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Jerry Cotton| Kritik 6/10

Kinostart
11.03.2010



Handlung

Der gute Ruf des New Yorker FBI-Agenten Jerry Cotton (Christian Tramitz) ist ernsthaft bedroht: Daryl Zanuck (Christiane Paul), Leiterin in der Dienstaufsicht, wirft ihm einen Mord an zwei Menschen vor. Hat Jerry aus Rache den Ganoven Sammy Serrano (Moritz Bleibtreu) erschossen, weil er keine Beweise für seinen Raubzug finden konnte? Und hat er zudem tatsächlich seinen eigenen Arbeitskollegen Ted Conroy (Janek Rieke) getötet, um den Zeugen seines ersten Mordes zu beseitigen? Für Jerry beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit: Er muss vor seinen eigenen FBI-Leuten fliehen und in New York den wahren Mörder aufspüren. Sein einziger Freund ist nun sein roter Jaguar, seine Smith & Wesson, Kaliber 38 und sein neuer, leicht chaotischer Partner Phil Decker (Christian Ulmen).


Filmkritik | Jerry Cotton

Jeder kennt den Protagonisten des Films als Hauptperson im gleichnamigen Groschenroman, der seit den 50er Jahren am deutschen Kiosk seine Leser findet: Jerry Cotton, der Geheimdienstmann, der stets versucht mit James Bond Schritt zu halten. In den Vorlagen gelingt das nicht wirklich, aber das Filmgenre ermöglicht den Regisseuren und Darstellern hier völlig neue Möglichkeiten.

Christian Tramitz gibt den Actionhelden, obwohl er den Zuschauern sonst eher als Komödiant und Partner von Michael "Bully" Herbig bekannt ist. Trotzdem steht ihm die Rolle des Jerry Cotton nicht schlecht zu Gesicht und er vermag sie im Rahmen der angelegten Story auch überzeugend auszufüllen. Er ist der Frontmann des FBI und wird in der Filmvorlage verdächtigt, seinen Widersacher aus der Gangsterwelt, Sammy Serrano – dargestellt von Moritz Bleibtreu, der großen Mut zur Hässlichkeit beweist - aber auch seinen Partner vom Leben zu Tod befördert zu haben. Es wird als Zeit, die eigene Unschuld zu beweisen. Zu diesem Zweck muss er selbstverständlich untertauchen, aber ganz ohne Hilfe kommt er hier doch nicht zurecht.

Zu diesem Zeitpunkt kommt sein neuer Partner Phil Decker, gespielt von Christian Ulmen, ins Spiel. Der hat eher die Rolle des nervigen Gegenstücks, dem ständig fulminante Fehler unterlaufen. So kann er auch nicht für sich behalten, dass Jerry Cotton zu ihm Kontakt hält und das bringt einige Steine ins Rollen. Die Art, wie er seine Rolle ausfüllt, erinnert nur noch wenig an den Partner Phil in den Romanen, denn hier ist eine überzeichnete Figur dargestellt, die nur durch Vitamin-B von Deckers Vater überhaupt Einlass beim FBI findet. So sind viele Szenen der Figur fast peinlich anzusehen und tendieren zur Komödie à la Louis de Funès. Trotzdem ist das Zusammenspiel von Ulmen und Tramitz sehenswert und natürlich fühlen die Zuschauer sich auch unterhalten.

Zwei weibliche Gegenpole hat der Film ebenfalls aufzuweisen: Monica Cruz spielt die laszive und vor Sexualität sprühende Rolle, die in keinem Agentenfilm fehlen darf und Christiane Paul das harte und gemeine Miststück, bedient aber hier einmal zu oft das Klischee und wirkt deshalb nicht immer überzeugend. Besser macht es da schon Herbert Knaup, der den intelligenten FBI Chef gibt, der in seiner Haltung zu Cotton ständig schwankt und sich nicht zwischen Schuld oder Unschuld des Agenten entscheiden kann.

Jerry Cotton ist ein definitiv deutsches Machwerk des Agentengenres und erinnert ein wenig an das Pantoffelkino der 1950er Jahre, was sicherlich auch der schriftlichen Vorlage geschuldet ist. So werden auch nur einige Szenen am Originalschauplatz New York gedreht und die restlichen Szenen stammen aus dem deutschen Studio – und Filmgelände. Hierdurch konnten sich die Macher aber der deutschen Filmförderung uneingeschränkt bedienen. Im Gesamteindruck ist so aber ein Streifen entstanden, der kurzweilig unterhält, wenn auch die Filmmusik gelegentlich etwas übertreibt. Dies wird aber aufgewertet durch die Darstellerriege und eine neuartige, eindrucksvolle Kameraführung.


Filmkritik von Gastautor

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Jerry Cotton

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