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Lebe lieber ungewöhnlich| Kritik

Kinostart
1997



Handlung

Schwere Zeiten sind angebrochen für Robert (Ewan McGregor), der sich als Putzmann - pardon: Raumpfleger - seinen Unterhalt verdienen muss. Sein Vorgesetzter, Mr. Naville (Ian Holm), eröffnet ihm, dass er im Zuge der Arbeitsrationalisierung ab sofort durch einen Roboter ersetzt werden soll! Robert ist empört, aber wer wird denn gleich in die Luft gehen bzw. seinen Chef mit einer Waffe bedrohen?! Letztere hat er einem der zu Hilfe gerufenen Ordnungshüter entwunden, dass er Naville damit ins Bein schießt, ist jedoch eher ein Unfall: Navilles Tochter greift ihm beim Zählen - "ich zähle bis fünf, dann schieße ich" - unter die Arme, denn sie nimmt an, ein Raumpfleger sei nicht in der Lage, bei seiner geringen Ausbildung bis fünf zu zählen. Und da Robert nun schon einmal dabei ist, das Gesetz zu brechen, macht er gleich Nägel mit Köpfen und nimmt Celine Naville (Cameron Diaz) als Geisel.


Filmkritik | Lebe lieber ungewöhnlich

Wer "Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" gesehen hat, weiß wahrscheinlich längst, was nun folgen wird. Entführer und Entführte machen gemeinsame Sache und verlieben sich schließlich ineinander. Außerdem muss Celine Robert zu allem Überfluss Nachhilfe im Kidnapping geben, da dieser im Eifer des Gefechts sogar vergisst, Lösegeld zu fordern.

Während ich anfangs gespannt, später jedoch immer zerstreuter und noch später sogar gelangweilt dem Geschehen auf der Leinwand folgte, machte sich schleichend, aber hartnäckig die Erkenntnis in mir breit, dass dieser Film für mich sein "Verfallsdatum" überschritten hatte, und zwar um einen nicht unerheblichen Zeitraum. Man sollte Filme vielleicht mit einem ähnlichen Vermerk versehen wie Webseiten, wo oft zu lesen ist, ab welcher Browserversion man alle Gimmicks voll genießen kann. So ähnlich ist es bei Filmen: Wenn man ein bestimmtes Alter (das je nach Film variiert) über- oder unterschreitet, kann man sich einfach nicht begeistern, auch wenn sie an sich handwerklich nicht schlecht gemacht sind und die Schauspieler sich alle Mühe geben, ihre Figuren glaubhaft wirken zu lassen. "Lebe lieber ungewöhnlich" ist so ein Fall. Um mich herum amüsierte man sich königlich, wobei das Durchschnittsalter auf jeden Fall unter 20 gelegen haben dürfte. Lediglich ein Zuschauer undefinierbaren Alters gab während des ganzen Films keinen Mucks von sich und verließ fluchtartig den Saal, noch bevor das letzte Bild gänzlich dem Nachspann gewichen war.

Woran lag es also? Vielleicht an der Idee an sich, die nichts wirklich Neues bot und auch nicht so erfrischend umgesetzt war wie in "Die unglaubliche Entführung". Ian Holm wirkte als böser Vater einfach nicht so überzeugend wie Danny DeVito einst in der Rolle des Sam Stone, der seine ungeliebte Frau auf einfache Art loszuwerden gedachte, indem er sich weigerte, Lösegeld zu zahlen. Für ein paar originelle Szenen sorgten indessen die beiden Engel, die auf Erde geschickt wurden, um zwischen Robert und Celine Liebe zu stiften und die sich alles mögliche (und unmögliche) einfallen lassen mussten, um den Erzengel Gabriel nicht allzusehr zu verärgern und womöglich auf der Erde bleiben zu müssen - welch entsetzliche Vorstellung! Sie hatten keine leichte Aufgabe, da Vater Naville sein Möglichstes tat, um ihnen Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Zwischen diesen immer wieder aufflammenden Highlights zieht sich die Handlung jedoch schier endlos dahin und es kommt zum unweigerlichen Blick auf die Uhr, ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Film sein Ziel, nämlich zu unterhalten, verfehlt hat.

Fazit: Für Leute, die sich jenseits der MTV- bzw. VIVA-Generation befinden, eher nicht empfehlenswert, obwohl sicher auch hier Ausnahmen die Regel bestätigen.


Filmkritik von Monika Hübner

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Steckbrief
Regie
Danny Boyle

Darsteller
Cameron Diaz, Christopher Gorham, Dan Hedaya, Delroy Lindo, Ewan McGregor, Frank Kanig, Holly Hunter, Ian Holm, Ian McNeice, Maury Chaykin, Stanley Tucci, Tony Shalhoub

Genre
Komödie, Romantik, Thriller
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Herstellungsland
Großbritannien, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
A Life Less Ordinary




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