Jugend ohne Jugend - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Jugend ohne Jugend| Kritik

Kinostart
10.07.2008



Handlung

Dem 70 Jahre alten Linguistikprofessor Dominic Matei (Tim Roth) setzt das Alter zu. Bis der Sprachforscher auf wundersame Weise seine Jugend zurückerlangt: ein Blitzschlag, der den Mann 1938 in Bukarest trifft, wird ihm zum Jungbrunnen. Der an Körper und Geist gestählte Wissenschaftler sieht jetzt aus wie 35, er kommuniziert via Traumbrücke mit seinem zweiten Ich, kann Bücher durch bloßes Berühren per Hand lesen und die Gedanken anderer Menschen manipulieren.
Was Dominic Matei zum Objekt der Begierde für eine Horde von Nazi-Wissenschaftlern macht. Sie wollen ihn für Experimente missbrauchen. Der Sprachforscher flieht ins Schweizer Exil. Akribisch nimmt er die Arbeit an der Erforschung der Ursprünge der menschlichen Sprache wieder auf. Im Exil lernt er Veronica (Alexandra Maria Lara in einer Doppelrolle) kennen und lieben. Sie erinnert ihn an eine verflossene Geliebte aus Studententagen. Auch Veronica hat eine große Begabung: sie unternimmt im Schlaf gefährliche Zeitreisen. Das sorgt für Turbulenzen. Schließlich flieht das Liebespaar auf die Mittelmeerinsel Malta.
Am Ende steht Matei vor der schwierigsten Prüfung seines Lebens. Weil die Forschungsarbeiten die Gesundheit der zeitreisenden Veronica gefährden, muss er die Wahl treffen zwischen der Fortführung seines Lebenswerkes und der Liebe seines Lebens.

Filmkritik | Jugend ohne Jugend

Oscar-Preisträger und Hollywood-Legende Francis Ford Coppola ("Der Pate", "Apocalypse Now") hat mit "Jugend ohne Jugend" ein ebenso kompromissloses wie radikales Alterswerk inszeniert. Entstanden ist ein unbequemer, sehr persönlicher Film - ohne Rücksicht auf Hollywood und die Gesetze des kommerziellen Kinos. "Jugend ohne Jugend" ist ein Film der komplexen Fülle und der nichtlinearen Erzählweise, mit einer verzweigten symbolischen Ebene, die Francis Ford Coppola zu starken Bildern inspiriert hat. Gedreht wurde übrigens in Rumänien und Bulgarien. Im Grunde genommen ist diese Produktion eher ein Essay mit Spielfilmhandlung. In diesem vertrackten Vexierspiel um Zeit, Bewusstsein, Traum und Erkenntnis erweisen sich schnelle Lösungen allemal als sehr trügerisch.

Coppola, der Herr über einige Weinberge in Kalifornien, hat "Jugend ohne Jugend" 2007 nach dem gleichnamigen Roman des rumänischen Religionsphilosophen und Dichters Mircea Eliade inszeniert. Mit einem vergleichsweise kleinen Budget, das Copploa aus eigener Tasche aufgebracht hat. Diese vollkommene Autonomie merkt man dem Stoff, Stil und Rhythmus des Films bis in die kleinste Einstellung hinein auch an.

"Jugend ohne Jugend" ist ein Film, der viel wagt, ein anstrengender, den Zuschauer mehr als zwei Stunden fordernder Streifen. Ob dieses radikale Alterswerk auch ein weiteres Meisterwerk des Francis Ford Coppola ist, muss die Zukunft zeigen. Es braucht ein wenig zeitlichen Abstand, sich "Jugend ohne Jugend" noch einmal anzusehen.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Jugend ohne Jugend

© Sony Pictures Releasing GmbH

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 94 + 44 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Jugend ohne Jugend abspielen

Steckbrief
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
USA, Deutschland, Italien, Frankreich, Rumänien

Alternativ- bzw. Originaltitel
Youth Without Youth




Benutzername

Passwort

Anzeige