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Kick-Ass| Kritik 5/10

Kinostart
22.04.2010



Handlung

Fast unsichtbar in der Schule und mit einem Haufen Comics im Schrank ist Dave Lizewski (Aaron Johnson) ein völlig durchschnittlicher Teenager - zumindest bis er die Entscheidung fällt, ein Superheld zu werden. Er schlüpft in ein grünes Ganzkörperkostüm, setzt sich eine Maske mit Schlitzen für Augen und Mund auf, schnappt sich zwei Bleirohrkampfknüppel und zieht als "Kick-Ass" in den Kampf gegen das Böse. Das einzige Problem dabei ist allerdings, dass er auf seinen nächtlichen Patrouillen nicht mal ein winziges Fünkchen Superkraft zu bieten hat und sich vor Schurken in Acht nehmen muss, die etwas mehr Power aufweisen. Doch dann gelingt ihm tatsächlich sein erster großer Kampf und so wird er zum MySpace-Helden. Ebenfalls maskiert, aber schon länger mit todbringendem Ernst im Geschäft sind zwei andere "Rächer", auf die er bald darauf trifft eine unaufhaltsame 11-jährige, die ihr rasiermesserscharfes Doppelschwert als Hit Girl (Chloë Moretz) schwingt, sowie ihr panzerbrechender Vater (Nicolas Cage), der erbarmungslos als Big Daddy zupackt. Dazu gesellt sich mit Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) noch ein weiterer Superheldennachahmer. Diese eigenwillige und durchaus energische Allianz bekommt es aber schnell auch mit mächtigen Feinden zu tun und wird durch die heimtückischen Machenschaften von Gangsterboss Frank D'Amico (Mark Strong) auf eine tödliche Probe gestellt.


Filmkritik | Kick-Ass

"Kick-Ass" ist ganz offensichtlich ganz auf die zahlreichen Comicfans zugeschnitten und als bekennender Marvelheft Sammler muss ich zugeben, dass er mit dieser Vorgabe auch auf vielen Ebenen funktioniert. Dennoch hat er ein entscheidendes Problem: Er langweilt den Zuschauer mit dem wohl uninteressantesten Charakter des ganzen Films, nämlich Kick-Ass, zumindest in der ersten Hälfte des Films fast zu Tode. Mir ist durchaus bewusst, dass es Regisseur Matthew Vaughn darum ging seinen Protagonisten als unauffälligen Durchschnittstypen darzustellen. Ebenso wird klar, dass der Film die Absicht hegt, durch die Erschaffung seines Anti-Helden ironische Seitenhiebe in Richtung des Mythos Superheld auszuteilen. Aber warum muss man mich deshalb so überbordernd an seinem 08/15 Leben teilhaben lassen? Die künstlerische Zielsetzung, das Ordinäre möglichst authentisch zu illustrieren, macht das Ordinäre dadurch leider nicht interessanter. Darüber hinaus ist die Idee des Allerweltstypen, der, durch welche Umstände auch immer, zum Superhelden mutiert, ja auch nichts bahnbrechend Neues. Peter Parker oder Bruce Banner zeichnen sich im realen Leben auch nicht gerade durch besondere Fertigkeiten oder außergewöhnlichen Charme aus. Aber diese zumeist unfreiwillig empfangene Gabe löst bei Gebrauch regelmäßig einen wie auch immer gearteten Konflikt aus, welcher die Grundlage für die interessanten Geschichten um "Spider-Man" oder "Der Unglaubliche Hulk" ist.

In "Kick-Ass” denkt unser Held allerdings schlicht und ergreifend, es wäre doch cool mal ein Superheld zu sein und diese Prämisse soll ausreichen, um den Film zu tragen. Prinzipiell mag das ja auch möglich sein. Die Geschichte um Charles Foster Kane, der sich eines Tages überlegt, die Gründung eines Verlages wäre keine schlechte Idee, beginnt ja auch nicht viel anders. Und auch M. Night Shyamalans David Dunn könnte zu Beginn des Films, der seinen Werdegang beleuchtet, nicht unscheinbarer sein. Was aber sowohl "Citizen Kane", als auch "Unbreakable" von "Kick-Ass" abgrenzt, ist die exzellente Rahmengeschichte und ein herausragender Hauptdarsteller. Kick-Ass ist als Charakter irgendwie nur "da" und im Endeffekt kann man das auch über den Film sagen.

"Kick-Ass” hätte ein amüsanter und pointenreicher Film über Comics und ihre Helden werden können. Heraus gekommen ist leider ein über weite Strecken unsinspirierter Ulk-Streifen, welcher gerne "Watchmen" wäre, aber leider nur "Daredevil" ist. Matthew Vaughn hat die Gelegenheit für eine originelle Superhelden Satire leider verpasst.


Filmkritik von Gastautor

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