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Last Night| Kritik 6/10

Kinostart
30.12.2010



Handlung

Lust und Vertrauen, Liebe und Täuschung - die Grauzonen der Treue münden in einen leisen aber quälenden Verdacht, der sich in die Ehe zweier eigentlich sehr glücklichen Menschen einschleicht. Michael Reed (Sam Worthington) und Joanna Reed (Keira Knightley) sind jung, und sie haben scheinbar alles, was man zu einem perfekten Leben braucht. Wäre da nicht dieser eine flüchtige Moment, in dem Joanna ihren Mann mit seiner neuen Kollegin Laura (Eva Mendes) beobachtet. Joanna kann sich nicht sicher sein, was sie gesehen hat. Aber sie beginnt zu zweifeln. Dann trifft sie ihren Ex-Lover Alex (Guillaume Canet) wieder - und merkt, dass sie sich nicht nur Michaels, sondern auch ihrer eigenen Gefühle nicht sicher sein kann.


Filmkritik | Last Night

Vermeintliche und tatsächliche Untreue, notwendige oder heimtückische Lügen und das wahre Gesicht der Liebe: Das alles sind Dinge, die das Leben täglich unzählige Male erzählt. Massy Tadjedin (Regie) versucht sich in ihrem Drama-Debüt „Last Night“ genau dieser scheinbar alltäglichen Dinge anzunehmen… und das sehr emotionsvoll und authentisch, aber leider etwas halbherzig.

Wenn man sich Alltagsgeschichten bedient, sind nicht viel Dramatik und unnötige Fingerzeige notwendig, um das Publikum zu erreichen. Denn meistens haben wir alle das schon einmal so – oder auch so ähnlich – erlebt. Diese Einsicht schien auch Tadjedin gehabt zu haben, als sie die eindeutig nicht neuen Thematiken des Seitensprunges, der Treue sowie der eigentlich noch vorhandenen Liebe auffasste und sie auf Film bannte. Dabei erzählt sie nicht tragisch, nicht schuldzuweisend und auch nicht überspannt und wirft Fragen auf wie „Wie sieht Liebe und Treue heute aus?“ und „Was erträgt wahre Liebe wirklich?“. Die gezeigten Bilder sind weder anprangernd, noch hervorhebend und so kann sich der Zuschauer ganz allein eine Meinung bilden.

Und das ist auch gut so, denn so wirklich will sich einem nicht erschließen, wer denn nun in „Last Night“ der Schuldige oder auch die Schuldige ist. Ist es der gutaussehende Künstler Alex (Guillaume Canet, bekannt durch „The Beach“), der die schöne Joanna (Keira Knightley, bekannt aus der „Fluch Der Karibik“-Trilogie) in Versuchung bringt? Oder ist es doch die verführerische Arbeitskollegin Laura (Eva Mendes, bekannt durch „2 Fast, 2 Fourios“) der der augenscheinlich treue Michael (Sam Worthington, bekannt durch „Avatar“) eventuell erliegen wird? Oder liegt die Schuld allein bei Joanna und Michael? Das will sich einem selbst am Ende des Films noch nicht wirklich erschließen.

Auch wenn es sich bei „Last Night“ eher um ein Low-Budget- und Indepentendwerk handelt, hat Tadjedin an Erzählungstiefe nicht gespart – dafür aber an Aufklärung. Denn während man sich bis ins kleinste Detail damit befasst, warum es letztendlich „soweit“ kommen musste, lässt man die Konsequenzen des Filmgeschehens komplett außen vor und somit beachtlich viele Fragen unbeantwortet. Das sorgt beim Publikum für Frust und ist sehr unbefriedigend.

Last Night“ wirft Fragen auf, weckt Zweifel und regt mehr als nur zum Nachdenken an, richtet sich aber eindeutig eher an Independent-Genrefans, als an Liebhaber großer Unterhaltung. Das Drama greift mitten ins Leben und unterhält unverschnörkelt ebenso, wie er sanft bewegt. Leider wirkt der Film aufgrund zu vieler offener Fragen etwas unvollständig und man verlässt den Saal mit dem sehr unschönen Gefühl, etwas verpasst zu haben.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Last Night

© NFP marketing & distribution / drei-freunde Filmverleih

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Steckbrief
Regie
Massy Tadjedin

Darsteller
Anson Mount, Chriselle Almeida, Daniel Eric Gold, Eva Mendes, Griffin Dunne, Guillaume Canet, Justine Cotsonas, Keira Knightley, Sam Worthington, Scott Adsit, Stephanie Romanov, Steve Antonucci

Genre
Drama, Romantik
Gastkritiken
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Herstellungsland
USA, Frankreich




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