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Jonas| Kritik 2/10

Kinostart
05.01.2012



Handlung

Jonas (Christian Ulmen) ist 18 Jahre alt und mehrfacher Sitzenbleiber. Die Brandenburger Gesamtschule Paul-Dessau bietet ihm eine allerletzte Chance auf einen Schulabschluss.

Ein faszinierender Film über Pubertät, Erziehung, Glauben, Liebe, Musik und den Logarithmus.


Filmkritik | Jonas

Es gibt ab und an Filme, die die Welt einfach nicht braucht. "Jonas" ist eines dieser Beispiele. Den Untertitel "Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin" könnte man auch umformulieren in "Stell dir vor, Christian Ulmen ist im Kino und du musst dir den Film anschauen". In seiner Reality-Serie mit dem Titel "Mein neuer Freund" konnte Ulmen zwar einen gewissen Kultstatus erreichen und diesen mit seiner Internet-Show "Ulmen.TV" noch ausbauen. Das muss aber nicht heißen, dass ihm auch der Sprung auf die große Leinwand automatisch glückt. Mitunter mag das auch am Konzept liegen, welches hinter "Jonas" steckt. Es handelt sich nämlich nicht wie man anfangs vermuten könnte um eine Komödie mit einem extrem aufwändig auf jung geschminkten Christian Ulmen in der Hauptrolle, der die Schule und die Lehrer mal so richtig aufs Korn nimmt. Nein, wir haben es hier eher mit einer Art gewollt inszenierter Dokumentation zu tun, in welcher Ulmen als Schüler "Jonas" noch einmal die Schulbank drücken muss.

Dass man als Zuschauer dabei in den ersten Minuten etwas verstört ist, muss Ulmen gewusst haben. Doch es scheint ihm egal gewesen zu sein, lässt er doch einen roten Faden im gesamten Film schmerzlich vermissen. Regisseur Robert Wilde versuchte mit seinem Regiedebüt zwar das Genre der Dokumentation ernst zu nehmen, doch gibt es da eben immer noch Ulmen selbst, dem man seine gespielte Rolle zu keiner Zeit abnimmt. Natürlich muss er als sitzen gebliebener Schüler älter sein als der Rest der Klasse. Glaubhaft ist er deswegen aber noch lange nicht. Eigentlich ist es ja positiv zu sehen, dass er entgegen allen Erwartungen keine seiner übertriebenen Charaktere in einer Schulklasse platziert, sondern sich für den teils etwas zurückhaltenden Jonas entschieden hat. Dennoch wirkt er in den meisten Szenen dadurch fehl am Platze. Die besten Szenen sind dabei die, in denen sich Ulmen zurückhält und die echten Schüler und Lehrer ihren Alltag erleben lässt. In einer Diskussion um die mündliche Benotung einer Leistung beispielsweise bekommt man gut mit, wie der Alltag in der Schule tatsächlich aussieht. Kein Wunder, hält sich hier Ulmen ja auch zurück und beobachtet das Geschehen eher interessiert aus der Distanz.

In anderen Momenten dagegen wirkt er nicht nur wie ein Fremdkörper, sondern stört einfach nur. Das mag das gezwungen gewirkte Gespräch mit dem Schuldirektor oder die heftig inszeniert wirkende Schwärmerei für die Musiklehrerin sein. Nein, diese Szenen sind alles andere als gelungen und lassen den Zuschauer im besten Fall gähnen, im schlimmsten Fall den Saal räumen. Ulmen versucht zwar die Klassengemeinschaft als positives Fazit aus dem Film in den Vordergrund zu rücken, was im Endeffekt aber ebenfalls unglaubwürdig wirkt. Fans des Komikers vermissen also seine übertriebenen Figuren, während alle anderen den Streifen erst recht öde finden dürften.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Jonas

© Delphi Filmverleih

Kommentare


der fLy
22.01.2012, 18:21:20
Kritik nicht lustig....
Der Film dafür sehr...
Christoph Leburn
09.01.2012, 09:41:35
Also ich habe mich im Kino köstlich amüsiert und soweit ich das für die Lacher im Kinosaal rechts, links vor und hinter mir sagen kann: die sich auch. Mag sein, das "Gastautor" einfach nur einen anderen Geschmack oder auch nur einen anderen Humor besitzt. Mag sein, dass ihm auch einfach die Spiegel-Online Kritik so sehr gefallen hat, dass er sie gerne in ganzen Zügen kopiert hat (in diesem Fall würde ich mir wünschen, er würde vorübergehend - ich betone VORÜBERGEHEND - auf das Führen des Titels "Gastautor" verzichten) - vielleicht hatte er aber auch einfach nur einen schlechten Tag und konnte daher diesem lustigen Kleinod nix abgewinnen.
Darina Westbaum
07.01.2012, 03:41:46
Erstmal lesen, was die wahren Kritiker schreiben, kurz drüber nachdenken und dann ab in's Kino. Also, bitte hier lang: http://www.sueddeutsche.de/kultur/jonas-im-kino-jeder-schulalbtraum-relativiert-sich-1.1250253

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Steckbrief
Regie
Robert Wilde

Darsteller
Christian Ulmen

Genre
Deutscher Film, Komödie
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland

Alternativ- bzw. Originaltitel
Stell dir vor, es ist Schule, und du musst wieder hin




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