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Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte| Kritik 7/10

Kinostart
12.11.2009



Handlung

Michael Moore kehrt mit "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" zurück zu der Frage, die vor 20 Jahren bereits seine Karriere eingeleitet hat: Welche Auswirkungen hat das desaströse Verhalten von Großunternehmen und ihr ungebändigtes Profitstreben auf das Leben der Menschen? Es ist ein ausgezeichnetes Date-Movie. Es beinhaltet alles, was dazu gehört – Begierde, Leidenschaft, Romantik und 14.000 Arbeitsplätze, die jeden Tag gestrichen werden. Es ist eine verbotene Liebe, eine Liebe, deren Namen man nicht auszusprechen wagt. Zum Teufel, raus damit: Kapitalismus.


Filmkritik | Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

Wenn man Michael Moores Filme und vor allen deren Machart mag, so wird man auch mit "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" glücklich werden. Schließlich vereint der Film all das in sich, was die "Mooreschen" Dokumentationen so sehenswert macht: Moore verbindet verschiedenste kleine Schnipsel, Episoden und Interviews zu einer unterhaltsamen Dokumentation, in der sich Humor und diesmal auch Tragik in der Waage halten.

Moore geht den Folgen des ungezügelten Kapitalismus auf den Grund - ein Film, der in den Zeiten der Finanzkrise wie die Faust aufs Auge passt. Wenig überraschend gelingt es dem Film daher, der anonymen Masse derer, die unter den teilweise hochgradig kriminellen Machenschaften der Finanzexperten leiden mussten, ein Gesicht zu geben. Moore interviewt Menschen, die alles verloren haben - in diesen Szenen besitzt der Film seine größte Stärke, da hier echte und ungekünstelte Emotionen zum Ausdruck kommen und man als Zuschauer mit den Personen auf der Leinwand mitleidet.

Während Michael Moores Film auf alle Fälle unterhalten kann, so gelingt es dem Filmemacher auch diesmal nicht, die inhaltlichen Kinderkrankheiten früherer Filme abzustellen. Seinem Film fehlt es insgesamt an Substanz; Moore macht es sich zu einfach: aus einzelnen Beispielen schließt er auf das große Ganze. Manche der im Film gezeigten Szenen (z. B. wenn es um das Thema Korruption geht) mögen zwar zum Kopfschütteln anregen, doch sie eignen sich nicht, um den Kapitalismus als solchen zu verteufeln, was ja das Ziel des Films ist. Das ist auch das Problem des Filmes: der rote Faden fehlt ebenso wie eine stringente Argumentation. Es ist zu einfach und nicht stichhaltig, Einzelbeispiele als Maßstab anzuwenden - hier begeht Moore den gleichen Fehler, den er in seinen Filmen immer begeht. Denn es ist leicht, Gegenargumente zu finden und Moores Darstellung zu entkräften. Darüber hinaus rutscht Moore sehr häufig in billige Polemik ab; das mag unterhaltsam sein, dient aber nicht seinem selbst gesetzten Ziel.

Man muss vor dem Gang ins Kino seine Erwartungshaltung überdenken. Erwartet man eine typische Dokumentation im Moore-Stil, so wird man mit "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" sehr gut unterhalten. Erhofft man sich eine intellgente, logisch aufgebaute Dokumentation über die Irrungen und Wirrungen des Kapitalismus, so wird man enttäuscht.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

© Concorde Filmverleih

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Herstellungsland
USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Capitalism: A Love Story




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