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London Boulevard| Kritik 4/10

Kinostart
01.12.2011



Handlung

Nach drei Jahren hinter Gittern wird Mitchel (Colin Farrell) aus dem Londoner Pentonville Prison entlassen. Vor den Toren wartet bereits sein alter Freund Billy (Ben Chaplin) auf ihn, ein kleiner Krimineller, der einen Job als Geldeintreiber für ihn hat. Eigentlich will Mitchel sein Leben ändern, aber das Angebot von Billy ist verlockend, schließlich braucht er einen Platz zum Wohnen. Durch Zufall trifft Mitchel auf den öffentlichkeitsscheuen Filmstar Charlotte (Keira Knightley), die in ihrer Villa in Holland Park von einer Horde Paparazzi belagert wird. Fasziniert von ihrer Schönheit und Verletzlichkeit übernimmt Mitchel die Rolle des Beschützers. Er verscheucht wirkungsvoll die aggressiven Fotografen und Stalker. Und er verhindert den Plan von Billy, die Villa des Stars auszurauben.

Als die Zuneigung von Bodyguard und Star langsam wächst, schmiedet das junge Paar Pläne für ein neues Leben in Los Angeles. Inzwischen hat Mitchel allerdings das Interesse des mächtigen und skrupellosen Gangster-Bosses Gant (Ray Winstone) geweckt. Weil er dessen lukratives Job-Angebot freundlich aber bestimmt ablehnt, sieht sich Mitchel bald mit einem gnadenlosen Rachefeldzug des Mafiosi konfrontiert. Charlotte und seine Schwester Briony (Anna Friel) geraten in höchste Gefahr. So entschließt sich Mitchel, mit Hilfe von Charlottes Assistenten Jordan (David Thewlis), zu drastischen Maßnahmen, um die brisante Angelegenheit ein für allemal zu klären.


Filmkritik | London Boulevard

Mit dem Drehbuch zu "Departed - Unter Feinden" sahnte er einen Oscar ab und auch für das Script zu "Königreich der Himmel" erntete er viel Lob. Die Rede ist von William Monahan, der nun mit "London Boulevard" sein Debüt als Regisseur abliefert. Der Film basiert dabei auf dem gleichnamigen Buch von Ken Bruen. Fast schon ein wenig absurd ist gerade deswegen, dass der eindeutige Schwachpunkt von "London Boulevard" das Drehbuch ist. Monahan war dabei zusammen mit Libbie Barr für das Drehbuch verantwortlich und man darf sich fragen, warum er gerade bei seinem Regiedebüt dermaßen eklatante Schwächen zugelassen hat.

"London Boulevard" ist dabei natürlich kein schlechter Film. Doch man hätte sicherlich deutlich mehr aus dem Werk machen können. Es sind dabei gleich mehrere Punkte, die in ihrer Gesamtheit einfach den Unterhaltungsfaktor des Films nicht die Höhen erreichen lassen, in die er sonst hätte gelangen können. Denn mit Colin Farrell und Keira Knightley ist die Besetzung in den beiden Hauptrollen eigentlich sehr viel versprechend. Doch scheitert schon die Glaubwürdigkeit der Geschichte daran, dass die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr konstruiert und vorhersehbar wirkt. Man nimmt ihnen einfach nicht ab, dass ihre Gefühle echt sind. Das hängt auch damit zusammen, dass man eine ähnliche Geschichte bereits früher mehrmals gesehen hat. Von daher ist auch der Auftritt von Ray Winstone in der Rolle des Fieslings und Untergrund-Bosses Grant alles andere als überraschend. Winstone macht seine Sache zwar überzeugend, doch lässt ihm das Drehbuch viel zu wenig Freiraum um sich entwickeln zu können.

Stattdessen ist "London Boulevard" mit teils sehr platten Dialogen gespickt, die den Tiefgang der früheren Werke aus der Feder von William Monahan schmerzlich vermissen lassen. Ebenso enttäuschend fällt die Leistung von Keira Knightley aus. In erster Linie dürfte hier sicherlich ihr Name die Zuschauer ins Kino locken. Ihre Darbietung auf der Leinwand dagegen könnte blasser kaum sein. Man achtet eher darauf zu rätseln, wie mager Knightley mittlerweile geworden ist, als dass man ihr ihre Rolle wirklich glaubhaft abnehmen würde. Einzig Colin Farrell kann mit seiner Darbietung gefallen, ist jedoch auf Grund des schwachen Drehbuchs ebenfalls weit von seinem schwermütigen Auftritt in "Brügge sehen... und sterben?" entfernt. Dennoch ist der die zentrale Figur des Streifens, welche die schwache Handlung zumindest zusammenhält.

Dabei hat "London Boulevard" durchaus brauchbare Ansätze. Das Intro, welches im Stil der 60er Jahre gehalten wurde, macht anfangs wirklich Lust auf den Film. Und auch das blutige Finale, welches ein wenig grotesk von einem Pop-Song untermalt wird, kann gefallen. Zwischendurch ist "London Boulevard" aber oftmals zu langatmig und öde, so dass er nur Genrefans gefallen dürfte.


Filmkritik von Gastautor

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London Boulevard

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