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Hotel Lux| Kritik 5/10

Kinostart
27.10.2011



Handlung

Das war ein Hitler-Gag zu viel: Der Komiker und Parodist Hans Zeisig (Michael Herbig) muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Eigentlich träumt er von Hollywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat. Zu seiner Überraschung trifft Zeisig im LUX auch seinen früheren Bühnenpartner Siggi Meyer (Jürgen Vogel) und die niederländische Untergrundkämpferin Frida (Thekla Reuten) wieder, die beide fest an das Gute im Kommunismus glauben. Für die drei Freunde beginnt ein Abenteuer auf Leben und Tod.


Filmkritik | Hotel Lux

Michael "Bully" Herbig hat sich mit „Der Schuh des Manitu“ selbst ein Denkmal gesetzt. Auch wenn er den Erfolg des irrwitzigen Indianer-Epos niemals wiederholen können wird, wird er dennoch immer wieder an diesem gemessen werden. Für viele Regisseure und Schauspieler hat eine solche zugegebenermaßen eher schlechte Perspektive als künstlerische Sackgasse herausgestellt, Bully Herbig jedoch geht seinen Weg unbeirrt weiter. Dies ist ihm sehr hoch anzurechnen. So versucht er immer wieder Neues, behält dabei jedoch seinen ureigenen Witz und Charme bei. Hierfür kann man ihn lieben – oder eben auch nicht. Seine Filme wissen das Publikum zumeist zu spalten.

Gleiches gilt ebenso für „Hotel Lux“. Einerseits handelt es sich um ein absolut frisches Produkt, das Herbigs Fans sehnlichst erwartet haben dürften, andererseits handelt es sich um den gleichen albernen Klamauk, der dem Kinogänger seit nunmehr über einer Dekade immer und immer wieder serviert wird. Wer sich eher von letzterem angesprochen fühlt, der braucht gar nicht erst weiterlesen. Denn der geneigt Fan erhält mit „Hotel Lux“ genau das, was er auch erwartet. Dennoch sei angemerkt, dass sich Herbigs Humor weiterentwickelt hat. So sind manche Witze doch eher subtiler Natur, benötigen mitunter etwas Zeit, um zu zünden. Dessen ungeachtet gibt es weiterhin die zu erwartenden Schenkelklopfer.

Dabei kann Bully wie erwartet die Pointen an den richtigen Stellen setzen. Woran es allerdings mangelt, das ist eine gewisse Balance zwischen Tragik und Komik. Fans von „Scrubs - Die Anfänger“ schätzen an dieser Sitcom insbesondere, dass – zumindest in den ersten Staffeln – stets die Waage zwischen Frohsinn und Trauer gehalten werden konnte. Zwar ist es löblich, dass sich Herbig an einen immer noch recht pikanten Stoff wagt, doch hierbei hätte auf keinen Fall vergessen werden dürfen, vor welch bedeutungsschwangerer Kulisse die Handlung spielt. Hitler und Stalin filmische parodierende Aufmerksamkeit zu schenken, daran ist nichts auszusetzen, ist sogar sehr löblich. Michael Herbig und Jürgen Vogel zeigen in ihren hervorragenden Darbietungen einmal mehr, was sie für ausgezeichnete Schauspieler sie sind. Bei dem „Hotel Lux“ handelt es sich jedoch um ein Gebäude, das tatsächlich über einen tragischen historischen Hintergrund verfügt. Insgesamt hätte man sich an dieser Stelle etwas mehr Feingefühl wünschen können. Dass man Geschichte und Komik durchaus miteinander verbinden kann, das hatte Regisseur Leander Haußmann bereits mit seinem eigenen Werk „Sonnenallee“ bewiesen.

Leider ist es im Speziellen die Handlung von „Hotel Lux“, die insgesamt wenig zu begeistern weiß. Das fällt immer besonders dann auf, wenn es für ein paar Minuten keinen Gag gibt, flugs stellt sich Langeweile ein. Ob sich tatsächlich ein Besuch im Kino lohnt, sei dahingestellt. Eher sollte man auf eine DVD-Auswertung warten.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Hotel Lux

© Constantin Film

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Steckbrief
Regie
Leander Haußmann

Darsteller
Alexander Senderovich, Daniel Wiemer, Friedrich Karl Praetorius, Jürgen Vogel, Juraj Kukura, Michael Herbig, Sebastian Blomberg, Thekla Reuten, Thomas Thieme, Valery Grishko

Genre
Deutscher Film, Drama, Komödie

Tags
Nationalsozialismus
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Herstellungsland
Deutschland




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