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J. Edgar| Kritik 7/10

Kinostart
19.01.2012



Handlung

Fast 50 Jahre lang war J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio) der Chef des Federal Bureau of Investigation – so stieg er zum mächtigsten Mann in Amerika auf. Um sein Land zu schützen, schreckte er vor nichts zurück. Er überlebte die Regierungen von acht Präsidenten und drei Kriege, er kämpfte gegen reale und eingebildete Bedrohungen, wobei er die Gesetze oft recht eigenwillig auslegte, um den Schutz seiner Landsleute zu gewährleisten. Seine Methoden waren ebenso heroisch wie skrupellos, und all das diente nur dem einen Ziel, das er nie erreichte: Er wollte von der Welt bewundert werden.


Filmkritik | J. Edgar

Mit seinem neuesten Film „J. Edgar“ erzählt Starregisseur Clint Eastwood die Geschichte eines Mannes, der, obwohl er nie Politiker oder Star gewesen ist, der amerikanischen Geschichte seinen Stempel aufdrückte. Der Privatmensch J. Edgar Hoover, der die unglaublich lange Zeit von 45 Jahren Leiter des FBI gewesen ist, blieb der Öffentlichkeit verborgen. Hoover hasste Kommunisten und litt unter einem schon paranoid zu nennenden Verfolgswahn. Er schreckte auch nicht davor zurück, die acht Präsidenten während seiner Amtszeit zu bespitzeln, und baute das Sicherheitssystem der Vereinigten Staaten bis zur Vollendung aus. Er war gefürchtet wie kaum jemand sonst, doch wie der Mensch Hoover war, blieb weitgehend im Verborgenen. Genau auf diesen Aspekt verlegt Eastwood seinen Film. Er zeigt einen getriebenen Menschen, der durch eine eiskalte Mutter, die Schwule hasst, zum Erfolg getrieben wird, und dabei unter ständiger Furcht vor ihr leidet. Homosexuelle Neigungen wurden Hoover zeit seines Lebens nachgesagt. Eine Bestätigung dafür gibt es nicht, dennoch lässt Eastwood keinen Zweifel daran, dass sein Protagonist sich zu Männern hingezogen fühlte.

Clint Eastwoods Film ist kein biografisches Werk. Es hangelt sich allenfalls an den Stationen des Lebens von Hoover entlang, um sich eine künstlerische Freiheit über die Persönlichkeit seines Protagonisten zu erhalten. Zahlreiche Nebenstränge gehen zwar auf Ereignisse der amerikanischen Geschichte ein, zum Beispiel wird die Entführung des Lindbergh-Babys ebenso erwähnt wie die Ermordung Martin Luther Kings, doch sind dies nur Nebenschauplätze. Im Vordergrund steht ausschließlich der FBI-Chef in seiner Eigenschaft als Privatmensch. Mit der Verpflichtung von Leonardo DiCaprio für die Rolle des J. Edgar Hoover ist es Eastwood gelungen, einen Topstar zu gewinnen, dem es wie keinem anderen gelingt, der Person Hoover ein Gesicht zu verleihen. Ob als junger Mann oder alter, dick gewordener Mensch – DiCaprio gelingt trotz seiner Jugend eine eindrucksvolle Darstellung. Nicht minder gut besetzt ist die Rolle von Hoovers Mutter Anne Marie. Judi Dench hat in der Vergangenheit häufig bewiesen, dass sie zu den ganz großen Stars gehört. Ihre Mrs. Hoover ist ehrgeizig und kompromisslos hart und kalt. Armie Hammer, der den mutmaßlichen Lebensgefährten Clyde Tolson darstellt, steht den beiden Stars nur wenig nach.

J. Edgar“ ist ein beeindruckender Film über eine historische Persönlichkeit. Dennoch darf der Kinobesucher nicht außer Acht lassen, dass viele Einzelheiten auf reiner Spekulation beruhen. Eine Biografie ist der Film sicherlich nicht. Auch wer hofft, mehr über die Geschichte des FBI zu erfahren, wird enttäuscht werden. Die Story dreht sich fast ausnahmslos um die Person ihres langjährigen Leiters. Für Kinobesucher, die sich darauf einlassen können, ist Clint Eastwoods Film durchaus sehenswert.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

J. Edgar

© Warner Bros. Pictures

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Steckbrief
Regie
Clint Eastwood

Darsteller
Armie Hammer, Brady Matthews, Cheryl Lawson, David A. Cooper, Ed Westwick, Geoff Pierson, Gunner Wright, Josh Hamilton, Kaitlyn Dever, Leonardo DiCaprio

Genre
Biografie, Drama

Tags
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Herstellungsland
USA




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