Hell - Filmkritik | kulthit.de 
Die Filmkritik Community!

Suche
Start » Filmarchiv » Filmkritik

Hell| Kritik 7/10

Kinostart
22.09.2011



Handlung

Einst spendete sie Leben, Licht und Wärme. Doch nun hat die Sonne die ganze Erde mit ihrer entfesselten Strahlkraft in verdörrtes, lebloses Ödland verwandelt. Deutschland ist nicht verschont geblieben. Wälder sind versengt, Tierkadaver säumen die Straßen. Selbst die Nächte sind eindringlich hell. Nur wer sich gegen das blendende Licht der Sonne schützt, hat eine Chance zu überleben. Wie Marie (Hannah Herzsprung), die mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Vicari) und Phillip (Lars Eidinger) in einem abgedunkelten Auto Richtung Gebirge fährt: Dort, so heißt es, soll es Wasser geben! Es ist eine verzweifelte Irrfahrt ins Nirgendwo. Unterwegs lesen sie Tom (Stipe Erceg) auf. Er erweist sich als perfekter Mechaniker und ist unentbehrlich. Doch kann man ihm auch wirklich trauen? Die Anspannung in der kleinen Gruppe wächst. Dann werden die Vier in einen Hinterhalt gelockt. Der Überlebenskampf beginnt...


Filmkritik | Hell

In kaum einem anderen europäischen Land steht der eigene Film so sehr in Verruf wie in Deutschland - trotz bessernder Tendenzen und trotz seiner exzellenter Reputation im Ausland. Filmemacher wie Til Schweiger oder diverse, sich auf die Leinwand verirrten Comedians polarisieren und zwingen der hiesigen Filmlandschaft einen weniger charmanten Ruf auf, der nicht selten zu einem allgemeingültigen Vorurteil verkommt. Da scheinen Genrefilme wie „Hell“ nur Tropfen auf den heißen Stein zu sein. Doch wie letztes Jahr der deutsche Zombiethriller „Rammbock“ bewies, werden selbst kleine Kinovorstöße von Festivalfilmen mit Handkuss honoriert und vermögen zumindest in kleinen Maßen das vorurteilsbelastete Bild des deutschen Films zurecht zu rücken.

Dass es der Zuschauer bei „Hell“ mit keiner geradlinigen Genrekost zu tun bekommt, wird bereits anhand des Filmtitels ersichtlich. Der Titel bezieht sich zum einen auf die künstlich stark überbelichtete Bildsprache, die die sonnenbestrahlte, lebensfeindliche Endzeitstimmung vermitteln soll. Auf diese Weise wird die apokalyptische Welt zur wahrhaftigen, Licht und Hitze durchfluteten Hölle. Spätestens gegen Ende wird auch der übertragene, psychologische Aspekt der Hölle unmissverständlich. „Hell“ kann als eine exakte Symbiose aus den beiden Endzeitthrillern „Carriers“ und „The Road“ bezeichnet werden, was darauf hindeutet, dass Regisseur und Kinodebütant Tim Fehlbaum seine Hausaufgaben gemacht hatte und dazu sein Werk mit typisch-deutschen Lokalkolorit kombinierte. Dieses ist Schauspielern wie Angela Winkler und Stipe Erceg zu verdanken, aber auch Hannah Herzsprung bleibt in Erinnerung. Insbesondere, weil ihre Figur als einzige eine echte Entwicklung vollzieht, während alle anderen in ihren zu kurz angebundenen Rollen feststecken. Fehlbaums Interpretation einer germanischen Apokalypse braucht einige Zeit, um in die Gänge zu kommen. Den Charakteren fehlt es anfangs an Motivation und sie vegetieren nur vor sich hin, anstatt dass sie erzählerisch in eine erkennbare Richtung geführt werden, weshalb man als  Zuschauer bis auf die oberflächlichen Aspekte der stimmigen Inszenierung und der erdrückenden Atmosphäre relativ orientierungslos bleibt. In seiner zweiten Hälfte entreißt sich „Hell“ jedoch seines stilistischen Selbstzwecks und serviert echte, kompromisslose und blutige Genrekost. Die Figuren bleiben innerhalb ihrer Genrekonventionen verhaftet, aber stellen sich einer zunehmend psychologisch geprägten Umwelt. Der kleine Stolperstein beim Übergang von einem klassischen Endzeitthriller in ein existenzielleren, vom nackten Überleben seiner Figuren geprägten Horrorfilm fungiert somit als unfreiwillige aber passende Trennungslinie zwischen zwei unter verschiedenen Einflüssen stehenden Filmhälften.

Hell“ wird kaum zum Genreklassiker avancieren. Aber der Film bleibt eine lobenswerte, deutsche Variation einiger alten, aber stets gern angenommenen Genreklischees und ein beachtliches Kinodebüt eines vielversprechenden Nachwuchsregisseurs. Dass Fehlbaums Erstlingswerk am Fantasy Filmfest 2011 den Publikumspreis gewann, darf als logische Konsequenz und als Beweis angesehen werden, dass alternative, deutsche Filme zu Unrecht ein Nischendasein fristen müssen. Jedes Jahr schafft es eine überschaubare Zahl an Festivalfilmen - wie „Rammbock“ oder „Hell“ - zu größeren (Kino-)Ehren. Und Nachahmungstäter sind in diesem Fall immer gerne gesehen!


Filmkritik von Orlindo Frick

Sag es weiter



Bilder / Fotos

Hell

© Paramount Pictures International

Kommentare


B.R.
15.10.2011, 01:50:46
Ich habe ihn mir gerade angeschaut im Kino und war entsetzt da hatte ich mir gewünscht die hätten den falschen film den sie zuerst bei uns im kino haben laufen lassen weiter gezeigt.

ich persöhnlich finde Hell passt garnicht der name keine vorgeschichte nur die franzosen am anfang und plötlich fing die handlung an wo die haiptfiguren gezeigt wurden die ich war nur einmal nicht gelangweilt als Leonie im auto saß und das fenster zersprang sonst die reinste geld verschwendung ich empfehle jeden den Film nicht zu schauen wer es doch macht wird sich hinterher nur ärgern.
Hans
03.10.2011, 01:49:59
Total schlechter Film ! Vorhersehbare Handlung, mittendrin wird es zwar spannend. Viele eklige Szenen. Keine Vorgeschichte, sehr schlechtes "Ende". Ist das Geld einfach nicht wert.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beim Kommentieren auf Rechtschreibung und Grammatik achten!

Name
eMail (wird nicht veröffentlicht)
What is 22 / 9 =  
Bitte Sicherheitscode in das rechte Feld eintippen.



Trailer abspielen
Trailer zu Hell abspielen

Steckbrief
Regie
Tim Fehlbaum

Darsteller
Hannah Herzsprung, Lars Eidinger, Lisa Vicari, Stipe Erceg

Genre
Deutscher Film, Sci-Fi, Thriller

Tags
Weltuntergang
Gastkritiken
Anzeige

Filmfacts
Herstellungsland
Deutschland, Schweiz




Benutzername

Passwort

Anzeige