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Horst Schlämmer - Isch kandidiere!| Kritik 5/10

Kinostart
20.08.2009



Handlung

Grevenbroich, 19. Juni 2009 – Horst Schlämmer, stellvertretender Chefredakteur beim Grevenbroicher Tagblatt, hat seinen Job endgültig satt. Er sucht nach neuen Herausforderungen und beschließt, in die Politik zu gehen und Bundeskanzler zu werden. Er gründet die „Horst Schlämmer Partei – HSP“ und bringt mit seinem ziemlich „horstigen“ Wahlkampf die arrivierten Parteien mächtig auf Trab. Auf dem Weg nach oben begegnet er einer Frau mit Drang zu Höherem. Eins führt zum anderen, und so sieht sich Horst Schlämmer nicht nur innerhalb kürzester Zeit als Vorreiter einer neuen Politik, sondern ist gleichzeitig auf der Flucht vor der Polizei. Schlämmer und sein Praktikant Ulle (Simon Gosejohann) schaffen mit Glück und Kreativität das Unmögliche: Sie machen die Partei im Land bekannt. Die HSP tritt tatsächlich als neue Partei bei den Bundestagswahlen an, und als der Wahlsonntag gekommen ist, sitzt der Parteivorsitzende Schlämmer mit seinen begeisterten Anhängern in der Stammkneipe in Grevenbroich. Alle starren wie gebannt auf die Grafik mit der ersten Hochrechnung: Jubel bricht aus! Hat Horst es tatsächlich geschafft? Ist er unser nächster Bundeskanzler? Oder hat das Schicksal noch eine viel größere Rolle für ihn vorgesehen?


Filmkritik | Horst Schlämmer - Isch kandidiere!

Im Grunde ist es gar nicht mehr wichtig, wie das neueste Werk von Hape Kerkeling der Film „Horst Schlämmer – Isch kandidiere“ geworden ist. Denn schon lange vor dem Start in den deutschen Kinos erregte der Film soviel Aufsehen, dass man heute beinahe vergisst, dass Horst Schlämmer nur eine Kunstfigur ist und leider gar nicht in Wirklichkeit existiert. Es erscheint nur logisch, dass sich dieser „unmögliche“ Reporter auf den Weg nach Berlin macht, um rotzfrech als Bundeskanzler zu kandidieren.  Hape Kerkeling hat die Rolle des stellvertretenden Chefredakteurs des Grevenbroicher Tageblatts so perfekt durchdacht, lebt die Figur so glaubwürdig, dass man in der Tat versucht ist, am 27. September der HSP, der Horst-Schlämmer-Partei, seine Stimme zu geben.

Interessant wäre es sicherlich zu untersuchen, wie viele Bürger am Wahltag vergeblich die HSP auf dem Wahlzettel suchen werden. Aber, wäre das dann als Erfolg für den Film oder eher ein Erfolg für Hape Kerkeling als Horst Schlämmer zu werten? Denn trotz der viel beachteten Premiere in Berlin mit rotem Teppich und jeder Menge Prominenz, kann der Kinofilm den hohen Erwartungen nur selten gerecht werden. Dafür wirkt der Aufbau des Films zu sehr wie eine Aufzählung vieler einzelner Horst-Schlämmer-Sketche. Das aufdringliche Benehmen der Hauptfigur und vor allem das Grunzen und Rülpsen bleiben nicht die ganzen 90 Minuten des Films über wirklich witzig. Man wartet eher vergeblich auf eine sich entwickelnde, in sich runde, Story.

Wie immer sind die Parodien Hape Kerkelings auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt oder den Generalsekretär der CDU, Ronald Pofalla, perfekt und genial. Doch die zusätzlichen Gastrollen einiger Lokalpolitiker aus Grevenbroich und der Grünen Politiker Claudia Roth und Cem Özdemir machen den Film auch nicht origineller. Ebenso wenig, wie die Kurzauftritte der Revoluzzerin und Möchtegern-Politikerin Gabriele Pauli, der Pseudo Mallorca-Könige Bernhard Brink und Jürgen Drews oder des Starlets Kader Loth.

Dennoch muss man eigentliche immer auf etwas gefasst sein, wenn Horst Schlämmer in seinem ockerfarbenen Trenchcoat mit baumelnder Herrenhandtasche und nach Luft schnappend auf Wählerfang geht. Und so sind die eigentlichen Stars des Film die ganz einfachen Leute auf der Straße, die den Film nutzen, um ihren Frust auf deutliche Weise zum Ausdruck zu bringen.  Zum Abschluss kann man in der Bewertung daher nur sagen: eine 10 für den Mut und das Timing Hape Kerkelings, den Frust einer ganzen Bevölkerung im Wahljahr 2009 deutlich zum Ausdruck zu bringen, aber leider nur eine laue 5 für einen eher mittelmäßigen Film.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

Horst Schlämmer - Isch kandidiere!

© Constantin Film Verleih

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Steckbrief
Regie
Angelo Colagrossi

Darsteller
Alexandra Kamp-groeneveld, Hape Kerkeling, Maren Kroymann, Norbert Heisterkamp, Simon Gosejohann

Genre
Deutscher Film

Tags
Berlin
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Herstellungsland
Deutschland




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