Ich & Orson Welles - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Ich & Orson Welles| Kritik 8/10

Kinostart
26.08.2010



Handlung

Manhattan in den 1930er Jahren. Der Theatre District zwischen der 40sten und 54sten Straße erlebt seine Hochzeit. Einer der schillerndsten Stars dieser Zeit ist Orson Welles – Schauspieler, Regisseur, Visionär und Gründer des legendären Mercury Theatre. Auch der junge Richard (Zac Efron) träumt von einer Karriere am Broadway und ergattert durch einen glücklichen Zufall eine kleine Rolle in dem Stück "Julius Caesar" von William Shakespeare, dessen Premiere Welles (Christian McKay) gerade vorbereitet. Doch die schillernde New Yorker Theaterwelt entpuppt sich als hartes Pflaster: Der geniale wie herrische Orson Welles führt ein hartes Regiment auf und hinter der Bühne und verfolgt seine künstlerischen Ziele gnadenlos. Neid, Missgunst und Konkurrenzkämpfe beherrschen den Probenalltag. Als sich Richard auch noch in die ehrgeizige Regieassistentin Sonja Jones (Claire Danes) verliebt, wird er unwissentlich zum Rivalen des genialen Multitalents. Ein ungleicher Kampf beginnt.


Filmkritik | Ich & Orson Welles

Ein wenig naiv, ein bisschen bittersüß und vor allem etwas zynisch… So ist die erste Liebe und so ist auch Richard Linklaters Verfilmung von Robert Kaplows Roman „Ich und Orson Welles“, das sich unter anderem genau um diese dreht - und das am schillernden und hartherzigen Broadway im New York der 30er Jahre.

Ob die Filmversion an den Erfolg des Buches anknüpfen kann, steht noch offen. Die Chancen stehen aber sicher gut, denn kein Geringerer als Teenie-Star Zac Efron (bekannt aus „High School Musical“) übernimmt die Hauptrolle des Jungschauspielers Richard Samuels, der es im Mercury Theatre mit niemand geringerem, als mit der Regielegende Orson Welles (Christian McKay, bekannt aus „Margaret“) aufnehmen muss. An seiner Seite spielt Claire Danes (bekannt aus „Romeo und Julia“) als Regieassistentin Sonja, die es im Film gleich in die Betten beider Protagonisten zieht. Ärger ist da natürlich vorprogrammiert.

Genau das ist es, was in dem dramatischen Streifen durchaus rüber kommt. Linklater verzichtet zwar darauf zu sehr im „Dreck“ der Gerüchteküche aus längst vergangenen Zeiten zu wühlen, schafft es aber trotzdem den Zuschauern vor Augen zu führen, dass das harte Film- und Bühnengeschäft unter diesem Mann eindeutig ein noch viel härteres war. Moral und Rücksicht waren für Welles Fremdwörter, was sich in „Ich und Orson Welles“, allerdings nur subtil zwischen den Zeilen findet. Sicherlich nicht zuletzt des sehr realistischen Spiels, welches sich Efron, Danes und natürlich auch McKay vor der Kamera liefern, wegen. Besonders sticht dabei Efron heraus, der charakterlich so gar nicht milchbubihaft und makellos wirkt, auch wenn sein Gesicht dies dennoch verspricht. Trotzdem wird er vom passend herrischen McKay überschattet, was aber Absicht der Macher zu sein scheint. Denn bereits nach wenigen Filmminuten wartet man auf die sehr seltenen Momente, in denen Welles so etwas wie eine menschliche Regung zu zeigen scheint. Ein großes Highlight sind die gelungene Kulisse, wie auch die Kostüme des Filmes, die den Zuschauer eindeutig sehr glaubhaft in die 30er Jahre entführen. Alles wirkt hochgeschlossen, etwas blass, braun und bieder aber vor allem realistisch. Das Schillernde kommt hier eindeutig nur von der Bühne des legendären Mercury Theatres.

Abschließend lässt sich „Ich und Orson Welles“ wohl am besten wie folgt zusammenfassen: Ein Machtspiel zwischen Naivität und Durchtriebenheit, aber auch das Gegenspiel von Traum und Wirklichkeit. Das Eine sind die Eigenschaften der beiden Protagonisten die sich die Leinwand teilen und unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Andere der Kampf des Schein und Seins der Traumfabrik, deren Kollision ein durchaus sehenswertes Filmmärchen schafft.


Filmkritik von Gastautor

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Ich & Orson Welles

© farbfilm verleih GmbH

Kommentare

Derzeit sind keine Kommentare vorhanden!

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 44 + 68 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Ich & Orson Welles abspielen

Steckbrief
Regie
Richard Linklater

Darsteller
Al Weaver, Ben Chaplin, Christian McKay, Claire Danes, Eddie Marsan, Iain McKee, James Tupper, Kelly Reilly, Leo Bill, Patrick Kennedy, Simon Lee Phillips, Zac Efron, Zoe Kazan

Genre
Drama

Tags
Broadway, Theater
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Großbritannian, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Me and Orson Welles




Benutzername

Passwort

Anzeige