Larry Crowne - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Larry Crowne| Kritik 7/10

Kinostart
30.06.2011



Handlung

Seit Jahren arbeitet Larry Crowne (Tom Hanks) als Manager einer Supermarktkette, war sogar mehrfach Mitarbeiter des Monats. Bis er eines Tages aus heiterem Himmel gefeuert wird. Angeblich, weil er kein Studium vorweisen kann. Von heute auf morgen arbeitslos entschließt er sich kurzerhand, wieder die Schulbank zu drücken und seinen Abschluss nachzuholen. Eine Entscheidung, die sein Leben verändern wird. Denn dort trifft er nicht nur auf einen bunten Haufen Mitschüler in allen Lebenslagen - sondern vor allem auf seine bezaubernde Lehrerin Mercedes Tainot (Julia Roberts). Die hat sowohl die Lust an ihrem Beruf als auch an ihrer Ehe verloren und steckt selbst mitten in einer handfesten Krise. Doch Larrys unbeholfenem Charme kann sie auf Dauer nicht widerstehen. Und Larry lernt seine Lektion: Gerade wenn du denkst, dass alles verloren ist, kann es passieren, dass du das Wesentliche im Leben findest.


Filmkritik | Larry Crowne

Bereits 9 Mal wurde Larry Crowne zum Mitarbeiter des Monats gekürt. Im Glauben, er würde zum 10. Mal geehrt, erfährt der Supermarktangestellte den Schock seines Lebens. Aufgrund eines fehlenden Collegeabschlusses wird er mir nichts, dir nichts mit sofortiger Wirkung entlassen. Nun steht der frisch geschiedene Larry auch noch vor dem beruflichen Nichts, ein Neuanfang muss her. Eine ganz andere Krise durchlebt dagegen die Rhetorikdozentin Mercedes Tainot, gespielt von Julia Roberts. Unglücklich in ihrer Ehe, überträgt sie ihren Frust auf ihren Unterricht und ertränkt ihre privaten Sorgen nach Schulschluss im Alkohol.

Man ahnt nun, dass die Geschichte die zwei krisengebeutelten Seelen zusammenführen wird und wartet ab. Immerhin ist der Anfang für ein sympathisches Hollywoodmärchen gemacht: liebenswerter Supernormalo im besten Alter gerät in Lebenskrise, macht seinen Weg und findet auch noch zufällig nebenbei die große Liebe. Für „Larry Crowne“ hantiert Hanks gleichzeitig als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller und schreibt auch noch in Zusammenarbeit mit Nia Vardalos das Drehbuch. Keine schlechte Wahl, denn mit niemand Geringerem landete er bereits im Jahre 2002 mit „My Big Fat Greek Wedding“ einen Rom-Com-Hit. Unaufdringlich authentisch verkörpert Tom Hanks den ehemaligen Navy-Koch, der sich mit Motivation und Beharrlichkeit aus der Krise arbeitet.

Mit beeindruckender Offenheit und Naivität begegnet Larry den neuen Herausforderungen. Doch scheint ihm alles etwas zu leicht zu gelingen. Erstaunlich unproblematisch fügt er sich am College ein, wo er ausschließlich von Zwanzigjährigen umgeben ist. Auch sonst erfährt man wenig über seine Ehe oder die von Mrs Tainot, die nur oberflächlich geschildert wird. Ebenso schwer ist es nachzuvollziehen, aus welcher Motivation heraus Mercedes ihre persönliche Wende anpackt und meistert. Und selbst die durchaus kritischen Spitzen in Richtung Bildungssystem und Bankenkrise – die dem Film eine gewisse politische Brisanz verliehen hätten - verpuffen leider allzu schnell und verwischen sich in einer seichten Romanze.

Nichtsdestotrotz ist der Charme der beiden Hollywoodgrößen Hanks und Roberts unverkennbar. Ihre Strahlkraft trägt den Film bis zum Schluss. Viel Potenzial war auch in der Besetzung der Nebenrollen zu erahnen, was aber leider oft unter der Erwartung blieb. Besonderer Glanzpunkt: Star-Trek-Veteran George Takei als herrlich schwülstiger Wirtschaftsprofessor, der selbstgefällig eingeschaltete Handys konfisziert („They call them smartphones but only dummies use them in my class.“).

Alles in allem ist Tom Hanks mit „Larry Crowne” eine liebenswerte Komödie gelungen, die unterhaltsam und durchaus sehenswert ist. Hanks schafft ein lebensbejahendes Plädoyer für jeden Neuanfang und zeigt, wie Freundschaft und Loyalität aus jeder Krise hinaus helfen können. Nur manchmal hätte man den Figuren etwas mehr Profil gewünscht. Dennoch bleibt „Larry Crowne“ ein Film für verregnete Sonntagnachmittage und Rollerliebhaber.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Larry Crowne

© Kinowelt Filmverleih

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 63 / 6 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Larry Crowne abspielen

Steckbrief
Regie
Tom Hanks

Darsteller
Bryan Cranston, Cedric the Entertainer, Gugu Mbatha-Raw, Ian Gomez, Jon Seda, Julia Roberts, Maria Canals-Barrera, Nia Vardalos, Pam Grier, Rami Malek, Rob Riggle, Taraji P. Henson, Wilmer Valderrama

Genre
Drama, Komödie
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA




Benutzername

Passwort

Anzeige