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Invictus - Unbezwungen| Kritik 9/10

Kinostart
18.02.2010



Handlung

Der gerade gewählte Präsident Mandela (Morgan Freeman) weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport vereinen zu können, der alle Schranken überwindet: Mit großem Enthusiasmus unterstützt er das südafrikanische Rugby-Team, obwohl es als Außenseiter bei der Weltmeisterschaft 1995 kaum eine Chance hat.


Filmkritik | Invictus - Unbezwungen

Auch kurz vor seinem 80. Geburtstag ist Clint Eastwood fleißig und liefert alljährlich einen Film ab. Die kleinen, leisen Geschichten sind sein Metier – manchmal fiktiv, manchmal Randnotizen der Geschichtsbücher. Geradlinig und schnörkellos erzählt er von Werten und aufrechten Menschen in einer Welt, die sich immer mehr von diesen Idealen entfernt. „Invictus – Unbezwungen“ ist ein typischer Eastwood-Film, aber gleichzeitig auch anders – thematisch größer und bedeutungsvoller.

Es ist die weltweit strahlende Persönlichkeit Nelson Mandelas, die hier ins Bild gerückt wird und man mag sich wundern, warum Hollywood diese Biografie bisher filmisch ausgespart hat. Keinesfalls verwunderlich ist dagegen die Darstellung Mandelas durch Morgan Freeman, denn die optische Ähnlichkeit ist schlicht frappierend und Freeman gibt tatsächlich eine beeindruckende Darstellung der medial kolportierten Persönlichkeit Mandelas mit kindlicher Freude, messerscharfem Intellekt, Gebrechlichkeit und anrührender Herzlichkeit.
Auf dem Filmplakat muss Freeman zwar hinter Matt Damon als Francois Pienaar, dem Kapitän des südafrikanischen Rugby-Teams, zurückstehen, aber er überragt seinen Kollegen dennoch bei weitem: bildlich, in der darstellerischen Leistung und der Bedeutung der Figuren. Aber auch Damon gelingt eine ansprechende Vorstellung, für die er ohne Zweifel obendrein viele Trainingsstunden in seine physische Präsenz investiert hat.

Beide Akteure werden in der Erinnerung an diesen Film allerdings immer etwas verblassen, denn das Meisterstück ist der Film selbst.

Das Regie-Arrangement von Eastwood ist das herausragende Merkmal von „Invictus“. Es ist die mutige Mischung aus Biografie und Sportfilm auf dem Boden eines zerrissenen Landes, die hier in vielen, kleinen Szenen große Geschichte eindringlich verdichtet. Beispielsweise ist der Graben zwischen Schwarz und Weiß förmlich spürbar, wenn der Zuschauer die täglichen Auseinandersetzungen zwischen Mandelas Leibwächtern beider Hautfarben beobachtet. Eastwood transferiert den Pulsschlag Südafrikas in den Alltag seiner Figuren und macht das damalige Zeitgefühl für seine Zuschauer eindringlich erfahrbar. Und auch Wunder werden greifbar, wenn Damon mit dem Publikum die unglaubliche Kargheit von Mandelas Zelle auf Robben Island erfährt. Diese über fast zwei Jahrzehnte zu besiegen, bedeutet alles besiegen zu können. Jetzt ist der Weg frei für das Rugby-Wunder, welches in gewohnter Optik aus Spielszenen, Blicken auf die Anzeigetafel, Zuschauermassen im Stadion und im ganzen Land über die Bühne geht.

Das Sommermärchen gab es zuerst am Kap und Eastwood erzählt die Geschichte dazu. Für einen Moment hat es Abgründe überwunden, wurde zum Symbol für ein Land. Es ist ein Symbol à la Eastwood - nur etwas größer als sonst. „Invictus – Unbezwungen“ ist Erzählkino der Spitzenklasse und verdient, gesehen zu werden!


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Invictus - Unbezwungen

© Warner Bros. Pictures Germany

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Steckbrief
Regie
Clint Eastwood

Darsteller
Leleti Khumalo, Marguerite Wheatley, Matt Damon, Matt Stern, Morgan Freeman, Ryan Scott, Tony Kgoroge

Genre
Biografie, Drama

Tags
Afrika, Rugby, Sport
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Herstellungsland
USA




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