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Kinostart
25.06.2009



Handlung

Eine leere, stillgelegte Autobahn inmitten einer ruhigen und verlassenen Landschaft. Und plötzlich stehen dort am Rand ein Liegestuhl, ein Swimmingpool, ein Grill, ein Sessel, ein Tischfußballspiel und ein einsames Haus. Was suchen diese Dinge hier neben der Leitplanke? Sie gehören zum Leben einer Familie, die seit zehn Jahren neben dem Asphalt ihr ungewöhnliches Leben führt: Marthe (Isabelle Huppert) und Michel (Olivier Gourmet) mit ihren drei Kindern.

Doch eines Tages werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen und die Autobahn schließlich für den Verkehr freigegeben. Als Lastwagen um Lastwagen vorbeidonnert und Abgase, Lärm und Ferienreisende dem einst beschaulichen Familienleben ein Ende setzen, regt sich Widerstand.


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Michel (Olivier Gourmet, unter anderem bekannt aus „Ordinary Man“) und Marthe (Isabelle Huppert, bekannt aus „8 Frauen“) sind ein durchschnittliches Ehepaar, mit ebenso normalen Kindern und einem durchaus gewöhnlichem Familienalltag. Michel verdient das Geld für das tägliche Brot während Marthe den Haushalt schmeißt. Für den nötigen Schwung im Familienleben sorgen die drei gemeinsamen Kinder Judith, Julien und Marion, die die Eltern entsprechend auf Trapp halten.

Soweit so gewöhnlich und vorausschaubar also, scheint das Regie-Debüt der Schweizerin Ursula Meier „Home“ daher zu kommen. Aber, gewöhnlich und vorausschaubar ist „Home“ (zu Deutsch Zuhause) eben nur auf den ersten Blick. Denn die lebhafte Familie wohnt nicht etwa besinnlich auf dem Lande Frankreichs, sondern direkt an der seit Jahren stillgelegten Autobahn E57. Und diese wird pünktlich zum Filmbeginn wieder zur Fahrt frei gegeben. Und genau hier beginnt ein rund 97 Minuten langes, herrlich-abstruses Filmspektakel mit typisch europäischem Flair. Denn die Darsteller sind wenig Hollywood-like; also alles andere als rundum perfekt, gestyled und gespielt komisch. Vielmehr fährt „Home“ mit einer von der ersten bis zur letzten lebhaften Minute äußerst glaubwürdigen und vor allem menschlichen Besetzung auf: Inklusive leicht schiefem Zopf, dezentem Make-Up und zerschlissenen Kleidungsstücken.

Auch stellt sich die Filmkulisse – eine stillgelegte Autobahn in Belgien - als wenig geplant sondern vielmehr authentisch chaotisch dar. Home Sweet Home irgendwo um die nächste Ecke also. Sogar der allseits bekannte Urlaubsstau in den lang ersehnten Sommermonaten kommt einem belustigend und zugleich schmerzhaft bekannt vor und sorgt so für Fernweh. „Home“ fühlt sich wirklich durchgehend an, als könne sich das verrückte Filmgeschehen gerade irgendwo in der eigenen Nachbarschaft abspielen. Und das eindeutig nicht zuletzt des sehr gut aufeinander eingespielten Casts wegen. So nimmt man Gourmet den ruhigen, einfallsreichen und kompromissbereiten Michel ebenso gut ab, wie man Huppert die dickköpfige Kämpferin abnimmt. Alles natürlich gespickt mit einer kleinen Prise alltäglichem Familienirrsinn.

Mit „Home“ gelingt Meier, bekannt durch diverse Kurzfilme und TV-Produktionen, ein äußerst emotionsgeballter und abwechslungsreicher Sprung auf die große Leinwand. Hierbei schwankt der Zuschauer schnell mit den Darstellern von Gefühlswelle zu Gefühlswelle; Und von heiter über entsetzt bis hin zu urkomisch berührt, ist wirklich alles dabei. Nicht zuletzt aus diesem Grund heimste „Home“ auf den jüngsten Cannes Filmfestspielen haufenweise Preise und lobende Kritiken ein. Bei Meiers „Home“ handelt es sich eindeutig um ein ungewöhnliches und dennoch zugleich abstrus gewöhnliches Filmwerk rund um den schönsten Ort der Welt. Fassungsloses und belustigtes Kopfschütteln vorprogrammiert: vom Vor- bis zum Abspann.


Filmkritik von Gastautor

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Steckbrief
Regie
Ursula Meier

Darsteller
Adelaide Leroux, Isabelle Huppert, Kacey Mottet Klein, Madeleine Budd, Olivier Gourmet

Genre
Drama

Tags
Familie
Gastkritiken
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Herstellungsland
Belgien, Frankreich, Schweiz




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