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Jerichow| Kritik 7/10

Kinostart
08.01.2009



Handlung

Thomas (Benno Fürmann) ist jung, kräftig gebaut und war Zeitsoldat in Afghanistan, bis er unehrenhaft entlassen wurde. Ali Özkan (Hilmi Sözer) ist Unternehmer türkischer Abstammung, misstrauisch aber dennoch lebenslustig geblieben. Laura (Nina Hoss) ist begehrenswert und doch distanziert zugleich und Alis Frau. Diese drei vom Leben geprägten Menschen treffen zufällig aufeinander, getrieben von ihren Sehnsüchten und Träumen. Im deutschen Nordosten, an den Klippen über dem Meer nimmt das Drama dieser drei Menschen ihren Lauf.


Filmkritik | Jerichow

Gleich zu Beginn des Films „Jerichow“, noch als die Liste der Namen der Beteiligten am Film erscheint, hört man die Totenglocken - eine Beerdigung. Der erste Gedanke: der Film ist bereits zu Ende, das ist der Abspann!
Die Geschichte basiert auf dem Roman „The Postman Always Rings Twice“ von James M. Cain. Der direkte Bezug dazu wurde von Christian Petzold allerdings vermieden. Ebenfalls inspiriert von dieser Novelle wurde Luchino Viscontis in „Besessenheit“ im Jahre 1943.

Ein Kinofilm mit drei Figuren, einer beeindruckenden und atemberaubenden Landschaft in Sachsen-Anhalt. Unfälle bringen bei Filmen von Christian Petzold oft die Geschichte erst ins Rollen, so auch in "Jerichow". Und immer präsent: Nina Hoss, ob in „Wolfsburg“ oder „Yella“ und nun auch in seinem aktuellen Streifen. Jeder von Christian Petzolds Filmen hat eine unverwechselbare, eigenartige Atmosphäre, die in jedem seiner Streifen noch stärker und intensiver werden zu scheint.

Regie führte bei „Jerichow“ Christian Petzold, die Musik stammt von Stefan Will, die Kamera führte Hans Framm und zu den Darstellern zählen unter anderem Benno Fürmann, Nina Hoss, Hilmi Sözer, André Hennicke, Claudia Geisler, Marie Gruber und Knut Berger. Benno Fürmann brilliert mit einer umwerfenden Männlichkeit. Nina Hoss dagegen überzeugt durch gleichzeitige Zerbrechlichkeit und Kälte. Hilmi Sözer konnte in noch keinem Film so überzeugen, wie in „Jerichow“, war er doch in der Vergangenheit eher für die Komikrollen zu haben. Doch jetzt ist er cool und gleichzeitig weich. Eine Rolle wie die des Ali hat es bei Christian Petzold noch nicht gegeben - er ist paranoid, masochistisch und schwermütig.
Diese drei Charaktere sind das Herz dieses Kinofilms. Die drei Dinge, um die sich in „Jerichow“ alles dreht sind Tod, Liebe und Geld, scheinbar unaufhaltsam miteinander verstrickt. Laura (Nina Hoss) trifft mit ihrer Aussage: „Mann kann sich nicht lieben, wenn man kein Geld hat“ genau ins Schwarze. Der Film geht der Frage nach, wie man lebt und liebt in einer Welt ohne Arbeit und ohne Geld. Es geht um unerfüllte Sehnsucht und verlorene Träume. Eine alltägliche Geschichte, die nachdenklich macht und bewegt.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Jerichow

© Piffl Medien GmbH & Arne Höhne Presse

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Steckbrief
Regie
Christian Petzold

Darsteller
André Hennicke, Benno Fürmann, Hilmi Sözer, Knut Berger, Marie Gruber, Nina Hoss

Genre
Deutscher Film, Drama
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Herstellungsland
Deutschland




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