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Harry Potter und der Stein der Weisen| Kritik

Kinostart
2001



Nun hat Harrys magische Welt auch die Leinwand erobert - zur Freude der einen, zum Missfallen der anderen, die darin nur einen Ausverkauf des kleinen Zauberlehrlings sehen, der der Fantasie der Leser (angeblich) den Wind aus Segeln nimmt. Aber was auch immer im Vorfeld über diesen Film geschrieben wurde, sollte niemanden davon abhalten, sich selbst ein Bild davon zu machen, ob es nun stimmt oder nicht. Ich jedenfalls habe das Kino nicht nur positiv überrascht, sondern beeindruckt verlassen. Buchverfilmungen sind ein zweischneidiges Schwert: Kennt man das Buch, hat man gewisse Erwartungen an den Film, die oft nicht erfüllt werden, kennt man es nicht, wird man vielleicht aus anderen Gründen enttäuscht, zum Beispiel durch das Gefühl, dass dem Film wesentliche Elemente fehlen könnten, weil man der Handlung nicht immer ganz folgen konnte.

Es ist sicher immens schwierig, ein Buch zu verfilmen, das von so vielen Menschen aller Altersstufen gelesen und geliebt wird, aber Harry Potter und der Stein der Weisen hält sich so eng an die Vorlage, wie das bei kaum einer Buchverfilmung der Fall ist. Dass die Autorin hier ein Mitspracherecht hatte, macht sich mit Sicherheit positiv bemerkbar. Der Film ist jedoch vor allem ein Fest fürs Auge, liebevoll bis ins Detail ausgestattet. Man müsste ihn wohl mehrmals anschauen, um jede Einzelheit in sich aufzunehmen. Die Bilder und Special Effects tragen hier jedoch die Geschichte und sind nicht wie so oft nur ein Ersatz für das Fehlen einer solchen. Die meisten, die sich den Film ansehen, kennen sie bereits auswendig, die Geschichte des kleinen Waisenjungen Harry Potter (Daniel Radcliffe), der an seinem elften Geburtstag erfährt, dass er ein Zauberer ist, und der das Haus seiner Tante und seines Onkels verlässt, in dem er zehn Jahre lang wie eine Art männliches Aschenputtel gelebt hat, um Hogwarts zu besuchen, die renommierte Schule für Hexerei und Zauberei.

Aber selbst zweieinhalb Stunden sind zu kurz, um alles, was im Buch im Hintergrund vor sich geht und was den eigentlichen Reiz der Bücher ausmacht, auf die Leinwand zu bringen. Man kann sie vordergründig lesen oder eben hintergründig. Leider ist das "Hintergründige" so gut wie abwesend vom Film, ebenso wie J. K. Rowlings teilweise etwas schwärzlicher Humor, dafür fühlte sich irgendjemand bemüßigt, eher plumpen Humor anzubringen wie einen Schüler, der mit seinem Zauberstab öfters mal etwas zur Explosion bringt - als ob wir das nicht schon unzählige Male gesehen hätten, wenn auch nicht mit Zauberstab. Das Drehbuch lässt auch keinen Raum für Professor Dumbledores beschwingten Humor, man sollte dies jedoch nicht Richard Harris ankreiden.

Sowohl die Rollen der Kinder als auch die der Erwachsenen sind hervorragend besetzt, obwohl viele Nebenfiguren aus Zeitgründen einfach zu kurz gekommen sind. Ich hätte gern mehr gesehen von Alan Rickman in der Rolle des finsteren Zaubertranklehrers Snape; bleibt nur zu hoffen, dass er auch in den nächsten Filmen diese Rolle übernehmen wird. Zu Daniel Radcliffe (Harry), Emma Watson (Hermione) und Rupert Grint (Ron) ist nur zu sagen, dass sie meinen Erwartungen voll entsprochen haben.

Alles in allem ist Harry Potter und der Stein der Weisen ein Film, der die meisten Fans befriedigen und vielleicht sogar ein paar derjenigen neugierig auf die Bücher machen wird, die sie bisher noch nicht gelesen haben. Ein Kinoereignis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.


Filmkritik von Monika Hübner

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Filmfacts
Herstellungsland
Großbritannien, USA

Alternativ- bzw. Originaltitel
Harry Potter and the Sorcerer's Stone

Budget
125 Mio. US-Dollar

Einspielergebnis
974 Mio. US-Dollar (weltweit)

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