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Love and other Drugs - Nebenwirkung inklusive| Kritik 5/10

Kinostart
13.01.2011



Handlung

Maggie (Anne Hathaway) verkörpert einen verführerischen Freigeist, der sich von nichts und niemanden einengen lässt. Dann jedoch trifft sie Jamie (Jake Gyllenhaal), ihren Seelenverwandten, dem es mit seinem beharrlichen und unnachahmlichen Charme gelingt, sich zum einen bei den Frauen und zum anderen in der skrupellosen Pharmaindustrie zu behaupten. Ihre neue Beziehung trifft beide vollkommen unerwartet und sie kommen zu der Erkenntnis, dass es im Leben nur eine ultimative Droge gibt – die Liebe.


Filmkritik | Love and other Drugs - Nebenwirkung inklusive

Mit „Love and Other Drugs“ greift der Regisseur Edward Zwick das Thema einer modernen Liebesgeschichte auf, bei dem es um die Bindungsangst zweier junger Menschen geht. Mit ironisch anmutender Distanz zu allen Problemen versuchen die beiden Protagonisten Jamie und Maggie ihre Unsicherheit durch ein ausgefülltes Sexualleben zu überspielen. Diesem Sujet, das melancholisch und sentimental wirken könnte, fehlt es jedoch inhaltlich an Stimmigkeit und Harmonie. Hierfür mitverantwortlich sind unter anderem die Einblicke, die man in den aufreibenden Job des Pharmavertreters bekommt ebenso, wie die seltsam anmutenden Ausflüge in die Leidensgeschichte der jungen Maggie, die von der Nervenkrankheit Parkinson heimgesucht wird. Die beiden Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal und Anne Hathaway bemühen sich redlich die Geschichte darzustellen, überzeugen aber leider in erster Linie durch ihr, zweifelsohne, gutes Aussehen, die Schwächen und Längen können sie damit aber nicht ausgleichen.

Der Versuch einer aberwitzigen Kombination von Sexsucht und wirtschaftlichen Interessen, sprich dem Verkauf von Viagra, humoristisch umzusetzen, mag eine nette Idee sein, einer gelungenen Umsetzung scheint jedoch wenig geglücktes Beiwerk im Wege zu stehen. So wirkt die ständige Anwesenheit von Josh, dem Mitbewohner und Bruder Jamies, der der Sexualität tölpelhaft und begehrlich nacheifert, eher als ein Zusatz in alberner Slapstickmanier. Dieser kaum feinsinnig zu nennende Humor kommt daher auch eher einem Anhängsel gleich und ist nicht wirklich handlungsrelevant eingebunden.
Der Versuch dem Film nebenbei auch noch eine tragische Komponente zu verleihen, indem Maggis Hände einem krankheitsbedingten Dauerzittern unterliegen, erscheint äußerst aufgesetzt, ja geradezu deplaziert. Dies wäre sicherlich anders, würde es sich um einen Film handeln, der die Krankheit Parkinson thematisiert. Wenngleich Maggie in einer Selbsthilfegruppe einmal Vorträge über die Krankheit hört, die auch den Zuschauer bewegen dürften, und die Warnung eines Mannes, der selbst mit einer unheilbar kranken Frau verheiratet ist, an Jamie durchaus zu Herzen geht, ist es eben kein Film der wachrütteln und für dieses Thema sensibilisieren kann.

Überzogen und unglaubwürdig, wenngleich im wahren Leben natürlich nicht ausgeschlossen, wirkt der Umstand, dass ausgerechnet die hübsche und lebensfrohe junge Maggie von dieser, meist mit dem Alter in Verbindung gebrachten, Krankheit konfrontiert und heimgesucht wird. Sicherlich wurde hier versucht, der Handlung eine dramaturgische Wende zu verleihen, weg von einer reinen körperlichen Lustbeziehung hin zu einer Beziehung, die mit großen Entbehrungen verbunden ist – ein Unterfangen, das von Hause aus schwierig umzusetzen ist.

Alles in Allem können auch nicht die sentimentale Musik und erst recht nicht die zahlreichen, unsere niedersten Instinkte ansprechenden und durchaus ansehnlichen, Liebesspiele der Darsteller davon ablenken, dass Handlung und Nebenhandlungen künstlich und aufgesetzt wirken. Diese bunte Gemisch aus Ernsthaftigkeit, Humor und stellenweise Spritzigkeit, sowie einigen aktuellen Bezügen wird wohl die wenigsten tatsächlich allzu tief berühren oder gar zum Nachdenken anregen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Love and other Drugs - Nebenwirkung inklusive

© 20th Century Fox

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