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Jungs bleiben Jungs| Kritik 7/10

Kinostart
01.07.2010



Handlung

Hervé (Vincent Lacoste) ist ein ganz gewöhnlicher Vierzehnjähriger mit mehr Pickeln als Verstand, der von seiner Libido gebeutelt allein mit seiner aufreizend verständnisvollen Mutter lebt. Auf der Schule haben er und sein bester Freund Camel nur ein Ziel: endlich ein Mädel aufreissen! Doch alle ihre Annäherungsversuche scheitern schmählich - bis ausgerechnet Aurore, eine der Schönsten, ohne ersichtlichen Grund Hervé mit ihrer Gunst beglückt. Hervé weiss fortan nicht mehr, wie ihm geschieht. Er wäre wie alle Jungs in seinem Alter gern schon ein Mann, aber der Weg dahin ist mit exquisiten Peinlichkeiten gepflastert, grausam für ihn und unverschämt komisch für jeden, der es hinter sich gebracht hat.

Filmkritik | Jungs bleiben Jungs

Um die schlimmste und doch auch irgendwie schönste Zeit des Lebens, dreht sich Riad Sattoufs Regiedebüt „Jungs bleiben Jungs“: Um die Pubertät. Dabei ähnelt die amüsant-schlaksige Komödie jedoch eher dem ebenfalls französischen Filmklassiker „La Boum“, der in den 80ern so manches Teenieherz eroberte, und weniger den heute zu Genüge existierenden Streifen a la „American Pie“.

Alles dreht sich um den 14-Jährigen Hervé (Vincent Lacoste) und seinen Freund Camel (Anthony Sonigo). Beide Jungen verkörpern die typischen Außenseiter der brutalen Jugendwelt: Sie sind unsportlich, unerfahren und schlichtweg nicht nur durchschnittlich, sondern sogar unterdurchschnittlich. Kein Land, und so auch keine Beziehung und ersten sexuellen Erfahrungen, in Sicht also. Denkt man, bis die hübsche Aurore (Alice Trémolière) in die Beziehung der beiden Jungen einbricht – und das Filmchaos beginnt.

Genau ab hier wird es leider aber streckenweise auch etwas vorausschaubar: Schräge Socken-Masturbationsversuche, peinliche Mütter und vorschnelle Körperreaktionen auf das andere Geschlecht kommen einem sicher nicht unbeabsichtigt bekannt vor. Dennoch inszeniert Sattouf das amüsante Geschehen in ruhigen und unkonventionellen Bildern, die sich auf das Wesentliche konzentrieren: Die Hauptpersonen und deren verzwicktes Liebesleben. Oder auch das, was diese als dieses deuten. Das lässt die Pubertätskomödie unglaublich realistisch wirken.

Der schauspielerische Hauptaugenmerk sollte bei „Jungs bleiben Jungs“ ebenso auf den beiden Hauptdarstellern Vincent Lacoste und Anthony Sonigo liegen, wie es die Kamera tut. Denn hier finden sich zwei wirkliche Talente, die man in Zukunft vielleicht noch öfter zu Gesicht bekommen wird. Gemeinsam manövrieren sie sich glaubhaft als beste Freunde durch die unglaublichsten, aber eben doch schmerzhaft-amüsant bekannten, Situationen des jugendlichen Alltags: Und heimsen nicht nur so manchen Lacher ein, sondern eindeutig auch das Mitleid des älteren Publikums.

Doch trotz allen guten Filmseiten, die „Jungs bleiben Jungs“ aufweisen kann, schafft es Sattouf nicht wenigstens die gängigsten Klischees zu umschiffen und die eine oder andere Übertreibung zu vermeiden. So kommen immer wieder wiederholte Phallusanspielungen mit Bananen spätestens nach dem zweiten Mal teilweise ebenso unpassend und unfreiwillig überzogen rüber, wie es die angespitzten Frisur- und Hautprobleme tun.

Alles in allem weist „Jungs bleiben Jungs“ jedoch eine gehörige Prise wohlschmeckenden und subtilen Humor auf, den man durchaus genießen kann. Die Klischees entlocken dem Zuschauer zwar so manches Augenbrauenzucken, gleichzeitig aber auch ab und an ein Schmunzeln. Somit richtet sich die kleine aber feine französische Komödie nicht unbedingt in erster Linie an die, die noch in der Pubertät stecken: Sondern viel mehr an die, die diese schon lange hinter sich gelassen haben.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
Riad Sattouf

Darsteller
Alice Trémolière, Anthony Sonigo, Baptiste Huet, Christophe Vandevelde, Irène Jacob, Julie Scheibling, Meryl Andreys, Noémie Lvovsky, Robin Nizan-Duverger, Simon Barbery, Valeria Golino, Vincent Lacoste

Genre
Komödie
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Herstellungsland
Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
Les Beaux Gosses




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