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Lila, Lila| Kritik 5/10

Kinostart
17.12.2009



Handlung

Der Erstlingsroman "Lila, Lila" von David Kern (Daniel Brühl) stürmt die Bestsellerlisten. Dumm nur, dass David selbst nicht der Autor dieser tragischen, in den 50er Jahren angesiedelten Liebesgeschichte ist. Der unscheinbare Kellner hat das Manuskript in einem Nachttisch vom Trödler gefunden und gibt den Text als seinen aus, um die schöne Marie (Hannah Herzsprung) zu erobern. Die beiden werden tatsächlich ein Paar und die Medien reißen sich um David. Doch das Unheil nimmt seinen Lauf, als bei einer Autogrammstunde plötzlich Jacky (Henry Hübchen) vor ihm steht, ein abgehalfterter Herumtreiber, der sich als Autor von "Lila, Lila" zu erkennen gibt.

Filmkritik | Lila, Lila

Die Räder der Medien und auch der Lügen sind unberechenbar: Wer erst einmal unter diese geraten ist, schlängelt sich so schnell nicht wieder unter ihnen hervor. So in etwa könnte die Message von Alain Gsponers (unter anderem bekannt durch „Das Wahre Leben“ und „die Rose“) Buchverfilmung „Lila, Lila“ lauten.

Martin Suters Romanheld David Kern verheddert sich im geschriebenen Original gleich maßlos in beides – und so natürlich auch in Gsponers Regiewerk. Und dass obwohl David eigentlich nur die schöne und literaturbegeisterte Marie beeindrucken und erobern wollte.

Doch wo das Buch seine Schwerpunkte eher auf tiefe und teilweise fast schon bösartig komische Einblicke in die Kultur- und Literaturszene legt, setzt die Filmversion eher auf eine Satire über den Medienhype, der normale Menschen über Nacht zu gefeierten Stars machen kann. Leider kommt dieses Unterfangen beim Zuschauer oft eher dürftig und lieblos an; der in Suters Buch wenigstens ab und an vorhandene Biss fehlt der Verfilmung vollkommen. Manchmal wirkt die bildliche Umsetzung fast schon zu schrill und knallig.

Ganz anders als erwartet spielt Daniel Brühl (bekannt durch „Inglourious Basterds“ und „Krabat“) den Film- und Romanhelden David zurückhaltend genug, um teilweise komplett im Geschehen und den anderen Darstellern zu verschwinden. Hannah Herzsprung (bekannt durch „Wickie und die starken Männer“ und „Der Baader Meinhof Komplex“) spielt ihn als Marie streckenweise regelrecht und gnadenlos an die Wand. Hinzu kommt, die ebenfalls sehr hilflos und bieder wirkende Kameraführung. Etwas, was sich letztendlich auf die gesamte filmische Inszenierung auswirkt. So kommt einem teilweise gar der Verdacht, Gsponer hätte bei der Umsetzung des Storyboards „vieles gewollt, aber dann doch nicht gekonnt.“

Einziges schauspielerisches und erzählerisches Filmhighlight ist Henry Hübchen (bekannt aus Serien wie „Siska“, „Der Alte“ und „Polizeiruf 110“) als verrückter Kauz Jacky. Eine zusätzliche, aufklärende Episode am Ende, könnte und wird die Zuschauer sicherlich in zwei Lager spalten. Die, die das undurchsichtige Ende des Buches mochten, werden es nach dem Kinobesuch sicherlich verhöhnen. Die, die beim Buch etwas mehr Aufklärung vermisst haben, werden eindeutig zufriedener sein.

Lila, Lila“ fand im Original sowohl begeisterte Fans, wie auch Leser, die das Buch direkt wieder beiseite legten. Ähnlich wird es Gsponers Verfilmung gehen. Der Versuch die Idee der amüsanten Hochstaplerkomödie auf die große Leinwand zu bringen, war sicherlich keine schlechte. Jedoch fehlt dem Film überwiegend der nötige Biss, der Kinoleinwand wirklich würdig zu sein. Somit eignet sich „Lila, Lila“, trotz hochrangiger Starbesetzung, eher als abendfüllender Fernsehfilm oder auch als DVD-Direktveröffentlichung.


Filmkritik von Gastautor

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Lila, Lila

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