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John Rabe| Kritik 8/10

Kinostart
02.04.2009



Handlung

1937: Der Kaufmann John Rabe (Ulrich Tukur) lebt mit seiner Frau Dora (Dagmar Manzel) seit fast 30 Jahre in der chinesischen Hauptstadt Nanking. Es ist ihre neue Heimat geworden, doch in wenigen Tagen treten sie ihren Abschied an. John leitet hier die Siemans-Niederlassung und wird seinen Posten an seinen Nachfolger Werner Fließ (Mathias Herrmann) übergeben. Während seines Abschiedsballs wird Nanking von japanischen Fliegern bombadiert und alles bricht in Panik aus. Um die schutzsuchenden Familien seiner Arbeiter in Sicherheit zu bringen, öffnet John die Tore des Farbikgeländes.

Am nächsten Morgen berichtet der Diplomat Dr. Rosen (Daniel Brühl) von einer Sicherheitszone für Zivilisten, die nach dem Angriff auf Shanghai eingerichtet wurde. Daraufhin entscheidet sich John Rabe in Nanking zu bleiben, um auch hier eine Sicherheitszone auf zubauen. Dies ruft den Chefarzt des örtlichen Krankenhauses Dr. Wilson (Steve Buscemi) auf den Plan, der in Rabe den "Nazi-Freund" sieht. Schon bald strömen Hunderttausende in die Zone und können so vor den brutalen Übergriffen der japanischen Armee gerettet werden. Doch nach kurzer Zeit wird die Versorgungssituation immer schlechter und die Japaner wollen die Sicherheitszone unter einem Vorwand stürmen.


Filmkritik | John Rabe

Wer einen Film inszeniert, der mit "Schindlers Liste" verglichen wird, der muss Großes vorgehabt haben. Regisseur Florian Gallenberger hat genau dies gewagt - und ist damit so gut angekommen, dass er nun für sieben Deutsche Filmpreise nominiert wurde.

John Rabe rettete im Zweiten Weltkrieg 250.000 Menschen in einer Schutzzone während der Schlacht von Nanking. Seine heldenhafte Geschichte bringt Gallenberger, der vor einigen Jahren mit dem Oscar für den Kurzfilm “Quiero Ser” ausgezeichnet wurde, sehr gut und interessant auf die Leinwand. Er versteht es, eine Geschichte glaubwürdig zu inszenieren, auch wenn die Schlachten und vor allem das Ende etwas zu sehr nach Hollywood klingen.

Schauspielerisch wissen alle Darsteller ausnahmslos zu überzeugen. Vor allem Ulrich Tukur geht in seiner Hauptrolle als John Rabe auf. Er bringt mit all seinem Talent die Figur zu echtem Leben, so dass der Zuschauer nachvollziehen kann, wieso Rabe diese Mission hatte, die Menschen von Nanking zu retten. Was Gallenberger hier vielleicht auch etwas zu pathetisch inszeniert hat, rettet Tukur vor dem Absinken in vollkommene, kitschig angehauchte Heldenhaftigkeit.

John Rabe” ist vor allem ein Film seiner Schauspieler. Auch der Jungstar Daniel Brühl überzeugt als Arzt. Und der Independant-Star aus Hollywood, Steve Buscemi, spielt einen Briten, der oft genug sarkastische Kommentare gegen Nazi-Deutschland abgeben darf. Er ist damit zwar der typische Gegenpol, was auch ein wenig nach Schwarz-Weiß-Malerei aussieht, aber ein großartiger Schauspieler wie Buscemi weiß auch dies auszumerzen. Ebenso wie Dagmar Manzel, die als Ehefrau von Rabe zwar eine kleine, aber dennoch vielschichtige Rolle wunderbar ausfüllt.
Es sind die Schauspieler, die diesen Film mehr als alles andere zu einem Kinoereignis machen.

Der Film hat einige Schwachstellen, das will ich gar nicht bestreiten. So wirkt das ganze etwas zu pathetisch. Auch ist ziemlich vorhersehbar, was in der nächsten Szene passieren wird. Und die Ereignisse in Nanking waren sicherlich vielschichtiger als sie im Film dargestellt werden. Der Film ist in vieler Hinsicht mehr Hollywood als deutsches Kino. Aber deshalb wird er wohl international geschätzt werden. Schauspielerisch ist er auf allerhöchstem Niveau, Gallenbergers Regie war in seinem Oscar-Film sicherlich besser.
Trotzdem war der John Rabe für mich ein Ereignis, das ich mir sehr gerne angesehen habe. Seine monumentale Aura, von den herrlichen Kostümen bis hin zur Kameraführung und Musik ist beeindruckend.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

John Rabe

© Majestic Film Verleih GmbH

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Steckbrief
Regie
Florian Gallenberger

Darsteller
Anne Consigny, Dagmar Manzel, Daniel Brühl, Mathias Herrmann, Shaun Lawton, Steve Buscemi, Teruyuki Kagawa, Ulrich Tukur, Zhang Jingchu

Genre
Biografie, Deutscher Film, Drama, Krieg

Tags
China, Zweiter Weltkrieg
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Herstellungsland
Deutschland, China, Frankreich




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